Aus Linux-Magazin 06/2007

Drei freie Vektorgrafikprogramme im Test

© Sergey Ilin, Fotolia

Zeichnungen mit klar erkennbaren Linien, die sich in jeder Zoomstufe scharf darstellen lassen, sind die Domäne der vektorbasierten Zeichenprogramme. Diese Bitparade untersucht drei unter Linux verbreitete Anwendungen auf ihre Leistungsfähigkeit und ihr Zusammenspiel mit DTP-Programmen.

Der Neue ist da – der Senior-Systemadministrator möchte einem neuen Mitarbeiter die Struktur des Firmennetzes erläutern. Nichts eignet sich besser dafür als eine Skizze. Da keine fertige Vorlage die firmenspezifischen Strukturen wiedergibt, heißt es, mit einem Zeichenprogramm selbst Hand anlegen. Bitmap-Editoren wie Gimp scheiden für diese Aufgabe von vornherein aus, da Bitmaps sich nur schlecht für Linien und Schrift eigenen. Vektorgrafikprogramme hingegen erzeugen Dokumente, die sich beliebig skalieren lassen, ohne dass ein störender Treppeneffekt auftritt.

Bunt statt sachlich

Solche Zeichenprogramme sind jedoch nicht nur die richtige Wahl für Schaubilder und Konstruktionszeichnungen. Da sie leistungsfähige Zeichenwerkzeuge zum Erstellen komplexer Formen enthalten, eigen sie sich auch besser für Cliparts als Bitmap-Editoren.

Bei Print-Publikationen passen sich Vektorgrafiken zudem reibungsloser in den Workflow ein: EPS-Dateien lassen sich in Adobe Illustrator, dem Vektorgrafikprogramm der meisten Grafiker, öffnen. Damit passt der Layouter zum Beispiel auch problemlos nachträglich die Schriftart in der Legende an, denn EPS-Dateien können außer Bitmaps auch Vektorelemente und Schrift enthalten.

Allgemein profitiert die Druckqualität davon, wenn Zeichnungen bis zum letzten Arbeitsschritt, dem Drucksatz oder dem Ausdruck auf einem Laserdrucker, als Vektorgrafik erhalten bleiben. Beim Layouten eines Dokuments ist es meist erforderlich, Zeichnungen nachträglich zu skalieren. Am schärfsten erscheinen Zeichnungen, wenn erst das Ausgabegerät die Vektorgrafiken in der endgültigen Auflösung, also der des Satzgeräts beim Druck oder des Laserdruckers, in Pixel umwandelt.

Diese Bitparade macht sich auf die Suche nach Zeichenprogrammen, die gut zu bedienen sind, und überprüft ihre Eignung für den Workflow einer professionellen Publikation. Tabelle 1 zeigt das Ergebnis im Überblick.

Tabelle 1: Features
im Überblick

 
 

Inkscape

Xara Extreme

Open Office Draw

Version

0.45.1

0.7

2.2.0

EPS mit bearbeitbarem Text

eingeschränkt

eingeschränkt

ja

Werkzeuge für Grundformen

ja

ja

ja

Werkzeuge für freie Formen

ja

ja

ja

Skizzenwerkzeug

ja

ja

nein

Boolesche Operationen für Formen

ja

ja

ja

Form-Templates

nein

nein

nein

Gestaltungsfreiheit bei Farbverläufen

viel

sehr viel

wenig

Hilfslinien

ja

ja

ja

Magnetische Objekte

ja

ja

ja

Objekte ausrichten

ja

ja

ja

In gleichmäßigem Abstand anordnen

ja

nein

nein

An einem Kurvenverlauf ausrichten

ja

nein

nein

Inkscape

Inkscape [1], das Ende 2003 als Fork zu Sodipodi [2] entstand, gilt seit langem als die verbreitetste und bliebteste Anwendung. Ihr Dateiformat, auf das der Anwender über einen eingebauten XML-Editor lowlevel zugreifen kann, basiert auf dem offenen SVG-Standard [3].

Inkscape enthält das Inventar an Zeichenwerkzeugen, das aus kommerziellen Programmen bekannt ist. Es gibt Werkzeuge für Rechtecke und Quadrate, Ellipsen und Kreise, für Vielecke oder sternförmige Objekte und für Spiralen. Das Standardtool zum Erstellen freier Kurvenformen, das Bézier-Werkzeug, funktioniert ebenso gut, wie in der Profianwendung Adobe Illustrator.

