
Abbildung 1: Die Preisträger in Reih und Glied auf der Cebit 2012: (von links): Florian Effenberger (Libre Office), Andreas Kretschmer (PostgreSQL Europe), Christine Hupe (Google), Julia Oppel und Soung-min Choi (Samsung) sowie Thorsten Behrens (Libre Office).
Vom “Hottest Linux Device” über das innovativste Open-Source-Projekt bis zur besten Interoperabilitätslösung – die Linux New Media AG prämiert bei der Cebit mit ihren Awards Leistungen rund um Linux und freie Software. Die meisten Trophäen sahnten diesmal Android und Libre Office ab.

Abbildung 1: Die Preisträger in Reih und Glied auf der Cebit 2012: (von links): Florian Effenberger (Libre Office), Andreas Kretschmer (PostgreSQL Europe), Christine Hupe (Google), Julia Oppel und Soung-min Choi (Samsung) sowie Thorsten Behrens (Libre Office).
Bei der Verleihung im Open-Source-Forum der Cebit haben das Projekt Libre Office, Samsung und Googles Betriebssystem Android jeweils zwei der insgesamt sieben Preise (Abbildung 1) gewonnen. Zuvor hatte eine Jury, bestehend aus den Magazin-Redaktionen sowie rund 300 Personen aus der internationalen OS-Community, ihr Votum abgegeben.
Dass die Open-Source-Szene sich bei der Cebit inzwischen zahlreich auf einer veritablen Fläche in Halle 2 immer breiter macht, haben auch die Juroren zu spüren bekommen. Im Rennen um den Preis für das innovativste Open-Source-Projekt beispielsweise traten dieses Jahr fast 40 Bewerber an.
Die meisten Stimmen entfielen schließlich auf Android, Googles Mobil-Betriebssystem. Es habe Linux einen enormen Verbreitungsschub beschert, betonte der Knoppix-Erfinder Klaus Knopper in seiner Laudatio und überreichte den Award an Googles Produkt-Marketing-Managerin Christine Hupe. In ihrer Ansprache bedankte sie sich bei der großen Gemeinde der App-Entwickler, die Software für die Plattform bereitstellen.
Christine Hupe kam noch ein zweites Mal auf die Bühne, als Android auch den Preis für herausragende Verdienste um Linux und freie Software erhielt. Diesen überreichte der langjährige Linux-Advokat und Exekutive Director von Linux International Jon “Maddog” Hall. Der US-Amerikaner hob in seiner Würdigung hervor, dass Android den Verbrauchern die Wahl zwischen verschiedenen Geräten und Anbietern ermögliche.
Heiße Ware
Im Zusammenhang mit Android steht auch das “Hottest Linux Device 2012”: Das Smartphone Galaxy Nexus von Samsung konnte sich gegen Geräte wie Amazons Kindle sowie die große Vielfalt weiterer Android-Telefone durchsetzen. In seiner Laudatio bekannte Marcel Hilzinger, Chefredakteur der Zeitschrift “Android User”, auch sein persönlicher Favorit sei das Galaxy Nexus. Das koreanische Unternehmen Samsung erhielt zudem den Preis als Android-freundlichster Hardwarehersteller.
Als weiterer Hauptgewinner erwies sich die freie Büro-Suite Libre Office. Das Ende 2010 von Open Office abgespaltete Projekt hat es bereits geschafft, sich als Quasi-Standard auf dem freien Desktop zu etablieren, Libre Office läuft aber auch unter Windows und Mac OS X. Die Office-Suite hat Konkurrenten wie Samba und Wine als beste Interoperabilitätslösung auf die Plätze verwiesen.
In seiner Vorrede betonte der Linux-Consultant Thomas Uhl die Bedeutung dieser Kategorie: Jeder Anwender verfasse Text- und Office-Dokumente und sei notgedrungen auf Interoperabilität angewiesen. Den Preis nahm Thorsten Behrens von der hinter dem Projekt stehenden Stiftung Document Foundation entgegen. Er widmete den Preis allen Mitwirkenden aus der Community. Thomas Uhl zeigte sich bereits neugierig auf die Web- und Mobilversionen der Büro-Suite.
Auch die Herzen der Anwender hat das freie Büroprogramm offenbar gewonnen: Es erhielt den Preis für die beste Desktop-Anwendung. Für diesen Publikumspreis sind die Leser aufgerufen, Vorschläge zu machen und anschließend abzustimmen. Zudem hat die Linux New Media AG einen Preis für die beste Open-Source-Datenbank ausgelobt: Mit deutlichem Abstand gewann PostgreSQL. Der Sieger vereinte eineinhalbmal so viele Stimmen auf sich wie der Zweite.





