Rspamd sagt den Werbemails den Kampf an. Das Tool nutzt dazu verschiedene Filterfunktionen. Mit dem Sender Policy Framework testet es beispielsweise, ob der Absender berechtigt war, die Nachricht zu versenden. Weiterhin setzt Rspamd auf das Identifikationsprotokoll Domain Keys, um die Kryptosignatur der Mails zu untersuchen. Last but not least greift das Tool auf öffentliche DNS- und URL-Blacklists zurück.
Rspamd stellt nach dem Start auf dem lokalen Interface über Port 11334 eine Webschnittstelle bereit, über die Nutzer das System konfigurieren und steuern. Sie definieren eigene Filter mit regulären Ausdrücken, erfragen den aktuellen Status und füttern das Tool zum Lernen mit Spam. Laut Aussage der Entwickler ist das in C implementierte Programm performant und kooperiert gut mit MTAs wie Postfix, Exim und Sendmail.
Wer den Funktionsumfang von Rspamd erweitern möchte, der kann eigene Erweiterungen in C, Perl oder Lua entwickeln. Informationen dazu und eine Dokumentation des Lua-API finden Anwender auf der Projektseite.
Rspamd dämmt die Spamflut auf Mailservern deutlich ein. Die Webschnittstelle sorgt für Übersicht und hilft zusammen mit der Dokumentation dabei, eigene Checks einzurichten. Für das Feinjustieren der Filter ist allerdings eine gründliche Einarbeitung nötig.
PHP Sysinfo 3.2.0
Systeminformationen im Browser
Quelle: http://phpsysinfo.github.io/phpsysinfo
Lizenz: GPLv2
Alternativen: Sysinfolog, Linux-Dash
Wer im Browser statt per Kommandozeile den Status seines Linux-Servers kontrollieren möchte, der sollte sich PHP Sysinfo anschauen. Das Skript gibt Auskunft über den Hostnamen, die IP-Adresse, die Distribution, die Uptime, vorhandene Hardware, die Arbeitsspeicherbelegung, eingehängte Dateisysteme und den Netzwerkdurchsatz.
Optional zeigt das Tool weitere Informationen an, denn es ist mittels Plugins erweiterbar. Im Quellarchiv befinden sich solche, die den Batteriestatus, die Prozessliste oder den SMART-Status der Festplatten erfassen und darstellen. Das Archiv enthält mit »README_plugin« zudem eine Anleitung, um eigene Erweiterungen zu entwickeln.
Anwender entpacken das Archiv im Dokumentenverzeichnis ihres Webservers und passen die mitgelieferte Beispielkonfiguration »phpsysinfo.ini« an. Da das Tool seine Informationen unter anderem aus dem »/proc« -Verzeichnis bezieht, müssen Admins in der Datei »php.ini« den Parameter »safe_mode« deaktivieren – ein kleiner Wermutstropfen in puncto Sicherheit.
Mit PHP Sysinfo erhalten die Anwender per Webbrowser Auskunft über den Zustand ihrer Server. Da das Skript keine Zugangskontrolle besitzt, müssen Admins allerdings die Seiten selbst absichern.
Ur Backup 1.4.7
Client/Server-Backuplösung
Quelle: http://www.urbackup.org
Lizenz: GPLv3
Alternativen: Storebackup, Bareos
Ur Backup sichert ganze Images oder einzelne Dateien als vollständige oder inkrementelle Backups. Der Server arbeitet unter Linux, Windows und Free BSD, die Clients unter Linux und Windows. Ein Client für OS X fehlt leider. Außerdem bieten die Entwickler eine Live-CD zum Download an, die Daten aus den Systemabbildern wiederherstellt. Einige Distributionen enthalten Pakete für die Software. Eine Anleitung zum Installieren aus den Quellen bietet die Webseite.
Ur Backup bringt ein eigenes Initskript mit, das den Daemon beim Booten auf den Plan ruft. Zum manuellen Starten empfehlen die Entwickler das Wrapperskript »start_urbackup_server« . Danach erscheint über Port 55414 eine Weboberfläche, in der Administratoren die Aktivitäten des Servers überwachen und konfigurieren. So legen sie etwa das Backupverzeichnis, die Anzahl der parallelen Sicherungen, die Aufrufintervalle und eine Mailadresse für Benachrichtigungen fest. Außerdem bestimmen sie, wie viele inkrementelle und volle Backups die Software anlegen soll.
Die Installation geht leicht von der Hand. Bis der Admin jedoch ein tragfähiges Sicherungskonzept konfiguriert hat, vergeht etwas Zeit. Die Dokumentation und die Webschnittstelle unterstützen ihn dabei.
Alaya 1.5
Kleiner Webserver mit Webdav
Quelle: http://www.cjpaget.co.uk/Code/Alaya
Lizenz: GPLv3
Alternativen: Darkhttp, Lighttpd
Mit Alaya spendieren Systemverwalter anderen Benutzern ohne großen Aufwand einen Webdav-Zugang zu ihren Homeverzeichnissen. Der kompakte Webserver ist in wenigen Schritten eingerichtet, läuft in einer Chroot-Umgebung und benötigt keine erweiterten Zugriffsrechte. Er kann dank des CGI-Supports auch mit dynamischen Inhalten umgehen. Zur Authentifizierung bringt Alaya eine eigene Passwortverwaltung mit, arbeitet aber auch mit Passwd oder PAM zusammen. Nach dem Anmelden landet der Nutzer direkt in seinem Homeverzeichnis.
