Wenn SuSE den Linux Enterprise Server auf die Bedürfnisse des Mittelstands zuschneidet, bleibt nicht ein Torso, sondern eine gut vorkonfigurierte und recht einfach zu administrierende Distribution übrig.
Mit einem extra Produkt bedient SuSE die Bedürfnisse kleiner Organisationen und Abteilungen. Die Mittelstandsoffensive materialisiert sich in vier CDs, lauffähig auf Rechnern mit ein oder zwei x86-CPUs. Der SuSE Linux Standard Server (SLSS) soll auch für Linux-unerfahrene Admins als Allrounder in Abteilungsgröße zügig aufsetzbar sein.
Nach dem Booten von CD startet eine Yast-2-gestützte Installation, deren Ablauf wenig Überraschungen bietet. Wer den vorgesehenen Weg wählt, bekommt viele übrig gebliebene “SuSE Linux Enterprise Server”-Einträge (SLES) zu sehen – auf dieser Highend-SuSE basiert das Produkt. Die von Yast 2 beim Test vorgeschlagene Partitionierung war sinnvoll, bei der Software-Auswahl kann man nichts falsch machen – sie ist fest.
Webfrontend
Steht das System nach rund einer Stunde, empfiehlt das Handbuch, vom Browser einer zweiten Maschine aus die Administrierung vorzunehmen. An dieser Stelle offenbart sich der Nutzwert des Produkts gegenüber einer normalen Distribution: Das optisch ansprechende und funktional strukturierte Frontend sorgt mit passend aufgebauten Eingabemasken und verständlichen Hilfetexten für Durchblick bei der Serversoftware.
Zu verwalten gibt es viel: einen SMB-Domänen-Controller (Samba), den Webserver (Apache), Proxy (Squid), Mailserver (Postfix) mit POP und IMAP, DNS (Bind) und DHCP-Server, virtuelle User und Domänen und mehr. Besonders gut gefiel die integrierte Certification Authority (CA) und dass alle Daten inklusive jenen der Benutzerverwaltung in einer LDAP-Datenbank liegen.
DHCP oder feste IP? |
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Eine SLSS-Standardinstallation startet ohne DCHP-Client, daher verlangt Yast nach IP, Netzmaske, Gateway und DNS. So vorzugehen ist sinnvoll, wenn kein DHCP-Server erreichbar ist und/oder später der SuSE-Server selbst als Name- und DHCP-Server fungieren soll. In allen anderen Fällen ist es eleganter, wenn das SLSS die IP vom vorhandenen DHCP-Server bezieht. Leider macht Yast das nicht prophylaktisch. Stattdessen muss der Bediener dem Bootprompt »dhcp=1« übergeben und die SLSS-Installation macht die IP-Installation ohne Nachfragen. Im Betrieb entsteht eine kleine Unstimmigkeit: Das Webfrontend für die Serveradministration setzt unter »Netzdienste | Proxy« die Proxyserver-Adresse des Rechners als IP und nicht als Hostnamen ein, was beim DHCP-bedingten IP-Wechsel problematisch ist. |
Service und Support
Die Dokumentation ist durch ihre Zweiteilung etwas verworren, aber brauchbar. Sie beschreibt gut, wie Linux- und Windows-Clients gebunden werden, und geht selbst auf IPv6 ein. Angesichts der Zielgruppe fehlt der Hinweis, dass Yast 2 remote per SSH zu betreiben ist. Mit dem Paket erwirbt der Käufer ein Jahr Systempflege (Online-Updates) und Installations-Support. Als nervig empfanden die Tester die Datensammelwut der Nürnberger bei der Online-Registrierung, insbesondere bei Firmenkunden.
Fazit: Der Standard Server 8 ist wegen sofort lauffähiger Serverapplikationen und des gelungenen Webfrontends für alle empfehlenswert, die beim Aufsetzen eines Allroundservers ihre Zeit nicht in Konfigdateien zubringen wollen.
SuSE Linux Standard Server 8 |
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Hersteller: SuSE Linux AG Internet: http://www.suse.de Preis: ca. 520 Euro Dokumentation “Netzwerkdienste” (150 S.), “Software von Drittanbietern” (260 S.) Support: 1 Jahr SuSE-Maintenance |







