Aus Linux-Magazin 03/2016

Backupsoftware für den Desktop im Vergleich

© Dmitry Kalinovsky, 123RF

Backupstrategien sind in der IT ebenso unverzichtbar wie planungsintensiv. Im privaten Bereich gibt es simplere Lösungen, doch auch die haben ihre Tücken. Die Bitparade schaut hin.

Zwar warnen Experten regelmäßig vor Datenverlusten, doch haben viele Anwender, darunter auch einige IT-Profis, privat noch nie einen ernsthaften Festplattencrash erlebt. Das liegt unter anderem daran, dass sie ihre Computer häufig schon vor dem Ableben der Festplatte ausrangieren. Oder sie verstauen Daten von Zeit zu Zeit auf externen Speichermedien, was aber noch keine Backupstrategie darstellt. Häufig kommen auch Skripte zum Einsatz, die als Basis Rsync [1] und Cron [2] verwenden und deren Anwendung und Pflege sich später als aufwändig erweisen kann.

Der Anwender darf jedoch auf Hilfe hoffen. Sicherungen lassen sich mit grafischer Backupsoftware oft einfacher anlegen, in der ohnehin oft die eben erwähnten Kommandozeilentools stecken. Unter Linux gibt es einige Vertreter, im Idealfall eignen sie sich für den automatischen Dauerbetrieb und stellen Dateien einfach wieder her. Ihr Einsatz ergibt sogar in Firmen Sinn, die reguläre Backups nutzen: So sichern Mitarbeiter ohne Rootrechte ihre Daten auf externen Festplatten oder USB-Sticks, um zu Hause oder unterwegs damit zu arbeiten. Diese Bitparade wirft einen Blick auf Déjà Dup [3], Back in Time [4], Sbackup [5], Lucky Backup [6] und Areca [7].

Allgemeines

Für Vollsicherungen des Systems samt Partitionen eignen sich die Tools in der Regel nicht. Hier lohnt der Griff zu Clonezilla [8], Isomaster [9] oder Partimage [10]. Die Desktopanwendungen dienen dazu, Ordner und Dateien entweder auf demselben Rechner zu speichern (nicht empfohlen), auf externen Laufwerken, im lokalen Netzwerk, auf entfernten Servern oder gleich bei einem Cloudanbieter. Für den letzten Fall verschlüsseln sie die Daten auch.

Testsystem

Im Test kam ein aktuelles Ubuntu Gnome 15.10 zum Einsatz. Die dort vorhandenen Pakete sollten in der Regel auch in Debians Paketquellen stecken. Tabelle 1 zeigt, welche Versionen der Software das Linux-Magazin angeschaut hat und wie die neuesten Versionsnummern lauten.

Wichtig für Backups ist auch, ob die Software inkrementelle, differenzielle oder Delta-Backups anfertigt. Während inkrementelle Backups den Vorteil besitzen, dass sie von einem Vollbackup bis zum nächsten jeweils nur die veränderten Dateien zwischenspeichern, muss das System beim Restaurieren wieder alle Puzzlestücke zusammenfügen. Das kann dauern. Differenzielle Backups sammeln hingegen die veränderten Dateien. Das braucht mehr Platz, Backups lassen sich aber schneller restaurieren.

Wer große Dateien sichern möchte, die wachsen oder schrumpfen, will nur klitzekleine Änderungen übertragen und nicht jedes Mal die komplette Ladung (etwa bei VM-Images). Das geht mit Delta-Backups oder Block-Level-Backups, die Dateien in kleine Teile zerlegen und mit rollenden Prüfsummen absichern. Ein Nachteil besteht darin, dass sich solche Backups im Notfall nicht per Hand wiederherstellen lassen.

Da private Backups heute oft erhebliche Größen annehmen (etwa bei Videofilmern oder Raw-Fotografen), stellt sich zudem die Frage, wie die Software mit Platzmangel umgeht. Merkt sie überhaupt, wenn die Platte voll ist? Meldet sie es dem Admin? Und welche Strategien verfolgt sie beim Löschen alter Backups?

Da steht schon das gewichtige Wort: Strategie. Wer nur mal eben zwei, drei Ordner mit eigenen Texten, Excel-Tabellen und Grafiken sichern möchte, also die Früchte der eigenen Arbeit, muss sich über Platzprobleme nicht den Kopf zerbrechen. Hier genügen auch aufeinanderfolgende Vollbackups ohne Kompression. Letztlich hängt die Wahl der richtigen Software stark vom Einsatzbereich ab.

Déjà Dup

Für einfache, inkrementelle Backups ist Déjà Dup [3] die naheliegende Lösung. Die Desktop-Entwickler haben die Software nahtlos in Gnome und Unity integriert, sie besticht zudem durch ihre Schlichtheit. Das Übersichtsfenster nach dem Start zeigt die Optionen »Wiederherstellen« und »Jetzt sichern« an (Abbildung 1). Oben rechts lässt sich Déjà Dup über eine Schaltfläche zudem als Dienst aktivieren, was für regelmäßige Backups unabdinglich ist. Dafür benutzt es allerdings nicht Cron, sondern den »deja-dup-monitor« .

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Christian Buhtz
1 Jahr her

Der Artikel ist schon einige Jährchen alt. Wollte dennoch darauf aufmerksam machen, dass das Projekt seit 2022 wieder aktiv ist. Das aktuelle Release steht bei Version 1.5.3.

Beiträge sind auch ohne Programmierkenntnisse möglich und willkommen.

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Microsoft GitHub: bit-team/backintime

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