Die Konfiguration ihres Webservers halten die Entwickler so einfach wie möglich. Alle Parameter finden sich in der Einrichtungsdatei »/etc/alaya.conf« , die gut kommentiert ist. Systemverwalter legen hier unter anderem die Authentifizierungsmethode fest und tragen einen Schlüssel für den HTTPS-Zugang ein. Optional komprimiert Alaya Inhalte mit Gzip und speichert häufig angefragte Daten im Cache. Selbst eine rudimentäre Proxy-Funktionalität haben die Macher implementiert.
Sehr praktisch sind die so genannten Events, über die der Server bei bestimmten Clientadressen, Header-Einträgen oder HTTP-Verbindungsmethoden eine vom Admin festgelegte Reaktion zeigt. Informationen und Anwendungsbeispiele dazu bietet die Readme-Datei.
Alaya ist ein handlicher Webserver und in wenigen Minuten einsatzbereit. Bei der Webdav-Unterstützung machen allerdings einige Windows- und Mac-Clients noch kleinere Probleme, wie in der Datei »CLIENTPROGRAMS« beschrieben ist.
Htmlawed 1.1.19
HTML-Code prüfen und bereinigen
Quelle: http://www.bioinformatics.org/phplabware/internal_utilities/htmLawed
Lizenz: LGPLv3, GPLv2
Alternativen: HTML Tidy
Das PHP-Skript bereinigt HTML- und XHTML-Dateien, kontrolliert enthaltene Tags, neutralisiert Schadcode und schränkt die erlaubten Tags ein. Htmlawed eignet sich daher prima dazu, um automatisch Kommentare in Blogeinträgen vor dem Veröffentlichen zu bearbeiten, bestimmte Textpassagen aus Webseiten zu entfernen oder RSS/Atom-Newsfeeds zu standardisieren. Anwender können das Skript in ihren eigenen Code integrieren und damit Eingaben filtern. Ein Textblock darf dabei maximal 8000 Zeichen enthalten.
Htmlawed entfernt ungültige Attribute, neutralisiert nicht valide Zeichen, konvertiert Elementnamen in Kleinbuchstaben und löscht nicht Erlaubtes. Außerdem erweitert das Tool »img« -Tags um fehlende Alt-Attribute. Die im Archiv mitgelieferte Textdatei enthält zahlreiche Beispiele, die zeigen, wie Benutzer das Skript in der eigenen Umgebung einsetzen können. Empfehlenswert ist darüber hinaus die ausführliche Dokumentation auf der Projektwebseite.
Wer unverbindlich die Fähigkeiten des Tools testen möchte, ruft im Browser die Datei »htmLawedTest.php« auf. Benutzer tippen oder kopieren ihren HTML-Code ins Eingabefeld und experimentieren dann in den Settings bequem mit den Einstellungen.
Das Htmlawed-Skript ist ein praktischer Helfer, um automatisch HTML-Code zu prüfen und zu bereinigen. Da die stabile Version bisher noch kein HTML 5 unterstützt, vergeben die Tester derzeit nur zwei Punkte. Das vermisste Feature steht jedoch bereits in den Startlöchern, wie die aktuelle Beta 1.2.beta.7 beweist.
Your Dashboard 0.2
Monitoring-Dashboard zusammenstellen
Quelle: http://yourdashboard.org
Lizenz: GPLv3
Alternativen: Linux-Dash
Mit dem PHP-Framework Your Dashboard stellen sich Nutzer ihre eigene Instrumententafel für den Browser zusammen, was gerade bei umfangreichen Monitoringlösungen für mehr Übersicht sorgt. Derzeit existieren zwei Dashlets für das Netzwerkmanagement-System Open NMS, eins für das Ticketsystem OTRS und eine Zeitanzeige.
Zur Installation folgen Admins der Anleitung von der Projektseite, entpacken das Archiv ins Verzeichnis »/opt« und verlinken das Unterverzeichnis »web« ins Dokumentenverzeichnis ihres Webservers. Darüber hinaus enthält das Archiv die beiden Ordner »etc« und »core« . Im letzteren befindet sich außer dem Programmcode des Dashboards selbst auch noch der Quelltext für die einzelnen Dashlets. Sie sammeln Daten aus den entsprechenden Quellen ein, und Your Dashboard bereitet sie in der Weboberfläche grafisch auf.
Die Einrichtung der Webschnittstelle erfolgt über XML-Dateien aus dem »etc« -Verzeichnis. Anwender definieren hier die Dashboards und die angezeigten Dashlets. Damit diese immer topaktuelle Daten präsentieren, aktualisiert eine Ajax-Routine sie regelmäßig. Eine Benutzerverwaltung fehlt und Admins sichern ihren Webserver selbst ab. Hilfestellung dazu bietet das Wiki.
Die Idee eines unabhängigen Dashboards, das externe Datenquellen anzapft, gefällt. Das noch recht junge Projekt enthält momentan allerdings nur fünf Dashlets. Eine Anleitung zum Entwickeln eigener finden Anwender im Wiki. Es lohnt sich, Your Dashboard im Auge zu behalten – in der Hoffnung, dass kommende Versionen weitere Dashlets mitbringen.