Für Situationen, bei denen es mehr um Geschwindigkeit als um eine exakte Form geht, steht ein Skizzenwerkzeug bereit, das Kurven direkt mit der Maus zeichnet. Da die Maus die Bewegungen der Hand nur ungenau überträgt, glättet das Skizzenwerkzeug die Linien. Bei Inkscape ist der Glättungsfaktor so voreingestellt, dass sich ein angenehmes Zeichengefühl ergibt.

Ganz besonders punktet Inkscape mit seinen Funktionen zum Anordnen der Objekte. Sie richten gezeichnete Formen an einer Seite bündig aus oder zentrieren sie horizontal oder vertikal. Das »Abstände angleichen«-Werkzeug sorgt für eine gleichmäßige horizontale und/oder vertikale Verteilung der Objekte (Abbildung 1). Praktisch ist auch die Funktion »Überlappung entfernen«: Sie platziert Objekte so, dass sich deren Ränder exakt berühren oder um einen bestimmten Betrag überlappen.

Abbildung 1: Nachdem Version 0.44 erstmals magnetische, aneinander einrastende Objekte einführte, unterstützt Inkscape den Benutzer beim Positionieren von Objekten besser als selbst die teure Profianwendung von Adobe.

Abbildung 1: Nachdem Version 0.44 erstmals magnetische, aneinander einrastende Objekte einführte, unterstützt Inkscape den Benutzer beim Positionieren von Objekten besser als selbst die teure Profianwendung von Adobe.

Richtwerte

Weitere Hilfsmittel, um Objekte in Inkscape aneinander auszurichten oder in ihren Proportionen anzugleichen, sind Hilfslinien, die sich bei entsprechender Einstellung magnetisch verhalten, oder ein Gitter, an dem alle Mausbewegungen beim Zeichnen, Verschieben oder Skalieren einrasten.

Die letzte der von anderen Programmen bekannten Funktionen, Objekte aneinander anzudocken, realisiert Inkscape ebenfalls seit Version 0.44 mit der Option »Einrasten an Objekten« unter den Inkscape-Standardeinstellungen. Sie versieht die Objektumrisse mit einer Art magnetischer Anziehungskraft, deren Stärke der Anwender einstellt.

Seit dieser Release lässt der Funktionsumfang bei den Zeichenwerkzeugen kaum noch Wünsche offen: Farbige Formen und beliebig komplex geformte Kurven zeichnet Inkscape nun ebenso gut wie teure Profiprogramme.

Dies gilt allerdings nach wie vor nicht für optische Effekte wie Farbverläufe oder die Simulation eines Gemäldes. Hier liegen noch immer Welten zwischen der freien Anwendung und der von Designprofis am häufigsten genutzten Software Adobe Illustrator, die zurzeit brutto etwa 650 Euro kostet und nur für Mac OS X und Windows erhältlich ist.

Ein interessanter Effekt, den schon der mit Wine auch unter Linux lauffähige Illustrator 10 mitbringt, sind realistische Schlagschatten, die den Zeichnungen ein professionell wirkendes 3D-Feeling bescheren. Dieser Effekt, der sich in dieser Qualität jedoch nur als in die Vektorgrafik eingebettetes Bitmap realisieren lässt, fehlt in Inkscape zwar bis heute. Allerdings bietet die im Februar dieses Jahres herausgekommene Version 0.45 eine Weichzeichner-Funktion, die mit etwas Ausprobieren auch realistische Licht- und Schatteneffekte simuliert (Abbildung 2, Mitte).

Abbildung 2: Inkscape bietet alle wichtigen Zeichenwerkzeuge und baut komplexe Formen mit booleschen Operationen auf. Interaktive Farbverläufe und Weichzeichner sorgen in letzter Zeit für grafische Effekte á la Illustrator.

Abbildung 2: Inkscape bietet alle wichtigen Zeichenwerkzeuge und baut komplexe Formen mit booleschen Operationen auf. Interaktive Farbverläufe und Weichzeichner sorgen in letzter Zeit für grafische Effekte á la Illustrator.

Der Vorteil der Lösung in Inkscape ist, dass Inkscape diesen Effekt auf der Basis des reinen Vektorformats SVG umsetzt. Die Effekte bleiben so skalierbar und wirken sich nicht negativ auf die Dateigröße aus. Leider wird die Anzeige in Inkscape relativ träge, wenn das geöffnete Dokument Weichzeichnereffekte enthält. Abhilfe schafft eine Verringerung der Anzeigequalität unter »Inkscape-Einstellungen | Filter«.

