Aus Linux-Magazin 04/2011

Cebit 2011: Open Source in Halle 2

Das Linux-Magazin lädt ein zum Spaziergang über die Cebit 2011. Vor allem in Halle 2 werden Liebhaber freier Software fündig, mit Open Source Park, Vortragsforum, Firmen und freien Projekten.

Open Source Park und Forum haben ihren Platz in Halle 2 verteidigt, genauer gesagt: Der Block D44 bildet den Open Source Park, einen Gang weiter finden sich das Vortragsforum (F40) und die Open Source Project Lounge (F44). Das Forum lädt täglich zu abwechslungsreichen Vorträgen (Abbildung 1) mit prominenten Sprechern ein: Keynotes von Jon “Maddog” Hall und Klaus Knoppers Erklärungen und Tipps zu seiner brandneuen Live-Distribution Knoppix 6.5 – die Edition zur Cebit – zählen zu den Höhepunkten.

Der Linux-Magazin-Autor Charly Kühnast hat sich nicht weniger als eine kurze Geschichtsstunde über 4000 Jahre Kryptographie vorgenommen. Das Vortragsprogramm gibt es online zum Nachlesen [1]. Wer nicht in Hannover sein kann, schaut sich den Live-Stream [2] an oder später in die Archive des Linux-Magazins. Spannung herrscht im Forum am Donnerstag ab 17 Uhr bei der Verleihung der Linux New Media Awards in sieben Kategorien.

Freie Projekte

Etabliert hat sich auch die Aktion von Messe und Linux New Media (der Herausgeberin dieses Magazins): Sie bieten freien Projekten kostenlose Ausstellungsfläche an. In dieser Project Lounge warten 15 Projekte auf Besucher, um ihre Neuigkeiten zu zeigen oder Rede und Antwort zu ihrer Software zu stehen. Im Online-Special des Linux-Magazins [3] stellen sich die einzelnen Projekte vor.

Der größte Aussteller im Park ist die Mozilla Corporation (Stand 163), die den kurz vor der Marktreife stehenden Firefox  4 präsentiert. An Demopoints sollen die Besucher Videos im Browser und weitere HTML-5-Features ausprobieren, um sich von den Stärken des Webbrowsers zu überzeugen. Weitere Themen sind Firefox Mobile sowie das Open Web App Ecosystem. Der neue Mozilla-CEO Gary Kovacs hat zur Messe gerade die ersten hundert Tage seiner Amtszeit hinter sich. Auf der Cebit Global Conference (gesonderte Anmeldung erforderlich) wird er eine Keynote mit dem Titel “One World – One Web” halten.

Die UIB GmbH (Block D44, Stand 110) hat zur Cebit neue Erweiterungen für Opsi vorbereitet, ihr Client-Managementsystem für Windows. Dazu gehören die dynamische Zuweisung von Depots, Load Balancing, High Availability und Multiprozessor-Support sowie ein Kiosk-Modus, über den der Anwender selbst ausgewählte Anwendungen installieren kann. Daneben gibt es auch eine Schnittstelle zu OTRS::ITSM, die Inventardaten übernimmt. Die neue VPN-Unterstützung für Opsi soll auf der Messe in einer Betaversion zu sehen sein.

So genannte Themeninseln gibt es zu Eclipse, Office sowie zu freiem Wissen, bei dem das Linux Professional Institute zu finden ist. Rund um den Open Source Park haben sich weitere Firmen wie Heinlein Support, der Groupware-Hersteller Zarafa, Tarent und Sernet angesiedelt. Daran schließen sich die Präsentationen der Backup-Spezialisten SEP und Acronis an.

Das Projekt Apache Friends hat XAMPP, sein Komplettpaket aus Webserver, Datenbank und Skriptsprache, in einer aktualisierten Linux-Version herausgebracht. Zum ersten Mal veröffentlichen die Friends auch einen XAMPP für Solaris auf der Sparc-Plattform. Die Software-Ausstattung gleicht der unter Linux. Für die Cebit 2011 haben die Entwickler auch eine Version für x86-Solaris angekündigt. Bei der Mac- und Windows-Ausgabe des freien Softwarepakets bleibt in diesem Versionszyklus alles beim Alten.

Abbildung 2: Ausziehbar: Der Android-basierte Slider von Asus versteckt seine Tastatur diskret unter dem Display.

Abbildung 2: Ausziehbar: Der Android-basierte Slider von Asus versteckt seine Tastatur diskret unter dem Display.

