Aus Linux-Magazin 11/2017

Notizen von der VMworld 2017 in Barcelona

Mit 11000 Teilnehmern zelebrierte die VMworld Europe Mitte September in Barcelona ein Megaevent für Kunden, Partner und Mitarbeiter des Herstellers von Virtualisierungssoftware.

Eine ausführliche Demo fasste die Visionen von VMware während der Keynote am zweiten Konferenztag ganz gut zusammen: Da exerzierte ein Video anhand einer Beispielfirma alles durch, was bei VMware gut und teuer ist: Migration von Workloads von physischen Servern in virtuelle Maschinen und Container und von dort ohne Rücksicht auf technologische Grenzen in öffentliche und private Clouds, alles mit wenigen Klicks, scheinbar müheloses Skalieren bei steigenden Anforderungen, wirkungsvolle Absicherung gegen Sicherheitsrisiken, Verknüpfung mit der IoT-Welt und mit Mobilgeräten.

Neues Cloudmanagement

Für die nötigen Produkte kündigte die Firma anlässlich der Konferenz etliche Updates an. So gibt es nun eine neue Version der Cloudmanagement-Plattform Vrealize Suite mit den Komponenten Operations, Automation, Business for Cloud und Log Insight. Damit lassen sich hybride Umgebungen über Private und Public Clouds hinweg sowie mit Cloud-VMs und Containern verwalten. Entscheidungen in Bezug auf das Workload-Placement sind nun dank eines Predictive Distributed Resource Scheduler (PDRS) deutlich intelligenter.

Die Business-Komponente erlaubt neue Einsichten, wie sich die Kapazitätennutzung auf die Kosteneffizienz auswirkt, indem sie einen vollständigen Überblick über die Kosten von AWS- und Microsoft-Azure-Instanzen gewährt.

In allem steckt Open Source

“In allen VMware-Produkten stecken heute Open-Source-Komponenten. Open Source ist ein ganz selbstverständlicher Teil geworden. Darüber hinaus rufen wir viele eigene Open-Source-Projekte ins Leben. Mein Lieblingsbeispiel dafür ist das Projekt Clarity, das interne Entwicklungswerkzeug, mit dem der neue HTML-5-Client geschaffen wurde, und das wir unter einer Open-Source-Lizenz freigegeben haben”, meint Dirk Hohndel, Chief Open Source Officer bei VMware, in einem Gespräch mit dem Linux-Magazin am Rande der VMworld 2017. Außerdem engagiere sich VMware in vielen Open-Source-Projekten, so in Open Stack und verwandten Projekten wie Bosh und Kubernetes.

Auch das eigene Produkt Vsphere Integrated Containers, das Container-basierte Applikationen neben VMs in der VMware-eigenen Virtualisierung erlaubt, ist Open Source. Schließlich ist VMware auch in einer ganzen Reihe von Open-Source-Gremien aktiv und hat seine Mitgliedschaften dort teils aufgestockt. So in der Cloud Native Computing Foundation (CNCF) oder der Linux Foundation, der man im vorigen Jahr als Gold Member beigetreten ist.

Die Frage, wo er Linux in zehn Jahren sieht, beantwortet Dirk Hohndel so wie Linus Torvalds, dem er dieselbe Frage auf anderen Veranstaltungen regelmäßig als Interviewer stellt (das ist schon ein Running Gag): Er wisse es nicht. Die Planungen reichen nur bis zu den unmittelbar folgenden Kernelversionen. Die Rate an Veränderungen wird hoch bleiben, Linux wird ein Kernstück der Infrastruktursoftware bleiben – aber was später im Einzelnen geschieht, steht in den Sternen.

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