Eine neue Version des ClamAV Antiviren Programms korrigiert zahlreiche kürzlich entdeckte Sicherheitslücken in der Applilkation. Das erste Problem befindet sich in den Routinen zum Parsen von Mails. Konkret handelt es sich um eine Use-After-Free-Schwachstelle im Code für Bounce-Nachrichten, die Denial-of-Service-Attacken gegen ClamAV ermöglicht. Solche Use-After-Free-Probleme treten immer dann auf, wenn eigentlich freigegebener Speicher nochmals im Programmcode abgerufen wird.
Ein weitere Fehler im Speichermanagement der Parsingroutinen führt zu einem Buffer Overflow beim Lesen von Nachrichten (mbox.c). Dieser kann ebenfalls für Denial-of-Service-Attacken misbraucht werden. Ein Null-Zeiger-Derefernz-Fehler (blob.c) hat sich ebenfalls in den Parsing-Code eingeschlichen. Auch darüber kann der Angreifer Denial-of-Service-Attacken starten. Ein Angreifer kann die verschiedenen Schwachstellen in dem ClamAV-Mail-Parser durch geschickt konstruierte Mails ausnutzen.
Ein weitere Buffer Overflow befindet sich in der handle_pdfname-Routine zum Verarbeiten von PDF-Dateien. Eine entsprechende Attacke ist mit Hilfe speziell konstruierte PDF-Dokumente möglich. Ein entfernter Angreifer kann damit eigenen Programmcode ausführen. Ein weitere Heap Overflow im ClamAV Code hat die gleichen Konsequenzen. Neben PDF-Dateien verarbeitet ClamAV auch Tar-Archive-Dateien nicht korrekt. Dies führt auch zu einem Buffer-Overflow-Fehler, den der Angreifer ausnutzen kann.
Anwender sollten die neue Version 0.99.3 installieren.
