Im Kurztest: Mobiki, Jedit, Youtube-dl, Inadyn, My Password, Psad
Mobiki 2015-02-05
Schlanke Wiki-Engine
Quelle: http://mobiki.datenbrei.de
Lizenz: MIT
Alternativen: Lionwiki, Tiddly Wiki
Wer eine schlanke Wiki-Engine sucht, die sich auch für den Einsatz auf mobilen Geräten eignet, sollte Mobiki ins Visier nehmen. Das Tool benötigt einen Webserver und mindestens PHP 5.4. Nach dem Entpacken des Archivs vergeben Anwender ein Passwort – fertig.
Das Markup ist recht eingängig, das Standardtemplate übersichtlich und HTML-5-konform. Neben den üblichen Formatierungen (fett und kursiv) erlaubt Mobiki interne und externe Links, Listen, Aufzählungen und vorformatierten Text. Um Bilder einzubinden, laden Anwender diese auf den Server, legen sie im Verzeichnis »images« ab und verlinken aus dem Wiki mit der Anweisung »image:Bild.jpg« . Eine Schlagwortsuche über Hashtags haben die Entwickler ihrem Wiki ebenfalls spendiert.
Mobiwiki benötigt keine Datenbank. Alle Inhalte speichert die Software als Textdateien im Unterverzeichnis »pages« . In der Datei »config.php« ändern Benutzer den Titel und die Beschreibung des Wikis, tragen den Namen des Verfassers, einen Zeichensatz und das Zeitformat ein. Wer CSS-Kenntnisse besitzt, passt die Wiki-Gestaltung in der Datei »template.css« an eigene Wünsche an.
Mobiki ist schlank, leicht einzurichten und macht auf mobilen Geräten eine gute Figur. Das kleine Projekt veröffentlicht häufig neue Versionen mit weiteren Features und Funktionen.
Jedit 5.2.0
Plattformübergreifender Texteditor
Quelle: http://www.jedit.org
Lizenz: GPLv2
Alternativen: Atom, J
Was vor 17 Jahren als einfacher Editor begann, ist inzwischen zu einer leistungsfähigen Entwicklungsumgebung herangewachsen. Jedit bietet dafür unter anderem ausgefeiltes Syntax Highlighting. Die Liste der Programmier- und Skriptsprachen umfasst über 200 Einträge. Die Syntaxdateien liegen im XML-Format vor. Versierte Anwender passen sie an eigene Vorstellungen an oder nutzen sie als Vorlage für eigene Konfigurationen.
Jedit unterstützt über 160 Zeichensätze, ist voll Unicode-fähig, beherrscht Folding, automatische Zeilenumbrüche und Einzüge. Er zeichnet Makros auf, enthält unbegrenztes Undo/Redo und eine ausgefeilte Suchen-und-Ersetzen-Funktion. Die meisten Features erreichen Anwender über Tastenkürzel, die sie in der Konfiguration auch neu definieren können.
Wem der Funktionsumfang nicht ausreicht, der findet auf der Homepage rund 215 Erweiterungen. Benutzer installieren, konfigurieren und aktualisieren sie über den Jedit-Plugin-Manager. Die Palette umfasst Anbindungen an bekannte Versionsverwaltungen, einen FTP-Client, eine Rechtschreibprüfung und sogar ein Sudoku für Arbeitspausen.
Jedit ist ein leistungsfähiges Werkzeug und empfiehlt sich als Editor für alle Software-Entwickler, die plattformübergreifend arbeiten. Der Plugin-Manager rüstet praktische Extras nach.
Youtube-dl 2015.02.28
Videos aus dem Netz herunterladen
Quelle: http://rg3.github.io/youtube-dl
Lizenz: Public Domain (Unlicense)
Alternativen: Movgrab
In Videoportalen finden Linuxer Anleitungen, Vorträge und mehr rund ums freie Betriebssystem. Wer die vielen interessanten Filme nicht online schauen möchte, archiviert sie mit Youtube-dl. Anders als der Name vermuten lässt, lädt das Tool nicht nur Youtube-Content herunter. Es zapft über 580 Plattformen an, darunter auch viele Mediatheken.
Anwender laden von der Projekthomepage das Skript herunter und machen es ausführbar. Um ein Video auf die Platte zu bringen, rufen sie Youtube-dl zusammen mit der URL auf. Optional definiert »–proxy« einen Proxyserver, »-4« und »-6« erzwingen IPv4 respektive IPv6. Andere Parameter begrenzen die Downloadrate oder fordern ein bestimmtes Format an. Wer einen ganzen Schwung von Filmen auf die Platte bringen möchte, gibt hinter »-a« eine Batchdatei mit mehreren URLs an.
Immer wieder benötigte Parameter sind gut in der Datei »~/.config/youtube-dl/config« aufgehoben. Der Aufruf »./youtube-dl –help« gibt eine Liste aller bekannten Optionen aus. Ein Blick auf die Dokumentation im Github-Repository, die dort gelisteten FAQs, Tipps und Tricks empfiehlt sich zusätzlich.
Onlinevideos per Kommandozeile zu archivieren ist mit Youtube-dl ein Kinderspiel. Das Tool ist flexibel und leicht zu bedienen.
Inadyn 1.99.13
Kompakter Dyn-DNS-Client
Quelle: http://troglobit.com/inadyn.html
Lizenz: GPLv2
Alternativen: Ddclient
Für den Fernzugriff auf den Rechner zu Hause benötigen Anwender eine statische IP-Adresse von ihrem Provider oder den Dynamic Domain Name Service. Das Tool Inadyn versteht sich als Schnittstelle zwischen Betriebssystem und Dyn-DNS-Anbieter. Der Client kommt laut Entwickleraussagen besonders in Embedded-Geräten wie Routern zum Einsatz und unterstützt von Haus aus über 20 externe Dienste. Mit einigen davon, etwa Dyn DNS, Free DNS, Loopia oder Nsupdate.info, kommuniziert er sogar verschlüsselt via HTTPS. SSL-Zertifikate prüft Inadyn allerdings nicht.
