Embedded Systems Conference

Auf der Embedded Systems Conference im kalifornischen San Jose sind Linux-Unternehmen stark vertreten: Der Chef des Linux-Anbieters Montavista, Jim Ready, hielt die Keynote, unter den Sponsoren sind neben Microsoft, Sun und AMD die Linux-Unternehmen Windriver und Lynuxworks. Mit einer Runderneuerung seiner Embedded-Produkte will Microsoft gegenhalten.

Die Spezialmesse für embedded Systeme, dank derer elektrische Geräte überhaupt erst ihren Dienst verrichten, findet vom 15. bis 17. April 2008 im kalifornischen San Jose statt. Wie bei solchen Anlässen üblich, verkünden die Hersteller auch hier große und kleine Neuigkeiten: Montavista Softwarebeispielsweise veröffentlicht ein neues Softwarepaket für die hauseigene Distribution Mobilinux. Mit diesem Paket unterstützt das Unternehmen den Hochleistungsprozessor von Texas Instruments, OMAP 3430. Entwickler sollen am Montavista-Stand das neue Mobilinux in Kombination mit einem umfangreichen Anwendungsbündel auf einem Mobiltelefon testen, ausgestattet mit dem TI-Prozessor. Der Wettbewerber LynuxWorks präsentiert sich auf der Messe mit seinem Echtzeit-System BlueCat Linux. Als Neuheit meldet das Unternehmen, dass das System nun auch die Plattform Xilinx Virtex-5 FXT FPGA unterstützt, speziell für PowerPC-Architektur. Der Embedded-Linux-Anbieter Windriver ist beliebt bei der Raum- und Luftfahrtindustrie und meldet hier neue Erfolge: das neue unbemannte Kampfflugzeug der EU, der Neuron soll mit dem Windriver-Betriebssystem VxWorks 653 fliegen.

Die starke Präsenz der Linux-Unternehmen auf der Messe in Kalifornien entspricht der Bedeutung der Unternehmen im Markt: Laut einer Befragung der EE Times im November 2007 bevorzugen aktuell knapp die Hälfte der Entwickler Linux als Entwicklungsplattform für Embedded-Systeme, und das Marktforschungsinstitut VDC kam zu einem ähnlichen Ergebnis. Hiernach wollen künftig sogar 87 Prozent der Entwickler das freie Betriebssystem nutzen. Wenn Microsoft seine frühere Marktposition zurückerobern oder auch nur halten will, wird es höchste Zeit, gegenzusteuern und die eigenen Produkte für diese Gruppe attraktiver zu gestalten. Dies versucht das Unternehmen nun, indem es die hauseigene Produktlinie aufpoliert und mit neuen Namen versieht.

Auf der Messe veröffentlicht Microsoft seine Pläne: Die bisherigen Produkte Windows Embedded CE und Windows XP Embedded sollen umbenannt und überarbeitet als Windows Embedded Compact und Windows Embedded Standard auf den Markt kommen. Anfang Juni soll die XP-Version erscheinen, und die neue CE-Version ist für 2009 terminiert. Weiterhin geplant ist eine Produktlinie namens Windows Embedded Enterprise, die Premium-Versionen von Windows XP oder Vista beinhaltet. Als Zielgruppe nennt das Unternehmen Embedded-Entwickler, die auf größeren Systemen arbeiten und deshalb die volle Kompatibilität der Applikationen zu dem Microsoft-System brauchen. Zusätzliches Schulungsmaterial und ein Selbsttest für Entwickler mit Zertifikat zum “Windows Embedded CE 6.0 Entwickler” sollen den Reiz weiter erhöhen, mit dem Betriebssystem aus Redmond zu arbeiten.

Die Marktforscher machen eine ganze Reihe von Gründen für den Erfolg von Linux bei Entwicklern verantwortlich, darunter die fehlenden Lizenzgebühren, die technische Leistungsfähigkeit und die große Zahl der Entwickler, die mit dem freien Betriebssystem vertraut sind. Der VDC-Analyst Matt Volckmann sagt Linux weitere Erfolge voraus: “Linux hat sich als geeignet erwiesen für ein breites Anwendungsspektrum, quer durch die Branchen. Linux wird weiter Marktanteile gewinnen, obwohl es für bestimmte Embedded-Applikationen nicht optimal ist.”

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