Exportbeschränkung

Eine weitere Einschränkung ist, dass Weichzeichnereffekte auf SVG-Dateien oder exportierte Bitmaps beschränkt bleiben. In EPS-Dateien, dem geeignetsten Austauschformat für DTP-Programme, kann Inkscape sie nicht exportieren. Das von Adobe Reduzieren genannte Verfahren, das Postscript-Code erzeugt, der, wo es möglich ist, Vektoren benutzt und nur die weichen Farbverläufe als Bitmap-Komponenten einbettet, ist noch nicht implementiert.

Ansonsten funktioniert der EPS-Export weitgehend reibungslos: Die im EPS enthaltenen Vektorelemente lassen sich in anderen Zeichenprogrammen weiterbearbeiten. War beim Export die Option »Text in Pfade umwandeln« deaktiviert, bleiben auch Textelemente als bearbeitbarer Text erhalten. Bis Version 0.44 war für den Erhalt der Schriftart Voraussetzung, dass die Schrift auf beiden Systemen verfügbar war. Version 0.45 für die Option »Fonts einbetten« hinzu, die aber gegenwärtig nur für Type-1-Schriften funktioniert.

Ein Problem beim EPS-Export ist allerdings, dass Inkscape die Wörter beim Exportieren manchmal in eigenständige Textobjekte unterteilt, sodass sich längere Texte in der EPS-Datei nicht mehr sinnvoll bearbeiten lassen. Statt EPS beherrscht Inkscape als Austauschformat auch PDF. Version 0.45 exportiert Text nun auch als Textelemente, sodass sich PDFs auch nach Schlagwörtern durchsuchen lassen.

Farbverlaufsgitter, mit denen der Anwender in Adobe Illustrator Vektorformen unterteilen und den Netzmaschen unterschiedliche Farben zuordnen darf (Abbildung 3), gibt es in Inkscape noch nicht. Die Adobe-Software errechnet aus solchen flexibel formbaren Gittern natürlich wirkende weiche Farbverläufe. Die Release-Notes zur letzten Inkscape-Version machen allerdings Hoffnung, dass dieses Feature, das wesentlich dazu beitrug, den Ruf von Adobe Illustrator als leistungsfähigstes Zeichenprogramm zu etablieren, in Zukunft auch in Inkscape verfügbar sein wird [4].

Abbildung 3: Noch nicht frei verfügbar: Die so genannten Farbverlaufsgitter bot die Profianwendung Illustrator als erste. Die Inkscape-Entwickler denken aber bereits über eine Umsetzung nach.

Abbildung 3: Noch nicht frei verfügbar: Die so genannten Farbverlaufsgitter bot die Profianwendung Illustrator als erste. Die Inkscape-Entwickler denken aber bereits über eine Umsetzung nach.

Xara Extreme

Als die britische Xara im Oktober 2005 ankündigte [5] ihre gleichnamige Flaggschiff-Anwendung Xara [6] unter der GPL für Linux und Mac OS X zu portieren, war der Funktionsumfang von Inkscape im Vergleich zu heute noch recht eingeschränkt. Vor allem im Bereich der optischen Effekte, in der die Inkscape-Version 0.45 mit dem Weichzeichner neue Möglichkeiten eröffnet, konnte das Programm noch nicht punkten.

Das störte zwar nicht beim Erstellen von Zeichnungen mit funktionalem Charakter. Aber Grafiker, die optisch ansprechende Designs wie die mit Xara für Windows erstellten Beispiele unter [7] entwerfen wollten, konnten mit Inkscape wenig anfangen. Als Xara Ltd. ankündigte das “großartigste Allzweckgrafikprogramm aller Zeiten” für Linux und Mac OS X zu entwickeln, standen hinter der vollmundigen Ankündigung also immerhin ansehnliche Fakten.

Strohfeuer?

Anfangs schritt die Portierung auf der Basis von Wx-Widgets rasch voran. Im Herbst 2006 kam jedoch, ausgelöst durch die geringe Aktivität bei den Commits und auf der Mailingliste [8], das Gerücht auf, die noch nicht vollständig abgeschlossene Portierung sei eingestellt. Die Xara-Entwickler äußerten sich zudem enttäuscht, dass sich offenbar kaum externe Entwickler gefunden hätten, um das Xara-Team bei der Portierung auf GPL-Basis zu unterstützen.

