Das Icinga Camp bietet jedes Jahr Anwendern der freien Monitoring-Lösung aus aller Welt Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen und sich aus erster Hand zu informieren.
Was hat der Hersteller in der nächsten Zeit vor? Welche Probleme haben Leidensgenossen, und wie lösen sie sie? Solche Fragen stellen sich allen, die eine komplexe Softwarelösung in einer größeren Umgebung betreiben. Häufig sind es die Softwarehersteller selbst, die für ihre internationale Community passende Antworten organisieren. Für die freie Monitoring-Lösung Icinga [1] nennt sich das entsprechende Event Icinga Camp [2]. Es findet seit etlichen Jahren statt, anfangs mit einer Teilnehmerzahl, die sich an zwei Händen abzählen ließ. 2023 waren es immerhin rund zehnmal so viel.
Zum Einstand in das Zusammentreffen fasste Bernd Erk, CEO des hauptsächlichen Icinga-Supporters Netways [3], noch einmal die Errungenschaften der letzten Monate zusammen. Auf der Habenseite verbuchte er einen höheren Durchsatz der IcingaDB, der mit den letzten Releases der 2.13.x-Reihe erreicht wurde; Version 2.14 soll in den nächsten Monaten folgen. IcingaDB kam im November 2022 in der Version 1.1 heraus, einen Monat später folgte eine neue Version von Icinga für Windows. Icinga Web kam mit Jira-Integration im März 2023 hinzu, ein neues Icinga Certificate Monitoring folgte einen Monat später. Gleichzeitig konnten sich Anwender auch über die Version 1.7.1 für das Icinga Module for vSphere freuen, das eine verbesserte Benutzeroberfläche bereithält und die Möglichkeit bietet, den Zugriff für einzelne Benutzer auf bestimmte vCenter einzuschränken.
Was in Sachen Incident Monitoring an Neuerungen in der nächsten Zeit ansteht, demonstrierten anschließend die beiden Lead Developer Johannes Meyer (Web) und Julian Brost (Core). Unter anderem führten sie eine neue Methode vor, Regeln für Benachrichtigungen und Eskalationsschritte zu erstellen und bei Bedarf zu ändern. In dieser Hinsicht sollen in den nächsten Monaten noch mehr Verbesserungen folgen, darunter mehr Kontext in den Notifications. Dazu zählen beispielsweise Diagramme in E-Mails, das Bündeln von Benachrichtigungen sowie flexiblere Pläne dafür, wann wer für den Empfang der Benachrichtigungen verantwortlich ist.
Wie man in weniger als einer Viertelstunde zu einer laufenden Icinga-Installation kommt, demonstrierte Robert Waffen (Betadots GmbH) unter Zuhilfenahme von Puppet. Icinga selbst betreut Puppet-Module, die eine sogar noch weitergehende Automation erlauben sollen. Eine andere Methode für eine schnelle Installation führte wenig später Daniel Bodky (Netways) vor: Er verwendete Container und Helm-Charts für Kubernetes. Das hat den großen Vorteil, dass es zu einer weitgehenden Hochverfügbarkeit zumindest der Basisinstallation führt. Stürzt eine der Grundkomponenten ab, startet in derselben Sekunde ein neuer Container, der den ausgefallenen ersetzt. Momentan klappt das allerdings noch nicht für Zusatzmodule und Plugins. Nicolas Schneider führte einen anderen Automatismus vor, der es ermöglichen soll, ohne viel weiteres Zutun das Grundgerüst für Icinga-Module zu erstellen.
Auf dem Plan standen noch etliche weitere interessante Vorträge, darunter zum Stand der Entwicklung bei der Plugin-Kollektion der Linux-Fabrik. Das runde Programm machte den Tag im Szenetreff Kulturbrauerei des Berliner Stadtbezirks Prenzlauer Berg zu einem ebenso spannenden wie nützlichen Termin für alle, die Icinga in der Praxis einsetzen oder das demnächst vorhaben. (jlu)
Infos
- Icinga: https://icinga.com
- Icinga Camp 2023: https://icinga.com/community/events/icinga-camp-berlin-2023/
- Netways GmbH: https://www.netways.de






