
Abbildung 1: Alle Vorträge â im Bild ein Blick auf den von Kris Buytaert über Devops-Tools â waren gut besucht. In den Pausen gab es Gelegenheit zum Networken.
Neben einem missglückten Auftakt bot die achte Open Source Data Center Conference Ende April wieder hochkarätige Vorträge zu angesagten Themen der IT-Architektur und Systemadministration.
Das Programm startete etwas unglücklich mit dem am wenigsten gelungenen Vortrag, nämlich mit dem als Keynote apostrophierten Versuch von Dawn Forster, ihr Leben als viel reisende Open-Source-Propagandistin und das ihrer zahlreichen Bekanntschaften als Rollenmodell für eine Open-Source-Karriere zu präsentieren.
Erfahrung beim Aufbau von Communities kann man der Referentin, die in entsprechenden Funktionen bei Intel und Puppet Labs tätig war, sicher nicht absprechen, was sie davon aber vermittelte, waren lediglich schlichte Weisheiten ohne Neuigkeitswert. Sie reihte Selbstverständlichkeiten an Ratschläge aus der Kategorie “Lebensberatung, allgemein”, etwa den, die knappe Freizeit zu nutzen oder Aufgaben zu priorisieren.
Das Missionarische im Tonfall hätte man dabei noch gutmütig überhören können, nicht aber Karrieretipps wie: “Wer immer nett zu anderen ist und mit ihnen gut zusammenarbeitet, der wird auch eher von einer Firma angeheuert.” Ach.
Zwar hatte in seinem Vortrag auch Mike Elsmore – etwas im Kontrast zum leicht reißerischen Titel seines Vortrags “NoSQL is a Lie” – keine sensationellen Neuigkeiten zu melden, konnte aber immerhin mit einer fachlich fundierten Einordnung der diversen Spielarten von NoSQL-Datenbanken überzeugen. Noch aktueller ging es in diesem mit “Containers and Databases” überschriebenen Track mit dem Referat von Jonathan Boulle weiter, der aus erster Hand über Neuigkeiten bei Rkt und Kubernetes berichtete.
In eine ähnlich Richtung zielte auch das Referat von Jörg Schad zum Stand der Dinge bei Mesos und dem Datacenter OS [1]. Hilfreich war in diesem Themenbereich zudem ein Überblick über Möglichkeiten, Linux für Datenbanken zu tunen, den Colin Charles ablieferte.
Handfester praktischer Nutzen prägte auch viele der Vorträge des Tracks “Tools & Infrastructure”. Dazu gehörten die Erläuterungen von Werner Fischer zum IPMI-Nachfolger Redfish [2] ebenso wie Monica Sarbus’ Vorstellung kleiner, “Beats” genannter Module, die Elastic Search mit Daten versorgen. Auch der informative Streifzug von Jan-Piet Mens durch eine Reihe hilfreicher DNS-Tools verdient es, hervorgehoben zu werden. Dasselbe gilt für Martin Loschwitz’ gute Einführung in Software Defined Networks.
Alles in allem war das Themenspektrum in Berlin breit – für jeden Admin dürfte etwas dabei gewesen sein – und das Niveau der meisten Vorträge war hoch. Erfreulich zudem, dass etliche Vortragende über ihre Erfahrungen als Anwender sprachen und nicht aus der Perspektive des Herstellers. Die Referenten der englischsprachigen Veranstaltung kamen dabei aus vielen Teilen der Welt, das Publikum dagegen war nicht ganz so international und sprach überwiegend Deutsch. Die jeweils zwei parallelen Vorträge aus drei Sparten waren mit insgesamt rund 150 Zuhörern gut besucht (Abbildung 1).
Wie auch schon bei den gleichartigen Konferenzen der letzten Jahre bot eine gemütliche Abendveranstaltung in einer attraktiven Berliner Lokalität ausführlich Gelegenheit zum Fachsimpeln untereinander und mit den Referenten. Daneben hat auch die reibungslose Organisation durch den Veranstalter Netways bereits Tradition.
Infos
- Datacenter OS: https://mesosphere.com
- Redfish: https://www.dmtf.org/standards/redfish