Seither ist von Seiten der Xara-Entwickler zu lesen, die Portierung sei nicht aufgegeben, nur aufgrund von Ressourcenknappheit unterbrochen. Als Hintergrund für das Fehlen einer Open-Source-Community darf jedoch nicht vergessen werden, dass Xara zwar den Quellcode unter die GPL stellte, nicht jedoch die in Assembler programmierte Rendering-Engine Cdraw.

Mitte Februar löste der Vorschlag, die propietäre Zeichen-Engine durch Cairo zu ersetzen, Diskussionen auf der Mailingliste aus. Die Xara-Entwickler sicherten schließlich Unterstützung zu, sodass noch Hoffnung für Xara unter Linux besteht. Die aktuell erhältliche Version Xara 0.7 setzt bereits den größten Teil des Leistungsumfangs der Windows-Version um. So gut wie alle der teilweise verblüffend fotorealistischen Zeichnungen in der Galerie des kommerziellen Windows-Programms lassen sich auch mit den unter den meisten Distributionen lauffähigen Binarys erstellen.

Die Basis bilden in Xara Zeichenwerkzeuge für Kreise und Ellipsen, Rechtecke und Quadrate, ein Skizzenwerkzeug sowie einen Zeichenstift zum Zeichnen mit Bézierkurven. Ebenso wie Inkscape enthält Xara eine Funktion zum Erzeugen von Polygonen und Sternen und kann Text in die Zeichnungen einfügen. Bei den grundlegenden Zeichenwerkzeuge herrscht also in etwa Gleichstand mit Inkscape: Xara kennt ebenso Ebenen und richtet Objekte an Hilfslinien, einem Gitter sowie magnetisch an anderen Objekten aus.

Die Unterschiede zeigen sich erst, wenn der Benutzer die gezeichneten Objekte mit Farbe oder vielmehr mit Farbverläufen füllt: Xara bietet zehn Typen von Verläufen, Inkscape nur lineare und radiale. Ein interaktives Werkzeug erstellt fließende Transparenzverläufe. Eine Analyse der im Binärarchiv [9] unter »Examples« mitgelieferten Zeichnungen zeigt, dass diese beiden Features im Spiel sind, wenn Vektorgrafiken in Xara entstehen, die auf den ersten Blick wie Fotografien wirken: Die Glanzlichter beruhen auf über die Grundform gelegten, halbtransparenten Objekten.

Effektfeuerwerk

Xara verwischt die Grenzen zwischen Vektorgrafikprogrammen, deren Domäne durch Vektoren klar begrenzte Formen sind, und Bitmap-Editoren, bei denen sich jeder Bildpunkt einzeln einfärben lässt. So ergibt sich eine Software, mit der Künstler und Grafiker erstaunliche Effekte erzielen. Neben den Farbverläufen sorgen das interaktive Schattenwerkzeug, das mit wenigen Mausbewegungen realistisch wirkende Schlagschatten erzeugt, das Kontur- und das Überblenden-Werkzeug für weiter optische Highlights, wie sie sich in Inkscape nicht mit vergleichbarem Aufwand realisieren lassen (Abbildung 4).

Abbildung 4: Effektzauberer: Xara zeichnet Grundformen ungefähr eben so gut wie Inkscape, sticht den Mitbewerber allerding bei den optischen Effekten wie etwa bei Farbverläufen, Transparenz und Schlagschatten aus.

Abbildung 4: Effektzauberer: Xara zeichnet Grundformen ungefähr eben so gut wie Inkscape, sticht den Mitbewerber allerding bei den optischen Effekten wie etwa bei Farbverläufen, Transparenz und Schlagschatten aus.

Anders als Inkscape exportiert Xara diese Effekte auch ins EPS-Austauschformat. Objekte, die einen Farbverlauf enthalten, landen im EPS-Format jedoch nicht als Vektorelemente, sondern als Bitmaps, die sich mit anderen Anwendungen als Xara nicht weiterbearbeiten lassen. Das liegt jedoch in der Natur der Sache, auch Adobe Illustrator verfährt hier ähnlich. Nicht nachvollziehbar ist allerdings, warum die Anwendung bei Text jeden Buchstaben als einzelnen Textblock exportiert, sodass sich Textelemente nach einem EPS-Export ebenfalls kaum noch bearbeiten lassen.

