Aus Linux-Magazin 12/2018

Notizen vom Cloud Foundry Summit Europe in Basel

©Cloud Foundry

Was früher zu verkabeln war, ist heute Code. Server gibt es nur noch virtuell oder containerisiert – und ihr Administrator ist seine Arbeit los. Entwickler vergessen alle Nebenbedingungen und konzentrieren sich nur auf ihr Problem. Devops als Software – das ist die Cloud-Foundry-Vision.

Was einen Admin alter Schule einst gänzlich beschäftigt hat – das Aufstellen eines Servers, Einspielen von Betriebssystem, Middleware und Applikationen, Konfiguration von Hard- und Software, Anbinden von Storage und Netzwerk, Herstellen von Hochverfügbarkeit, Einrichten des Monitoring, Skalieren des Systems nach Bedarf, Updaten und Patchen –, das alles geschieht bei Systemen, die Cloud Foundry verwenden, fast vollautomatisch. Der Systembetreuer wird in seiner angestammten Funktion überflüssig und kann sich zum Manager oder Broker von Services entwickeln, die es nur noch zu verknüpfen gilt.

Und auch der Entwickler entledigt sich eines guten Teils seiner alten Aufgaben: Das Übersetzen seines Codes, das Erzeugen von Containerimages, alle möglichen Abhängigkeiten, die dabei eine Rolle spielen, interessieren ihn nicht mehr. Er kann ziemlich frei die Sprache und das Versionskontrollsystem wählen, das ihm am meisten zusagt, und sich auf Problemlösungen konzentrieren. Alles andere übernimmt wiederum Cloud Foundry für ihn: Auf Knopfdruck kompiliert und containerisiert es die Applikation, rollt sie aus und skaliert nach Bedarf.

Über 900 Anwender und Entwickler von Cloud Foundry, des Systems, das diese Vision derzeit wohl am weitesten vorangetrieben hat, versammelten sich Ende Oktober zu ihrem jährlichen Treffen in Basel. Ihnen konnte Abby Kearns (Abbildung 2), Executive Director der Cloud Foundry Foundation, einige Neuigkeiten verkünden, darunter den offiziellen Start des Certified Systems Integrator Program, mit dessen Hilfe Consultants, Systemhäuser und Systemintegratoren künftig ihre Expertise belegen können sollen.

Abbildung 2: Abby Kearns während der Keynote. ©Cloud Foundry

Abbildung 2: Abby Kearns während der Keynote. ©Cloud Foundry

Außerdem stellte die Cloud Foundry Foundation zwei neue Projekte vor: Eirini und CF Containerization. Beide sind als Incubator-Projekte von den Project Management Committees (PMCs), die das Plattform-Engineering der Open-Source-Projekte überwachen, zugelassen, um die Interoperabilität von Cloud Foundry mit Kubernetes zu verbessern.

Zusätzlich gab die Foundation noch bekannt, dass Indics, Chinas erste industrielle Internetplattform, auf Cloud-Foundry-Technologien basiert. Darüber hinaus gewann Cloud Foundry den Systemintegrator HCL Technologies als Gold-Mitglied ihres Ökosystems.

Für ein abwechslungsreiches Programm aus Vorträgen und Demos sorgten über 170 Sprecher, darunter viele von namhaften Cloud-Foundry-Partnern und Sponsoren der Veranstaltung wie IBM, Suse, Dynatrace, Pivotal, SAP, VMware oder Google. Sie gestalteten auch einen Ausstellungsbereich mit ihren Produkten im Basler Kongresszentrum, das als Austragungsort diente. Dort bot sich auf allen Ebenen auch die Gelegenheit zum Netzwerken und für den Erfahrungsaustausch.

Der nächste Cloud Foundry Summit für Nordamerika wird im April in Philadelphia stattfinden, für Europa im nächsten September in Den Haag.

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