Fast jedes Unternehmen hat Bedarf an Groupware, und das Angebot ist nahezu unüberschaubar. Grund genug, die existierenden Software-Pakete zu sichten. Dieser zweite Teil einer Groupware-Übersicht widmet sich den kleineren Projekten.
Neben den in Teil 1 bereits vorgestellten Platzhirschen der Groupware-Szene existieren viele kleinere, wenig bekanntere Projekte und Produkte mit typischen Features, die es für Collaboration in Unternehmen braucht. Die folgende Liste versucht, einen kurzen Überblick über besonders interessante oder besonders exotische Groupware-Server zu geben.
Kerio
Der leistungsfähige Mailserver Kerio integriert sich in fast beliebige Verzeichnisdienste und eignet sich dank der guten Skalierbarkeit auch für größere Installationen. Outlook- und Web-Client werden unterstützt, eine Administrationsoberfläche ist ebenso vorhanden wie diverse Basisfunktionen einer Groupware.
Webseite: http://www.kerio-mailserver.de
Axigen
Wie auch Kerio läuft auch der kommerzielle Mailserver Axigen auf Linux und bringt einen einfachen Terminplaner für die Benutzer mit. LDAP-Integration und Clusterfähigkeit sind vorhanden, auf der Webseite gibt es eine auf 5 Benutzer beschränkte kostenlose Version.
Webseite: http://www.axigen.com
Postpath
Postpath versteht sich als “Drop-In-Replacement für MS Exchange mit vollständiger MAPI-Unterstützung” und spricht dementsprechend wechselwillige Microsoft-Kunden an. Unter dem kommerziellen Produkt werkeln zahlreiche modifizierte Open-Source-Projekte wie ein LAMP-Server, Linux-HA und DRBD. Letztere bringen dem Admin weitreichende Skalierungs- und Cluster-Fähigkeiten. Das Frontend stellt Zimbra zur Verfügung.
Webseite: http://www.postpath.com
Teamxchange
Das Münchner Softwarehaus Vipcom behauptet, mit seiner Software Outlook-Clients auf Exchange-Niveau versorgen zu können. Der modulare Aufbau der Software, die auf zahlreichen Plattformen (von Linux über Unix, Mac, Windows und Z-Series) verfügbar ist und eine Fülle von Protokollen sprechen kann, ermöglicht die einfache Integration weiterer Schnittstellen.
Webseite: http://www.vipcomag.de/teamxchange/
Communigate Pronto
Früher als Stalker bekannt, stellt Communigate heute wohl den einzigen Groupware-Server bereit, dessen Client komplett in Flash realisiert ist. Dank der damit verbundenen Multimedia-fähigkeit bringt die Software bereits Sprache-, Video- und Chat-FUnktionen mit. Für die Admins gibt es Clustering, Directory Integration und Synchronisation mobiler Geräte.
Webseite: http://www.communigate.com
Gordano
Als eines der älteren Groupwaresysteme auf dem Markt tritt Gordano selbstbewusst auf und bezeichnet sich als führende Collaboration Suite. Umfangreiche Groupware und Mail-Funktionen, Administration komplett im Browser und ein Webclient mit reichlich Ajax-Drag-and-Drop zeigen, dass das Projekt aus dem Jahre 1990 immer noch auf dem aktuellen Stand ist.
Webseite: http://www.gordano.com
Imail Server
Der Ipswitch Mail Server 2006 stammt aus dem Haus, das schon den beliebten FTP-Client Ws_ftp produziert hat. Bei der Groupware stehen Skalierbarkeit und Usability im Vordergrund. Die Premiumversion bringt auch einen Outlook-Connector und ein eigenes Migrationstool sowie umfangreiche Logviewer und einen Reportgenerator.
Webseite: http://www.ipswitch.com/international/german/imail.asp
Alphaagent
Komplett in Java geschrieben und daher Plattformunabhänig, das verspricht der Alphaagent Groupware Server. Für die private Nutzung kostenlos, für Unternehmen fallen mäßige Gebühren an, dafür gibt es eine solide Grundausstattung an Groupware-Features für alle Java-fähigen Browser.
Webseite: http://www.alphaagent.de
Groupoffice
Neben einer GPL-Version existiert von dem hochgradig modularen Groupoffice auch eine kostenpflichtige Professional Edition, eine ansehnliche Groupware mit vielen Funktionen und interessanten Modulen. Projekte, Billing, Reports und Zeiterfassung sind dabei enthalten.
Webseite: http://www.group-office.com
Thetis
Die Groupware im Zeichen der Nymphe ist noch recht jung, dafür umso schicker. Sie verwendet Ruby on Rails, Liebhaber dieser Kombination sollten sich das Projekt anschauen, auch wenn Farbgebung und Funktionsumfang noch weit hinter der Konkurrenz hinterherhinken.
Webseite: http://sysphonic.com/en/products.html
Moregroupware
Eine weitere Groupware aus der LAMP-Riege stellt Moregroupware dar. Hinter einem spartanischen Webinterface verbergen sich heute schon interessante Funktionen, wie eine ausgefeilte Rechteverwaltung. Moregroupware ist aber noch jung, es unterliegt der GPL.
Webseite: http://www.moregroupware.de
Phpgroupware
Der enge Verwandte von Egroupware ist auf den ersten Blick nicht vom Fork zu unterscheiden, zahlreiche Module mit ansprechenden Frontend stehen zu Verfügung. Allerdings war es zuletzt lange ruhig um das Projekt.
Webseite: http://www.phpgroupware.org
Simple Groupware
Auch unter der GPL, glänzt Phpgroupware mit hervorragender Unterstützung vieler freier Kalender- und Kontact-Formate und bringt zahlreiche eigene Module mit. Anwender und Admins können dank der eigenen Scriptsprache Simple Groupware Solutions Markup Language (Sgsml) schnell eigene Module erzeugen. Von Haus aus gibt es aber schon ausgefallene Module wie einen Webdav-Server, Syncml, eine Foto-Gallerie und ein Helpdesk.
Webseite: http://www.simple-groupware.de
Open Business Management
Ebenfalls für LAMP-Systeme gedacht ist das französische ERP-System OBM, das umfangreiche Groupware-Module mitbringt. Aus dem Browser heraus verwaltet der Admin das Ajax-basierte Frontend, das sich seit längerem bereits in vielen französischen Unternehmen bewährt hat. Wer des Französischen mächtig ist, findet dann auch sicher in den Foren kompetente Hilfe.
Webseite: http://obm.aliasource.org
Group-E
Endo-7 aus Bozen hat in den letzten Jahren eine Groupware entwickelt, die sich in Südtiroler Behörden einer großen Beliebtheit erfreut und bereits Samba, LDAP, Syncml, Groupware, Projekt-und Wissensmanagement mitbringt. Admins, die auch CRM-Features suchen, sind hier richtig.
Webseite: http://www.group-e.info
Fazit:
Der Markt für Groupware-Systeme ist groß, eine Übersicht zu bekommen schwer, und am Ende führt doch kein Weg am eigenen Test vorbei. Viele alteingesessene Systeme müssen sich dann gegen neue, revolutionäre Projekte beweisen, und es sind nicht immer die alten, großen Groupware-Programme, die sich durchsetzen.




