
Abbildung 1: Schon im vorigen Jahr gut besucht war das Live-Hacking mit Stefan Tomanek vom Institut für Internetsicherheit.
Wie schon in den vergangenen Jahren ist die Halle 6 der zentrale Anlaufpunkt für alle Linux- und Open Source-Interessierten. Ein Forum bietet hier zusätzlich interessante Vorträge.
In Halle 6 stößt der Messebesucher auch in diesem Jahr wieder auf das Open Source Forum als Mittelpunkt der Sonderausstellung Open Source auf der Cebit. Hier werden an jedem Messetag von früh bis abends hochkarätige Vorträge namhafter Referenten geboten, insgesamt über 60 Präsentationen.
Vortragsprogramm
Dazu gehört der tägliche Talk des Open-Source-Urgesteins Jon “Maddog” Hall genauso wie die ebenfalls tägliche Vorstellung der neuesten und exklusiv für das Linux-Magazin entwickelten Knoppix-Version durch ihren Schöpfer Klaus Knopper. Außerdem bietet, wie auch schon im Jahr zuvor, der Sicherheitsexperte Stefan Tomanek (Abbildung 1) vom Institut für Internetsicherheit seine Live-Hacking-Demonstration (am Montag, Mittwoch und am Donnerstag).
Experten weithin bekannter, auf Open-Source-Lösungen spezialisierter Systemhäuser wie Netways, B1 Systems oder der Science + computing AG berichten in Vorträgen aus ihrer Praxis. Linux-Magazin-Autoren wie Schlomo Schapiro, Udo Seidel oder Oli Sennhauser sprechen über ihr jeweiliges Spezialgebiet. Das Themenspektrum reicht dabei vom Monitoring mit Icinga 2 über das Patchen des Kernels im laufenden Betrieb bis zum Raspberry-Pi-Ökosystem oder Datenbank-Tuning für Entwickler.
Auch die großen Themen der aktuellen IT wie Cloud Computing, Big Data, Security oder Automatisierung kommen nicht zu kurz. Eine kontroverse Podiumsdiskussion am Mittwochnachmittag über die Rückmigration zu Windows in Behörden rundet das Angebot ab.
In direkter Nähe des Forums können sich die Besucher im Open Source Park, einer Gemeinschaftsausstellung, viele Projekte live vorführen lassen, die auch Gegenstand von Vorträgen waren. Zu den Ausstellern zählen Maria DB, Agorum als Hersteller des gleichnamigen Dokumentenmanagement-Systems, der Servicemanagement-Spezialist Cape IT oder Open ERP. Platin-Sponsor des Cebit Open Source Forums 2015 ist die Tuxedo Computers GmbH, ein führender Anbieter von Linux-optimierter PC-Hardware in Deutschland.
Cloud Computing
Natürlich wird der Besucher auch außerhalb der Halle 6 auf freie Software treffen. Als eines der derzeit meistdiskutierten Open-Source-Projekte wird beispielsweise die Cloudlösung Open Stack in der einen oder anderen Form an den Ständen ihrer zahlreichen Unterstützer präsent sein. Erkundigen kann man sich nach einschlägigen Projekten etwa bei Schwergewichten wie VMware (Halle 2, A44), HP (Halle 5, A36), IBM (Halle 2, A10) oder Cisco (bei IBM zu Gast). Aber auch die großen Linux-Distributoren sind mit Open Stack am Start: Red Hat in Halle 6, H16, sowie Suse bei Fujitsu in Halle 7, A28.
Daneben zeigen auch kleinere Anbieter Produkte, die in Beziehung zu der freien Cloudlösung stehen. Darunter der Storagehersteller Eurostor (Halle 2, D52), der mit den neuen ES-5000-Produkten eine Serie von Object-Storage-Appliances herausgebracht hat, die den S3-Standard für Clouds unterstützen. Auch die Open-Stack-Release Icehouse wird von den Appliances supportet, darüber hinaus sind sie Hadoop-ready. ES-5000 Hyperstore Appliances werden mit Kapazitäten bis 288 TByte ausgeliefert (Abbildung 2).
Moderne Rechenzentren
Im Sektor Rechenzentrums-Automatisierung und Konfigurationsmanagement offeriert ATIX (Halle 6, H16), ein führendes Linux- und Open-Source-Unternehmen, seine Lösungen auf der Grundlage eines Standard Operating Environment (SOE). Durch die Standardisierung wird ein höheres Maß an Automatisierung vor allem von Routine-Aufgaben möglich.
Atix zeigt auf der Messe seinen SOE Manager, der Server-Management-Funktionen der nächsten Generation bereitstellt. Er automatisiert Linux-Server-Bereitstellung, Software-Updates und Konfigurationsmanagement. Er enthält Release- und Patch-Management und lässt sich leicht in ein Continous Testing und Continous Delivery Framework einbinden.
Ein weiterer Anbieter von Open Source-Servicemanagement-Lösungen ist die Itomig GmbH (Halle 6, H16). Sie zeigt auf der Cebit Itop, ein nach ITIL-Best- Practices aufgebautes, hoch flexibles Open-Source-Ticketsystem mit integrierter CMDB und Self-Service-Portal für Anwender. Seine Alleinstellungsmerkmale sind:
- Web-basiertes System mit modernem GUI
- Upgrade-sicheres Customizing ohne Programmierung
- Hoch skalierbar, geeignet für KMU, aber auch für hohe Daten- und Ticketvolumina
Auch Würth Phoenix (Halle 6, H16) zeigt seine IT-Service-Managementsuite Erizone. Die auf dem bekannten Open-Source-Tool OTRS basierende Lösung unterstützt Unternehmen bei der Entwicklung und Verwaltung der Serviceprozesse im IT-Service-Management. Alle Prozesse entsprechen einem ITIL-konformen Standard, um die interne wie externe Kommunikation der Supportmitarbeiter effektiver zu gestalten. Umfassende Erweiterungen gegenüber OTRS in den Bereichen Access Management, Service Operation und Service Desk bilden den Kern dieser Lösung.
Daneben präsentiert Würth Phoenix auch das eigene Monitoringsystem Neteye in der neuen Version 3.5. Darin enthalten sind neben umfassenden Userinterface-Verbesserungen auch innovative Ansätze im Bereich Service-Level-Monitoring – eine der zentralen Herausforderungen im Cloud-Zeitalter. SLA-Reports können nun mit wenigen Klicks direkt von der neuen, intuitiven Benutzeroberfläche aus erstellt werden.
Treffpunkt für Diskussionen
Apropos Monitoring: Auch das Icinga Team ist auf der Cebit vertreten und präsentiert die letzten Neuheiten rund um Icinga 2 und Icinga Web 2, und zwar in Halle 6, Stand H16 (Abbildung 3). Und apropos Software-Entwicklung: Erstmals wird es auf der Cebit einen neuen Treffpunkt und Marktplatz für Software-Entwickler geben. Anlaufpunkt ist in diesem Fall die Halle 11.
Ebenfalls in Halle 6 wird die Open Source Business Alliance (OSBA) mit einem eigenen Stand vertreten sein. Auf der Messe will sie sich als zentraler Ansprechpartner in Bezug auf Open-Source-Software im Business- und Behördeneinsatz vorstellen. Erstmals offeriert die OSBA ein Portal im Open Source Park, an dem Fragen diskutiert werden können, etwa: Wo entstehen tiefgreifende Abhängigkeiten durch die Cloudinfrastrukturen großer Konzerne? Wie entsteht Vertrauen in Big Data? Wie profitieren Wirtschaft und Gesellschaft von Open Source?







