Tails mit prominentem Nutzer

Dass Anonymisierungs-Distributionen nützlich sind, ist schon länger klar. Das Live-System Tails kann sich nun auch einen ziemlich prominenten Nutzer auf die Fahnen schreiben: Edward Snowden.

Wie der Journalist Klint Finley in einem Wired-Artikel schreibt, habe Snowden nicht nur GPG zum Verschlüsseln seiner E-Mails verwendet, sondern auch Tails, um seine Spuren vor der NSA-Überwachung zu verwischen. Die Information erhielt Wired von Laura Poitras, einer Dokumentarfilmerin, der Snowden 2013 sein Material anvertraute. Sie gibt an, er habe über Tails mit ihr und dem Journalisten Glenn Greenwald kommuniziert.

Die Anonymisierungs-Live-Distribution Tails lässt sich per USB-Stick oder DVD nutzen. Sie speichert Daten nicht lokal ab und leitet Verbindungen ins Internet über das Tor-Netzwerk. Laut Poitras sei sie nach einer gewissen Einarbeitungsphase, zu der es gehört, das Image zu verifizieren, auch einfach zu bedienen. Die Entwickler von Tor sind anonym, der Quellcode steht aber frei zur Verfügung.

Mit an Bord hat Tails verschiedene Software, um die Internetverbindungen zu verschlüsseln, etwa GPG, Keepassx und das Chat-Verschlüsselungs-Plugin Off-the-Record. Die sind nötig, weil auch Tails keine hundertprozentige Anonymität im Netz gewährleisten kann. Auch die Freedom of the Press Foundation lobt die Rolle der Distribution zur Bewahrung der Pressefreiheit. Sie fordert ihre Leser dazu auf, die Tails-Entwickler mit Spenden zu unterstützen. Für Ende April wollen die Tails-Entwickler Version 1.0 ihrer Software veröffentlichen.

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