Zu den Themen der vom Nürnberger Systemhaus Netways ausgerichteten Stackconf zählen Infrastrukturlösungen im Spektrum CI/CD, Cloud-, Hybrid- und Container-Technologien. Entsprechend breit war die Themenpalette der Konferenz.
Nach zwei Jahren mit pandemiebedingt lediglich virtuellen Ausgaben konnte in diesem Jahr die Stackconf (https://stackconf.eu), der Nachfolger der Open Source Datacenter Conference (OSDC), endlich wieder als Präsenzveranstaltung stattfinden. Wie vom Vorläufer gewohnt traf man sich in Berlin, aber an einem anderen Ort, in einem neuen Hotel unmittelbar in Stadtmitte. Die Themen, die die 30 internationalen Referenten aus namhaften Firmen aufgriffen – der am weitesten gereiste kam aus Australien –, waren wieder breit gefächert. Sie tangierten eine Vielzahl möglicher Probleme rund um IT-Infrastrukturen, DevOps, Clouds und Container oder Microservices.
So bot Peter Zaitsev (Percona) einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten verteilter Datenspeicherung in der Cloud, vom lokalen Storage, NAS und NFS über Object Storage verschiedener Spielarten bis hin zu vielfältigen Arten von Datenbanken. Zu den Letzteren zählen neben relationalen Vertretern (transaktionsorientiert oder analytisch) Document- oder Key-Value-Stores sowie Zeitreihendatenbanken. Das alles gibt es sowohl in proprietärer Ausführung als auch als Open Source. Der Vortrag führte die jeweils wichtigsten Vertreter zumindest namentlich kurz auf und kam auf die Vor- und Nachteile zu sprechen.
Kat Liu, Senior Software Engineer bei Spotify, berichtete in einem spannenden Vortrag über die Hintergründe des Ausfalls von Spotify am 8. März 2022, der mit mehr als einer Stunde Downtime und 50 Millionen unterbrochenen Benutzer-Sessions zu den schwerwiegendsten in Spotifys Geschichte zählt. Ursache war ein Problem beim DNS-basierten Service Discovery, das aber von Spotifys Ingenieuren schnell gefunden und behoben werden konnte.
Ein ganz anderes Thema behandelte Hannah Foxwell, Director Platform Services bei VMware Tanzu Labs. Sie machte sich Gedanken darüber, wie DevOps-Teams organisiert sein sollten, damit sie die Last nicht einseitig auf die Entwicklungs- oder Operating-Seite verlagern und damit Mitarbeiter überfordern. Gleichzeitig sollen Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit und Sicherheit unter einen Hut gebracht werden. Speziell dem Aspekt Gesundheit und Wohlbefinden der Mitarbeiter widmet sich dabei eine Community unter dem Stichwort HumanOps, in der die Referentin ebenfalls aktiv ist.
Der Wiener Entwickler Philipp Krenn schlug in seinem Vortrag ein Verfahren vor, um den häufigen Fehlerquellen DNS, TLS und schlechte Konfiguration zu begegnen. Er setzt auf Checks, die sich systematisch von außerhalb des Netzwerks ins Intranet hinein und schließlich bis zu einzelnen Hosts vorarbeiten. Dabei können zum Beispiel DNS-Antworten, Uplinks, Firewalls, Load Balancer, die Service Availability oder die Latenz geprüft werden. Zusätzlich empfahl er synthetisches Monitoring, bei dem komplette Abläufe simuliert werden, etwa die Bestellung in einem Webshop.
Wiederum einen ganz neuen Blickwinkel bot der Vortrag von Dr. Dawn M. Foster, Director of OSS Community Strategy bei VMware. Sie ging der Frage nach, was es braucht, um in der Open-Source-Gemeinschaft ein guter Mitbürger zu sein. Vor allem komme es darauf an, die Ziele von Firmen, die in der Open-Source-Welt nur über individuelle Beschäftigte mitarbeiten könnten, mit den Zielen der Community in Übereinstimmung zu bringen. Zu Fosters Empfehlungen für Neueinsteiger zählte, sich vorab zu informieren und die Arbeit der Community zu beobachten, um Missverständnissen vorzubeugen. Dann solle man zunächst mit kleineren Beiträgen einsteigen und dabei auf das Feedback achten sowie Beziehungen knüpfen. Man müsse auch die Bereitschaft mitbringen, ein eigenes Open-Source-Projekt langfristig zu betreuen, und dürfe nicht erwarten, dass das jemand anderes übernimmt, betonte sie. (jcb)






