Aus Linux-Magazin 12/2017

Best Practices – Folge 11: Server dokumentieren

© bacho12345, 123RF

Server findet man überall – und dennoch sind sie selten ausreichend dokumentiert. Dabei kommt es zunächst gar nicht auf alle Details an: lieber weniger und aktuell als viel und veraltet!

Ums Dokumentieren der Server kommt keiner herum, denn eine gute Server-Doku braucht man gleich in einer ganzen Reihe von Fällen:

  • Bei einem Ausfall. Auch wenn das selten vorkommt, die Serverkonfiguration muss für den Fall dokumentiert sein, dass es mit einer einfachen Rücksicherung nicht getan ist und der Admin den Rechner von Grund auf neu aufsetzen muss. Eine aktuelle Notfalldokumentation ist mittlerweile zudem in vielen Branchen und Organisationen Pflicht.
  • Bei Migrationen, Updates oder der Virtualisierung. Sind größere Veränderungen in der Server- und Applikationslandschaft geplant, benötigt man sogar zwei Dokumentationen: eine des Ist-Stands und eine des Soll-Zustands.
  • Dokumentation von Applikationen und Services. Die laufen auf den Servern. Daher ist es ratsam, die Server bereits im Datenbestand zu haben, wenn es anschließend ans Dokumentieren der Services geht.

Die Dokumentation der Server führt also zum einen in die Tiefe der Details, zum anderen in die Höhe der Services und Applikationen. Als Reihenfolge empfiehlt es sich, jene Objekte zuerst zu dokumentieren, die eventuell wiederzuverwenden sind. Das bedeutet: virtuelle Geräte erst nach der Hardware, Cluster, die aus mehreren Servern bestehen, erst nach den einzelnen Geräten.

Was muss in die Doku?

Im schlimmsten Fall gilt es, den Server neu aufzubauen. Das Backup ist nicht verwendbar und die Person, die den Server installiert hat und laufend wartet, ist ebenfalls nicht am Platz. Nun muss sich für die verbliebenen Admins alles aus der Dokumentation erschließen. Das heißt, die Hardwarekonfiguration, physisch oder virtuell, muss beschrieben sein, und Software-seitig kommt es insbesondere darauf an, alles aufzunehmen, was von der erwartbaren, üblichen, standardisierten Vorgehensweise abweicht.

Im Einzelnen geht es um die folgenden Punkte:

  • Hardwaredetails
  • Standort
  • Netzwerkanbindung
  • Ansprechpartner
  • Speicherkonfiguration
  • Betriebssystem, andere Software, Versionen

Spätestens an diesem Punkt ist es sinnvoll, über ein automatisches Discovery nachzudenken. Software in der jeweils aktuellen Version manuell zu dokumentieren ist zeitaufwändig. Gleiches gilt für die Storage-Anbindung: Sie wird deutlich einfacher, wenn die Daten automatisiert lieferbar sind.

Ins Detail

Natürlich kann es der Admin noch viel weiter treiben, hier ein paar Ideen, was er noch alles dokumentieren könnte:

  • Verwendete administrative Accounts (lokal oder im Directory)
  • Verwendete Passwörter
  • Anpassungen in Dateien
  • Anpassungen der Konfiguration
  • Installierte Software (am besten mit Screenshots der Installation für alle Einzelschritte)
  • Installierte Lizenzen (am besten mit Ablaufdatum)
  • Veränderungen an der Konfiguration der installierten Software – entweder mit Screenshots oder mit Konfigurationsdateien.

Sind die Änderungen chronologisch gespeichert, ist besser nachzuvollziehen, welche Schritte zu der aktuellen Konfiguration geführt haben.

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