Für Suses Linux Enterprise Server gibt es seit heute das dritte Service Pack. Es soll den SLES skalierbarer machen, enthält viele neue Treiber und optimierte Sicherheitsfunktionen.
“Unser Focus liegt auf Konsolidierung, Scale-Up, aber auch Scale-out und Security”. So beschreibt Marcus Kraft aus dem deutsche SLES-Team die Neuerungen im dritten Service Pack des Suse Linux Enterprise Servers. Das Buzzwort Scale-Up bezieht er dabei vor allem auf neuere Hardware, Treiber-Infrastruktur sowie die Unterstützung für mehr und neuere CPUs von Ivy Bridge (Haswell) bis zu Opteron-Chipsätzen, Intanium und den Mainframes der Z-Series. 70 neue Gerätetreiber seien enthalten, darunter solche für Netzwerkgeräte, Host-BUS-Adapter, Infiniband- und Fibrechannel-Karten, erklärt Kraft im Linux-Magazin-Interview.
Scale-up, Scale-out
“Aufgeräumt und beschleunigt” wollen die Suse-Mitarbeiter ihren Enterprise-Server haben, der jetzt bis zu 40-Gigabit-Ethernet beherrscht, verbesserte IPV6-Integration bringt und Btrfs voll supportet. Beim Scale-out verweisen die Nürnberger auf bis zu (heute noch einigermaßen illusorische) “4096 logische CPUs mit 16 TByte RAM”. Der altgediente Kernel 3.0 wurde “nicht gesteppt”, dafür hat er – wie bei Enterprise-Distributionen üblich – per Backports viele Neuerungen erhalten. “Als einer der ersten” habe man UEFI-Support eingebaut, die Limitationen seien “allerdings immer noch nicht ohne”, so dass UEFI unter Linux heute eher für Desktops denn für Server in Frage käme. Wer sich dafür interessiert, solle die Suse Blogs studieren, die Möglichkeiten und Beschränkungen ausführlich vorstellen.
Virtualisierung
Als Virtualisierung bringt SP Xen 4.2.1 und KVM 1.4 sowie Linux Containers 0.8 mit, außerdem zahlreiche Verbesserungen für SLES als Hyper-V-Gast. “Xen ist das ausgereiftere System, KVM dafür näher am Kernel. Beide sind robust und von uns getestet. LXC ist beispielsweise was für Hoster, die viele identische Maschinen betreiben wollen. In Hyper-V ist jetzt Memory und Framebuffer Resize möglich.” Und überall habe man das Powermanagement und die Treiberanzahl signifikant erhöht, erklärt Kraft. Xen beherrsche jetzt wie KVM auch die Nested Pages der Intel-CPUs mit ihren virtuellen Registern, KVM zeichne sich darüber hinaus durch den I/O Passthrough aus, wo Geräte direkt in die virtuelle Maschine “gesteckt” werden.
Eine Testversion von SLES 11 mit SP3 könne Interessierte hier herunterladen.





