Open DNP3 will die Maschine-zu-Maschine-Kommunikation im industriellen Bereich sicherer machen, um künftig Sicherheitslücken zu vermeiden. Red Hat unterstützt diese Bestrebungen nun als Corporate Member.
DNP3 (Distributed Network Protocol), ein Protokoll für die serielle Kommunikation und IEEE-Standard (mittlerweile IEEE Std. 1815-2012), existiert seit Jahrzehnten, und kommt im industriellen Scada-Umfeld (Supervisory Control And Data Acquisition) zum Einsatz, wo es sich um die Kommunikation zwischen Maschinen kümmert. Zu den Nutzern gehören Stromanbieter wie Schneider Electric, Hersteller von Automatisierungs- und Informationslösungen wie Rockwell Automation, aber auch der Windkraftanlagenhersteller Enercon oder der Technologiekonzern Siemens. DNP3 kommt hier zum Einsatz, um Informationen zwischen Servern und Substationen auszutauschen.
DNP3 kommt also in wichtigen Industriezweigen zum Einsatz, Implementierungen existieren vor allem in proprietären Varianten. Seit Anfang 2013 gibt es aber auch eine quelloffene Variante, die den Namen Open DNP3 trägt und unter der Apache-Lizenz steht. Red Hat hat nun angekündigt, die Entwicklung von Open DNP3 zu fördern. Als Grund gibt die Firma in einer Pressemitteilung die kürzlich aufgetauchten Sicherheitslücken in den proprietären Implementierungen des Protokolls an. Die zwei Forscher Chris Sistrunk und Adam Crain, die sich nicht als Sicherheitsforscher bezeichnen möchten, hatten beim Untersuchen des Protokolls 21 Sicherheitslücken entdeckt. Laut Sistrunk tauchten die Lücken in allen Implementierungen des Protokolls auf.
Das waren gute Nachrichten für Adam Crain, den Gründer der Firma Automatak, die seit 2012 kommerzielle Dienste rund um das freie Open DNP3 anbietet. Er wies jedoch Vorwürfe von sich, er habe die Sicherheitslücken aus persönlichen Motiven aufgedeckt. Vielmehr sei es unfair, ungetestete Produkte an Enduser zu verkaufen, er wolle die Protokollsoftware für Scada schlicht verbessern. Das sieht offenbar auch Red Hat so und hat sich der Community als Corporate Member der DNP User Group angeschlossen. Auch Red Hat möchte Open DNP3 verbessern, sicherer machen und dabei helfen, eine funktionierende Community rund um die Software aufzubauen.
Update: Tatsächlich existiert das Open-DNP-3-Projekt seit Mitte 2010.




