Aus Linux-Magazin 06/2011

Radio Tux feiert zehnjähriges Jubiläum

Als vor zehn Jahren zwei Science-Fiction-Fans mit Hang zu Linux ihr eigenes Internetradio gründeten, wählten sie ausgerechnet den 1. April für die erste Sendung. Was viele für einen Scherz hielten, ist mit Höhen und Tiefen inzwischen eine feste Instanz im Open-Source-Kosmos: Radio Tux.

Steffen Zörnig und Ingo Ebel heißen die Gründerväter, die sich nach dem Start vor zehn Jahren einem damals nicht ungewöhnlichen Problem stellen mussten: Bandbreite. Der Traffic, den die über 3000 Hörer verursachten, konnte der Radio-Tux-Server nicht stemmen. Dass auch der redaktionelle Aufwand für ein Duo belastend ist, spürten die beiden ebenfalls und taten sich für die nun 14-tägig angebotenen Sendungen mit Maurice Renck zusammen, der die Website Linux4us.de mitbrachte. Neben dem Radioprogramm gab es nun eine Website, es folgte ein Printmagazin, das die Radio-Tuxer 2002 aber einstampften.

Wellenbewegungen

Maurice Renck lotste dann als Chefredakteur die Linux4us/Radio-Tux-Kombination durch schwierige Zeiten. Konzentration auf das Radioprogramm lautetet die Devise, und die Sendungen erschienen jetzt im Monatsrhythmus. Ende 2004 kam es zur Auflösung der Fusion mit Linux4us. Renck wandte sich anderen Aufgaben zu und Ingo Ebel übernahm das Ruder.

Dass das Projekt in Folge von Mitarbeiterfluktuation unter chronischem Personalmangel litt, mit Qualitätsproblemen kämpfte und es trotzdem schaffte, Interviews mit Richard Stallman und Mark Shuttleworth zu produzieren, zeugt vom Durchhaltevermögen der Radiomacher. Bis 2006 dauerte die Dürreperiode.

Format beweisen

Dann richtete das Projekt wieder eine Mailingliste ein, es meldeten sich Mitstreiter und Tobias Luther übernahm die Chefredaktion, Ingo Ebel und Mario Schroeder teilten sich die Gesamtleitung. Mit dem von Ingo Ebel beim Hochschulradio Stuttgart (HoRadS) produzierten wöchentlichen Format “RadioTux@HoRadS” nahm die Produktion Fahrt auf. Interviews und News aus der Open-Source-Welt landen im “Ether Radio”. Erst im Jahr 2010 weicht die “HoRadS”-Sendung dem neuen Talk-Format.

Kurz vor dem zehnjährigen Jubiläum verzeichnet Radio Tux einen Mitgliederzulauf, schafft mit Mauspet und PPP (Playing Pinguin Podcast) neue Formate und besucht so viele Linux-Events wie nie zuvor. Der Sendeplan [1] umfasst zudem die Weekly News, die themenbezogene Gesprächsrunde Binärgewitter und das Radio Tux Magazin.

Geburtstagsfeier

Mit einem 20-köpfigen Team um Redaktionsleiter Tobias Scholze und der Seele von Radio Tux – Ingo Ebel – gehen die Radiomacher [2] jetzt ins zehnte Jahr. Henrik Heigl, Moderator, Interviewer und für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, weist auf das professionell eingerichtete mobile Sendestudio hin, das – ausgerüstet mit freier Software – für Events und Veranstaltungen anfragbar ist.

Radioschnipsel

Auf der Delug-DVD finden sich einige Radiobeiträge von Radio Tux, darunter die erste Sendung, ein Interview mit Mark Shuttleworth und eins mit Jon Maddog Hall.

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