Samba 4

Ebenfalls in Halle 2 ist der Stand D36 des Bremer Linux-Distributors Univention zu finden. Er zeigt nicht nur seinen hauseigenen Linux-Server mit Samba 4 als Domain Controller, sondern auch ein Management-Werkzeug für virtuelle Maschinen sowie eine herstellerunabhängige Thin-Client-Lösung. Am Cebit-Mittwoch widmet sich dort ein ganzer Thementag der IT in der Schule. Mit am Univention-Stand ist das Debian-Projekt, das die neue Release Squeeze zeigt. Weitere Partner sind Open-Xchange mit seinem Groupware-Server und der ITSM-Experte Cape IT.

Abbildung 3: Rückenansicht des 7-Zoll-Geräts Asus Memo.

Abbildung 3: Rückenansicht des 7-Zoll-Geräts Asus Memo.

Noch mehr Vorträge

Gemeinsam mit dem Schulungsanbieter Linuxhotel sponsert Univention auch dieses Jahr eine offene Vortragsbühne. Dort geht es unter anderem um ERP in Zeiten des Web 2.0, Cloud Computing mit Open Stack und Monitoring mit dem Open IT Cockpit. Das Vortragsprogramm ist im Web bei [http://www.univen- tion.de/univention/termine/cebit-2011/open-source-bueh- ne/] zu finden

Den Themen Virtualisierung und Storage widmet sich in Halle 2 (Stand A30) ein eigenes Forum mit Ausstellung, Referaten und Demos. Dort sind VMware, Citrix, Netapp, IBM, Microsoft und Hitachi vertreten.

Neben dem zentralen Open Source Park sind in Hannover weitere interessante Entwicklungen mit freier Software zu sehen. Das deutsch-türkische Sicherheitsunternehmen Kobil (Abbildung 4) stellt in Halle 11, Stand D63, die zweite Generation seines Onlinebanking-Sticks vor, der sich auf einen im Haus angepassten Firefox verlässt.

Abbildung 4: Salim Güler, Vice President für Corporate Communications bei Kobil, zeigt auf die Kartenhalterung im Onlinebanking-Stick.

Abbildung 4: Salim Güler, Vice President für Corporate Communications bei Kobil, zeigt auf die Kartenhalterung im Onlinebanking-Stick.

In der zweiten Generation bringt das 120-Mann-Unternehmen mit Sitz in Worms seinen Stick zur Cebit 2011 nun in einer integrierten Form heraus: Er enthält dann sowohl einen Steckplatz für die SIM-Karte als auch für einen Chip, der die Identität des rechtmäßigen Stickbenutzers bestätigt.

Tablets & Co.

Asus hat in Halle 17 zum Stand J06 vielseitige Tablet-Hardware mitgebracht, die dieses Jahr auf den deutschen Markt kommen soll. Die Android-Tablets rangieren zwischen 7 (Memo) und 10 Zoll (Slider, Transformer). Asus hat sprechende Namen für seine Tablets gewählt: Der Slider (Abbildung 2) verfügt über eine unter dem Bildschirm herausziehbare Tastatur, das Memo (Abbildung 3) erinnert an einen Notizblock und der Transformer spielt mal Tablet, mal Netbook. Im Doppelpack zusammen mit seiner Station soll der Transformer bis zu 16 Stunden Akku-Laufzeit bieten.

Ob Acer zur Cebit seine Tablets – die so genannten Iconia Slates – mitbringen kann, hängt von Google und der Release von Android 3.0 alias Honeycomb ab, das darauf laufen soll. Bei einer Cebit-Preview in München gab es aber zumindest das Iconia Slate A500 (A steht für Android) zu sehen. Die Slates sollen zwischen 7 und 10 Zoll rangieren. Geplant ist als Einstiegsgerät das A100 mit 7 Zoll Bildschirmdiagonale und dem Prozessor Nvidia Tegra 2. Acer öffnet am Dienstag einen Showroom im Convention Center.

In der Smartphone-Sektion erhält das seit Dezember 2010 erhältliche, Android-basierte Liquid im März einen kleineren Nachfolger: das Liquid Mini mit Android 2.2.

Infos

  1. Forumprogramm:https://www.linux-magazin.de/Events/CeBIT-Open-Source-Forum-2011
  2. Live-Stream der Vorträge: http://www.techcast.com/events/cebit11/
  3. Cebit Special: https://www.linux-magazin.de/Themengebiete/Special/Cebit-2011
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