Nachdem spätestens ab Juni 2010 Kunden des britischen Bezahlfernsehanbieters British Sky Broadcasting (BSkyB) ob einer in seiner HD-Settopbox verwendeten, aber unter Verschluss gehaltenen Open-Source-Software der Meuterei entgegenbrummelten, hat das dem Murdoch-Imperium angegliederte Unternehmen jetzt eingelenkt: Es legte eine eigene Open-Source-Webseite an, wo die Quellen herunterzuladen sind. Brav, BSkyB. Die Umsetzung indes…
Laut britischen Medienberichten hat das jüngste Firmware-Update der Box vor einigen Tagen dafür gesorgt, dass auf dem Bildschirm der Sky-Kunden eine überraschende Nachricht erschien. Sie wies den Zuschauer auf das gerade durchgeführte Update hin und schlug ihm vor, für weitere Informationen die Seite Sky.com/opensourcesoftware/SkyHD/ zu besuchen. Wer sich nicht für die Software auf seinen Geräten interessiert und schon gar nicht weiß, was Open Source ist, dürfte sich einigermaßen gewundert haben.

Keine Angst, Otto. Diese Webseite sieht nur aus wie ein geschminkter Zombie, sie tut dir aber nichts.
Die neu angelegte Webseite begrüßt den Neugierigen asketisch. Eine Mini-FAQ-Sammlung auf der rechten Seite erklärt ihm, was das Ganze soll – “Firmware-Updates machen das Gerät besser” – und bekennt dann unvermittelt, dass Teile der Firmware verlangen, genannt zu werden (Otto Normalverbraucher: “Ach.”), zum Download verfügbar zu sein (Otto: “Mm?”) und gegebenenfalls weiterentwickelt zu werden (Otto: “Wat?!”). Das Medienunternehmen erklärt kurz, was Open-Source-Software ist, beruhigt den Kunden, dass dieses komische Zeugs aber nicht seine Pay-TV-Subskription tangiert, und schickt ihn in sein Verderben.
Denn wenn nun Otto Normalverbraucher sich tatsächlich dieses “Open Source” mal ansehen will, lernt er dessen gegorenste Sauerkrautseite kennen: die Doku-Sünde, mit viel gutem Willen als Auflistung durchgehend, bestehend aus einem geschütteltem Cocktail von Open-Source-Komponenten, hintereinandergeklatscht, mitsamt ihrer Lizenzen, ohne jede Struktur; an anderer Stelle von herunterzulandenden “building environments” und “Compiler Suites” faselnd (Otto: “Oh Gott, was ist das da auf meinem Gerät!”). Der arme Otto.

Linuxkernel, Busybox, libstdc++: Dinge, von denen Otto nicht zu träumen gewagt hätte, wohnen in seiner Settopbox.
Wer sich ernstlich für die Software interessiert, hat dann immerhin zwei Möglichkeiten: Den direkten Download sowie eine Software-CD gegen eine Spende an WWF.
(Das sollte eigentlich eine Online-News werden. Die BSkyB-Site ließ sich jedoch einfach nicht ernsthaft vermelden :)