Die eigene Adresse ermittelt das Tool mit Hilfe von »checkip.dyndns.org« . Es nimmt mit der Seite Verbindung auf und analysiert die Antwortdatei. Anwender steuern Inadyn wahlweise über die Shell mit Aufrufparametern oder über die Konfigurationsdatei »/etc/inadyn.conf« . Die enthält neben globalen Einstellungen wie Cacheverzeichnis, Log- oder PID-Datei die Zugangsdaten zu einem oder mehreren Dyn-DNS-Providern.
Um einen Service einzurichten, den Inadyn nativ nicht unterstützt, können Anwender zum Generic-DDNS-Plugin greifen. In der Konfigurationsdatei müssen dann neben den Zugangsdaten weitere Angaben wie etwa der Servername und die URL stehen. Ist die Einrichtung abgeschlossen, starten Nutzer das Tool über den Befehl »inadyn« .
Inadyn ist ein zuverlässiger Dyn-DNS-Client mit SSL-Unterstützung. Abzüge gibt es lediglich wegen der Manpage, die zwar Beispiele, aber wenig Erklärungen liefert. Ein Blick auf das Github-Repository ist angeraten, da die Webseite veraltet ist.
My Password 2.95
Java-Passwortmanager
Quelle: http://sourceforge.net/projects/mypasswords7
Lizenz: LGPLv2
Alternativen: Keepass, Passwort Gorilla
Eine Gedächtnisstütze für alle Nutzer, die täglich mit zahlreichen Kennwörtern jonglieren, offeriert My Password. Als Java-Programm läuft das Tool auf allen gängigen Plattformen. Nach dem Entpacken des Archivs starten Nutzer es über »./MyPasswords.sh« und schließen den Passwortsafe über das Standardkennwort »12345678« auf, das sie danach umgehend ändern sollten.
Der Dialog »New Password« nimmt neue Kennwörter auf. Zu jedem Eintrag gehört ein eindeutiger Titel, eine aussagekräftige Beschreibung, ein Benutzername sowie das Passwort. In der Voreinstellung erscheinen beim Tippen Sternchen. Ein Klick auf das Symbol mit dem Auge macht das Kennwort sichtbar. Eine Ampel mit farbigen Sternchen zeigt die Stärke an. Jedes Kennwort muss mindestens acht Stellen lang sein. Optional hinterlegen Anwender zu einem Eintrag Schlüsselbegriffe. Diese Tags bieten schnellen Zugriff auf die Daten; eine Suchfunktion fahndet nach Titeln oder Schlüsselbegriffen.
Mangelnde Kreativität beim Erfinden neuer Kennwörter ist ebenfalls kein Problem – der eingebaute Passwortgenerator hilft. My Password verschlüsselt auch Textpassagen oder ganze Dateien und verwendet dazu den AES-Algorithmus. Zum Austauschen zwischen mehreren Rechnern exportiert My Password seine Daten im XML-Format und schützt diese mit einem eigenen Kennwort.
My Password kommt mit einer etwas altbackenen Oberfläche, an der Funktionalität gibt es aber fast nichts auszusetzen. Lediglich an Konfigurationsoptionen mangelt es dem Tool. Eine Möglichkeit, das Zeitintervall für die eigene Inaktivität anzupassen, wäre schön.
Psad 2.2.5
Verdächtigen Netzwerkverkehr aufspüren
Quelle: https://cipherdyne.org/psad
Lizenz: GPLv2
Alternativen: Portsentry, Snort
Der Port Scan Attack Detector, kurz Psad, beobachtet IPtables-Protokolle und schlägt bei Portscans und Einbruchsversuchen Alarm per Mail. Er versendet aussagekräftige Nachrichten an den Systemverwalter, die Informationen zur Quelle, zum Ziel, zum gescannten Bereich, Timestamps, TCP-Flags und Nmap-Optionen enthalten. Alternativ blockiert Psad Adressen mit einer neuen IPtables-Regel. Das Tool unterstützt sowohl die IPv4- als auch die IPv6-Variante von IPtables und benötigt einen MTA, um Nachrichten zu verschicken. Außerdem muss das IPtables-Logging aktiviert sein.
Um Angriffsversuche zu erkennen, greift Psad unter anderem auf Snort-Prüfregeln zurück, von denen 51 im Quelltextarchiv enthalten sind. In der Einrichtungsdatei »/etc/psad/psad.conf« legen Admins Schwellenwerte fest, die bestimmen, ab wann eine externe IP-Adresse als Bedrohung gilt. Psad unterscheidet zwischen der Anzahl der Scanversuche und der Spanne der gescannten Ports. Ist die Grenze überschritten, ordnet das Tool der Adresse eine Gefahrenstufe zu.
Darauf basierend definieren Admins die weiteren Aktionen, zum Beispiel das Blockieren von externen IPs. In der Voreinstellung richtet Psad eine Regel ein, die eine Adresse für eine Stunde sperrt; die als besonders kritisch eingestuften IP-Adressen blockiert es dauerhaft. Um eine solche Sperre aufzuheben, muss der Sysadmin selbst Hand anlegen.
Psad erledigt seine Aufgaben zuverlässig und hilft dabei, die Sicherheit eines Systems zu verbessern. Es gibt zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten, bei denen die gut dokumentierte Beispielkonfiguration und die Anleitung der Webseite helfen. (U. Vollbracht/hej)