Open Office Draw

Schon bevor es für Linux gute eigenständige Zeichenprogramme gab, erzeugte die Star-Office-Komponente Draw Vektorgrafiken. Auch in Open Office [10] ist Draw noch enthalten. Nach wie vor ist dem Programm anzumerken, dass es nicht als Allzweck-Grafikprogramm konzipiert ist. Zwar enthält es ein Freiform-Werkzeug, mit dem sich beliebig geformte Bézierkurven zeichnen lassen. Gut zu bedienen ist es im Vergleich zu Xara und Inkscape aber nicht.

Die Stärke von Open Office Draw liegt eindeutig in den vielen Form-Templates, aus denen die Software schnell Diagramme, schematische Übersichtsgrafiken und einfache Cliparts erstellt. Hinzu kommt ein Schatteneffekt, der allerdings nur aus einer einförmigen Fläche besteht, nicht aus einem Schattenverlauf. 3D-Schriftzüge, die Draw einstellbar ausleuchtet, entstehen mit wenigen Mausklicks. Die Software kann Objekte auch verzerren und Formen voneinander subtrahieren oder addieren.

Die 3D-Effekte sind nicht auf Schriftzüge beschränkt: Draw erstellt aus ebenen Formen automatisch Extrusions- und Rotationskörper (Abbildung 5, oben). Auch hier sorgt die Anwendung wieder für eine realistisch wirkende Ausleuchtung. Die beiden Typen von 3D-Körpern machen Draw aber noch längst nicht zu einem vollwertigen 3D-Modeller.

Abbildung 5: Für den Büroalltag optimiert: Die Stärke von Open Office Draw liegt in den vielen fertigen Form-Templates. Wer künstlerische Freiheit schätzt, ist mit Xara und Inkscape besser bedient.

Abbildung 5: Für den Büroalltag optimiert: Die Stärke von Open Office Draw liegt in den vielen fertigen Form-Templates. Wer künstlerische Freiheit schätzt, ist mit Xara und Inkscape besser bedient.

Draw kennt neben einfachen Farbfüllungen auch Verläufe. Die Anwendung bringt eine Reihe von anpassbaren Templates mit. Dabei kann der Anwender allerdings nur wenige Parameter einstellen. Für das Anordnen der Elemente auf der Zeichenfläche kennt Draw ein Gitterraster, Hilfslinien sowie eine einfache »Ausrichten«-Funktionen.

Da Draw Bestandteil einer Office-Suite ist, richtet es sich beim Datentausch schwerpunktmäßig auf die Partneranwendungen aus: Es benutzt zum Speichern der Daten das ODG-Format, ein Unterformat des Open-Dokument-Standards für Office-Anwendungen. In Textdokumente lassen sich Draw-Grafiken ohne den Umweg über eine eigene Datei einbetten. Draw beherrscht jedoch auch den Export in viele Bitmap-Formate sowie als EPS und PDF.

Fazit

Im Vergleich der drei Zeichenprogramme Inkscape, Xara Extreme und Open Office Draw ergibt sich kein klarer Sieger: Jede der drei Anwendungen setzt einen anderen Schwerpunkt. Inkscape eignet sich mit leistungsfähigen Funktionen zum Ausrichten der Objekt und der Fähigkeit, komplexe Formen mit booleschen Operationen aus Grundformen auszubauen, am besten für funktionale Grafiken. Xara mit seinen optischen Effekten überholt die anderen, wenn es um grafische Gestaltung geht. Open Office Draw zeichnet sich dadurch aus, dass es in bestimmten Situationen durch Templates Zeit sparen hilft: Als einzige Anwendung erstellt es einfache 3D-Effekte mit wenigen Mausklicks. Der Systemadministrator, der seinem Auszubildenden die Netzwerktopologie veranschaulichen möchte, wird sich wohl für Draw entscheiden.

Infos

[1] Inkscape: [http://www.inkscape.org]

[2] Sodipodi: [http://www.sodipodi.com]

[3] SVG-Standard: [http://www.w3.org/TR/SVG]

[4] Farbverlaufsgitter in Inkscape: [http://wiki.inkscape.org/wiki/index.php/ReleaseNotes045#Examples]

[5] Ankündigung der Linux/Mac-Version von Xara: [http://www.xaraxtreme.org/news/11-10-05.html]

[6] Kommerzielle Xara-Version: [http://www.xara.com/products/xtreme]

[7] Bildgalerie der Xara-Windows-Version: [http://www.xara.com/gallery]

[8] Xara, Entwickler-Mailingliste [http://www.xaraxtreme.org/maillists/archive/dev/threads.html]

[9] Xara-Binaries: [http://www.xaraxtreme.org/download]

[10] Open Office: [http://de.openoffice.org/]

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