Anfang November diskutierten in Nürnberg im Rahmen der von der Firma Netways ausgerichteten Open Source Monitoring Conference wieder Monitoring-Spezialisten die neuesten Entwicklungen auf ihrem Gebiet.
Die schöne neue Welt der Microservices bietet unbestreitbare Vorteile wie Skalierbarkeit und agile Entwicklungsmethoden. Allerdings ist das alles nicht umsonst zu haben: Im Gegenzug steigt die Komplexität der Anwendungen erheblich, es kommen sehr viel mehr Systeme (VMs oder Container) ins Spiel, und eine Umgebung, die sich dynamisch anpasst, lässt sich nicht mehr statisch vorkonfigurieren.
Diese neuen Bedingungen wirken sich gerade auch auf die Systemüberwachung aus. Das althergebrachte Verfahren, mittels Pollings von einer Anzahl fixer Adressen reihum Statusinformationen abzufragen und diese dann in einer voreingestellten GUI darzustellen, funktioniert nicht mehr so gut; Admins müssen neue Wege suchen. Zwei Vorträge auf der Konferenz kamen dabei unabhängig voneinander zu überraschend ähnlichen Ergebnissen.
Event-Pipelines
Die erste Gemeinsamkeit zwischen Sensu [1], vorgestellt von dessen Erfinder und CTO von Sensu Inc., Sean Porter, und dem Projekt Tornado, das die beiden Würth-Phoenix-Mitarbeiter Francesco Cina und Patrick Zambelli präsentierten, besteht in der Abwendung vom statusorientierten Monitoring und der Hinwendung zu einem eventbasierten Ansatz. An die Stelle des Pollings tritt also das Sammeln von asynchron anfallenden, von den zu überwachenden Systemen ausgelösten Ereignissen.
Die Events durchlaufen in beiden Fällen eine Pipeline, in deren Verlauf sie analysiert, in ein einheitliches Format konvertiert und gefiltert werden. Die Filter bewirken eine Art Routing hin zu einem bestimmten Aktuator, der dann eine Aktion bewirken kann, also beispielsweise einen Alarm auslöst oder nur eine Statusänderung visualisiert.
Der größte Unterschied zwischen den beiden Konzepten besteht darin, dass Sensu als eigenständige Komplettlösung daherkommt, wogegen sich Tornado als ergänzender Vorsatz zum eingeführten Monitoringsystem Icinga 2 versteht.
Neue Versionen
Einen festen Platz auf der Konferenz hat immer die Vorstellung von Neuheiten und Plänen bei bekannten Monitoring-Tools. Diesmal stand neben dem eingeführten und immer sehr kurzweiligen Vortrag von Bernd Erk zur Entwicklung von Icinga [2] ein Referat von Lars Michelsen zur neuen Version 1.6 von Checkmk [3] auf dem Programm (Abbildung 1). Auch hier gab es etliche Gemeinsamkeiten, angefangen bei der Abstammung aus der Nagios-Welt bis hin zu verstärkten Anstrengungen beim Monitoring von Containern und in Cloud-Umgebungen wie AWS. Beide Werkzeuge können zudem auf neue Notifikations-Plugins verweisen, die jetzt in beiden Fällen beispielsweise auch Jira bedienen.

Abbildung 1: Lars Michelsen sprach auf der OSMC über Checkmk 1.6.
Neben diesen großen Lösungen mit dem Anspruch, als möglichst universelles Tool alle anfallenden Überwachungsaufgaben zu übernehmen, waren auch kleinere und spezialisierte Werkzeuge in Vorträgen vertreten. Dazu zählte beispielsweise NeDi [4], ein seit mittlerweile 18 Jahren bewährtes Programm. Es versteht sich besonders auf das selbstständige Inventarisieren und die grafische Darstellung von Netzwerken, kann aber auch Statusinformationen oder Traffic-Messwerte sammeln oder die Konfiguration vernetzter Geräte in einem Backup sichern. Für die anstehende Version 2.0 kündigte Remo Rickli von der Schweizer Firma NeDi Consulting etliche Verbesserungen an.
Wie immer war die Open Source Monitoring Conference hervorragend organisiert und bot in vielen Pausen und mit einem netten Social Event am Ende des ersten Tags viel Gelegenheit zum persönlichen Erfahrungsaustausch.
Infos
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Sensu: https://sensu.io
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Icinga: https://icinga.com
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Checkmk: https://checkmk.de
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NeDi: https://www.nedi.ch






