Aus Linux-Magazin 04/2008

Paul Grahams neue Programmiersprache Arc

Abbildung 1: So kompakt lässt sich eine einfache Webanwendung in Arc, dem neuen Lisp-Dialekt von Paul Graham, beschreiben.

Der Lisp-Freak Paul Graham hat die erste Version seiner Sprache Arc veröffentlicht. Graham lobt vor allem die Kürze von Arc-Quelltext und hat einen Programmiersprachen-Wettbewerb gestartet.

Inhalt

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118 | Solaris-Portierungen

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Fallstricke klappt.

122 | Crosscompiling

Auf dem PC des Entwicklers kompiliert, auf dem Embedded-Gerät
ausgeführt: GCC macht’s möglich.

Programmiersprachen sind dazu da, Anwendungen zu schreiben. Je kürzer der Quelltext einer Anwendung ist, desto eher kann der Programmierer die Übersicht behalten. Diese Maximen steht hinter Paul Grahams neuer Programmiersprache Arc. Der Unternehmer und Lisp-Enthusiast [1] hat Ende Januar die erste öffentliche Arc-Version vorgestellt.

Sinnvolle Verschwendung

Die Release-Ankündigung bezeichnet Arc als einen neuen Lisp-Dialekt, der noch unfertig sei, aber bereits brauchbar. Derzeit kompiliert Arc-Quelltext nach Mz Scheme, ebenfalls zur Lisp-Familie gehörig, Da dürften viele ein reichlich ineffizientes Gebilde vermuten.

Doch hier kommt eine andere Graham-Maxime ins Spiel: “Ineffiziente Softare ist kein Problem. Problematisch sind dagegen Sprachen, die dem Programmierer unnötig viel Arbeit aufbürden. Es ist nicht schlimm, Rechenzeit zu verschwenden, aber es ist richtig widerlich, die Arbeitszeit von Programmierern zu vergeuden.” Daher möchte der Sprachschöpfer Arc an den Bedürfnissen der Praktiker orientieren. Er habe die Sprache bewusst “unbürokratisch” gestaltet, schreibt er. Sie sei so praktisch, dass er normale Programmierarbeiten bereits jetzt lieber in Arc erledige als in Common Lisp oder Scheme.

Vor allem soll die Sprache durch möglichst kurze Quelltext-Dateien und kleine Parse-Bäume glänzen. Das sei schließlich der Sinn einer Hochsprache, betont Paul Graham. Um seinen Worten auch praktische Relevanz zu verleihen, veranstaltet er im Arc-Forum [2] einen kleinen Programmierwettbewerb.

Gefragt ist ein Programm, das eine Webseite mit Eingabefeld und Submit-Button anzeigt. Nach dem Betätigen des Buttons landet der Anwender auf einer zweiten Seite, die lediglich einen Link mit der Beschriftung »click here« zeigt. Dieser Link führt zu einer dritten Seite, die »You said:« und den Inhalt des Eingabefelds ausgibt. Dabei darf die dritte Seite ausschließlich das zeigen, was der Benutzer in das erste Feld eingeben hat. Get-Parameter in der URL, die man fälschen könnte, sind verboten.

Die Herausforderung: Kürzer ist besser

Die wenigen Zeilen Arc-Code, die Graham für die ganze Anwendung benötigt, zeigt Abbildung 1. Die Arc-Challenge, die Herausforderung an Liebhaber anderer Programmiersprachen, besteht darin, ein noch kürzeres Programm mit der gleichen Funktionalität zu schreiben.

Eine Installationsanleitung findet sich auf der Arc-Homepage. Die Sprache benötigt derzeit zwar einen Scheme-Unterbau, doch die komplette Distribution von Arc 0 besteht aus einem Tar-Archiv mit nur rund einem Dutzend Dateien – auch hier gehört also Übersichtlichkeit zum Prinzip. Als Lizenz gilt die Artistic License 2.0 der Perl-Foundation.

Abbildung 1: So kompakt lässt sich eine einfache Webanwendung in Arc, dem neuen Lisp-Dialekt von Paul Graham, beschreiben.

Abbildung 1: So kompakt lässt sich eine einfache Webanwendung in Arc, dem neuen Lisp-Dialekt von Paul Graham, beschreiben.

Graham lädt Interessierte ein, Arc-Anwendungen zu schreiben und dem Projekt Feedback zu geben. Die Chance mitzugestalten steht gut, denn die junge Sprache ist noch in einem sehr formbaren Stadium. Als Einstieg gibt\’s eine Einführung in die Arc-Programmierung [3], die keine Lisp-Kenntnisse voraussetzt.

Abbildung 2: Paul Graham ist Programmierer, Maler sowie Autor und Unternehmer.

Abbildung 2: Paul Graham ist Programmierer, Maler sowie Autor und Unternehmer.

Infos

[1] Paul Graham: [http://www.paulgraham.com]

[2] Arc-Forum: [http://arclanguage.org/item?id=722]

[3] Arc-Tutorial: [http://ycombinator.com/arc/tut.txt]

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