Das Open-Root-Server-Projekt will einen weiteren wichtigen Meilenstein zur überwachungsfreien und von den USA unabhängigen Internetnutzung bereitstellen. Dazu betreibt es ein Netzwerk aus DNS-Servern, die nicht der ICANN unterstehen.
Jeder Aufruf einer Internetseite und fast jeder Verbindungsaufbau löst eine DNS-Abfrage aus, die in vielen Fällen abhör- und auswertbaren Traffic erzeugt. Der wird im schlimmsten Fall — wenn etwa die beliebten Google-DNS-Server im Spiel sind — auch noch über die USA geroutet. Weil die Zentrale des DNS-Netzwerkes, die ICANN, in den USA sitzt und dem US-Handelsministerium unterstellt ist, sei hier der Zensur und der Kontrolle Tür und Tor geöffnet, schreiben die Initiatoren des ORSN, des Open Root Server Networks.
Das Projekt, eine private Initiative, will eine zweite DNS-Root-Server-Infrastruktur aufbauen, parallel zur Domäne der ICANN, gehostet in demokratischen Staaten Europas, mit einer dezentralen, zensur-unabhängigen Struktur. Die Non-Profit-Organisation setzt dabei auf Transparenz, Mitwirkung von Freiwilligen und jedem, der bereit ist, Hardware und Zeit zu investieren. Dabei wird man “zu 100 Prozent kompatibel zur ICANN bleiben und keine Topleveldomain mehr oder weniger in die eigenen Datenbanken einziehen lassen”, schreibt Gründer Markus Grundmann in einer Presseerklärung.
Das ORSN-Projekt existiert seit 2002, war aber nach 2008 mangels Nachfrage eingeschlafen. Jetzt haben die Initiatoren angesichts des großen Bedarfs und der Sensibilisierung durch Prism die Inititiative wieder ins Leben gerufen.






Ich habe jetzt mein DNS von 8.8.8.8 zu ORSN umgebogen.