Aus Linux-Magazin 05/2011

Automatisierter Labeldruck in Open Office dank Perl-Skript (Seite 4)

Ob die Etiketten im Papiereinzug nach oben oder unten zeigen müssen, damit der Drucker sie richtig bedruckt, und in welcher Richtung der Drucker das Blatt einziehen muss, lässt sich am besten herausfinden, indem man ein Blatt Papier im Einzug an einer Ecke mit Bleistift markiert, die Lage der Markierung auf einem Testdruck (Abbildung 7) begutachtet und im Kopf komplizierte raumgeometrische Transformationen anstellt.

Abbildung 7: Nach dem Skriptlauf enthält die Open-Office-Datei »ready.odt« alle eingefügten Adressen.

Abbildung 7: Nach dem Skriptlauf enthält die Open-Office-Datei »ready.odt« alle eingefügten Adressen.

Für die Installation sind die drei Module OpenOffice::OODoc, Sysadm::Install und Text::CSV_XS notwendig. Das letztgenannte ist eine geschwindigkeitsoptimierte Version des Oldtimers Text::CSV. Eine CPAN-Shell installiert diese Module, falls sie in der verwendeten Distribution nicht ohnehin schon verfügbar sind.

Anschließend öffnet der User die Applikation Open Office Writer und wählt im Etiketten-Dialog das von ihm verwendete Etikettenformat aus. Der in Zeile 11 von Listing 2 voreingestellte Wert von 30 Labels pro Zeile muss der Anwender noch an das verwendete Etikettenformat anpassen.

Fehlersuche

Falls etwas im Ergebnis nicht stimmt, dann hilft die Analyse der ODF-Datei mit dem oben schon beschriebenen »oo-dumper«, um eventuelle Abweichungen vom Format durch passende Xpath-Queries zu kompensieren. Nachdem der Anwender einige Testfelder ausgefüllt und als »template.odt« abgespeichert hat, sollte das Skript »label-writer« mit einer ordnungsgemäß in UTF-8 kodierten Adressdatei »address-book.csv« ohne Ausgabe durchlaufen und die Datei »read.odt« erzeugen, die der Printer zugeschickt bekommt.

Anwendungsmöglichkeiten

Ganz offensichtlich bieten sich noch weitere Anwendungsmöglichkeiten an: Kabelbeschriftungen wie im Rechenzentrum oder auch Gerätenummern fürs Assett-Management. Vielleicht setze ich mir ja auch mein Buchhalter-Käppi auf, streife die Ärmelschoner über und verpasse jedem Buch meiner Privatbibliothek ein Etikett, das festlegt, in welches Regal es gehört [5].

Infos

  1. Listings zu diesem Artikel: ftp://www.linux-magazin.de/pub/listings/magazin/2011/05/Perl
  2. Solveig Haugland, “A Simple Way to Do Labels in OpenOffice Writer”: http://openoffice.blogs.com/openoffice/2007/06/a-simple-way-to.html
  3. Michael Schilli, “Datenfischer”: Linux-Magazin 08/2005, S. 100, https://www.linux-magazin.de/HeftAbo/Ausgaben/2005/08/Datenfischer2
  4. Jean-Marie Gouarné, “The Perl OpenDocument Connector”: The Perl Review, tpr-200604-v3i1.pdf
  5. Michael Schilli, “Ab die Post!”: Linux-Magazin 10/2004, S. 132, https://www.linux-magazin.de/HeftAbo/Ausgaben/2004/10/Ab-die-Post
  6. Michael Schilli, “Kein Etikettenschwindel”:Linux-Magazin 08/10, S. 116, https://www.linux-magazin.de/HeftAbo/Ausgaben/2008/10/Kein-Etikettenschwindel

Der Autor

Michael Schilli arbeitet als Software-Engineer bei Yahoo in Sunnyvale, Kalifornien. Er hat die Bücher “Goto Perl 5” (auf Deutsch) und “Perl Power” (auf Englisch) für Addison-Wesley geschrieben und ist unter mailto:mschilli@perlmeister.com zu erreichen.

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