Im südmährischen Verwaltungssitz – dem tschechischen Brno – betreibt Red Hat ein Entwicklungsbüro. Anfang Februar trafen sich hier 1200 Entwickler zu einer großen Red-Hat-Konferenz. Drei Tage stand Brünns altehrwürdige Universität ganz im Zeichen der Container-Lösung Docker.
“Alle Produkte werden Docker integrieren”, verkündete Tim Burke, bei Red Hat Vizepräsident “Cloud & Operating System Infrastructure”, in seiner Keynote auf der diesjährigen Ausgabe der Devconf (Abbildung 1, [1]). Sein Vortrag stand unter dem Motto “Die Zukunft von Red Hat”, beschrieb aber eher den aktuellen Stand der Dinge beim größten Linux-Unternehmen der Welt.
Auch in der zweiten Keynote ging es um Docker: “Java, Cloud, Leadership” lautete der Titel des Vortrags von Red Hats Jboss-Entwicklungsleiter Mark Little, Untertitel: “Container und die Cloud – Oh mein Gott!” Microservices mit Kubernetes – diese Schlagworte seien der nächste Meilenstein, so die Red-Hat-Chefs.
Der Begriff beschreibt Software-Appliances, die unabhängige Dienste zur Verfügung stellen können – im weitesten Sinne eben Container, aber gleich mit automatisiertem Deployment und “intelligenten Endpoints”. Genau das will Google mit seinem Docker- und Core-OS-basierten Kubernetes-Projekt [2] realisieren, das Red Hat jetzt in seine Produktfamilie einbaut. “Kubernetes ist pure Magie – alles ist möglich”, jubelte Little.
In den Jboss-Produkten stünden jetzt mehrere spannende Entwicklungen an, vor allem Devops und ähnliche Strategien müssten verschwinden. Aber immerhin: Open Source liegt (wieder einmal) vorne und “es bereitete noch nie so viel Spaß, ein Java-Developer zu sein”, meint zumindest Little.
Do not contain
Docker blieb das dominierende Thema der Devconf: Auch Red Hats Sicherheitsexperte Dan Walsh bringt das Problem auf einen einfachen Nenner: “Containers do not contain” – ein Wortspiel, das sinngemäß wohl “Container behalten nichts für sich” bedeutet. Doch wie der Security-Experte erklärte, spiele das eh keine Rolle, denn: “Warum sollte uns das kümmern?” Seiner Meinung nach eher weniger, ein Container sei eben wie ein klassischer Service zu behandeln.
Viele Präsentationen machten den Besuch lohnend: Joe “Zoncker” Brockmeyer stellte die Neuerungen in Fedoras Cloudprojekt Atomic vor, das neuerdings auch Docker, Kubernetes, Flannel und andere Technologien vereint. Für die Fedora-Version 22 plane man gar mit Vagrant, einem Bare-Metal-Installer, Live-OS für PXE-Maschinen sowie Rocket – und die Entwickler wollen die Größe weiter reduzieren und weiter verbessern.
Open Stack Sahara soll Hadoop 2 als Data-Processing-Dienst tiefer in Open Stack integrieren, aber auch die vielen Neuerungen in Fedora 21 rund um Cockpit, Dev Assistant, Open Shift, Ansible, Open LMI und Project Atomic verdienten genauere Beobachtung.
Auch hier zeigt sich, wie stark Red Hat – auf “vielfachen Wunsch aus der Industrie” – jetzt Docker einbindet. Open Shift 3 setzt dann eine Build-, Deployment-, Image-, Secret- und Sourcecode-Verwaltung drauf.
Infos
- Devconf: http://www.devconf.cz
- Kubernetes: http://www.kubernetes.io








