Aus Linux-Magazin 07/2012

Open Source Data Center Conference 2012 in Nürnberg

Abbildung 1: Referenten und ihre Themen: Mark Burgess über Cfengine, Erkan Yanar über Galera-Cluster, Udo Seidel über Xtreme-FS, Martin Loschwitz über Open Cloud.

Die am 25. und 26. April vom Nürnberger IT-Dienstleister Netways zum nunmehr dritten Mal in Folge ausgerichtete Open Source Data Center Conference bot Vorträge meist hochkarätiger Spezialisten.

Abbildung 1: Referenten und ihre Themen: Mark Burgess über Cfengine, Erkan Yanar über Galera-Cluster, Udo Seidel über Xtreme-FS, Martin Loschwitz über Open Cloud.

Abbildung 1: Referenten und ihre Themen: Mark Burgess über Cfengine, Erkan Yanar über Galera-Cluster, Udo Seidel über Xtreme-FS, Martin Loschwitz über Open Cloud.

In diesem Jahr sollten die Schlagworte Devops and Methods, Databases sowie Scalability and Infrastructure das Terrain der Konferenz abstecken [1]. Zwei parallele Vortragstracks mit teils hochkarätigen Referenten schafften es, das weite Feld wirksam zu beackern – selbst wenn sich die einzelne Parzelle noch nachhaltiger hätte bestellen lassen.

Agile Methoden

In der Kategorie “Devops and Methods” fiel der instruktive Vortrag von Jochen Lillich auf, der über agiles Projektmanagement nach der Kanban-Methode sprach. Er machte deutlich, wie sich das nach dem zweiten Weltkrieg im Zusammenhang mit Lean-Management bei Toyota entwickelte System auf einen IT-Dienstleister übertragen lässt und welche greifbaren Vorteile sich daraus ergeben.

Die Keynote von Kristian Köhntopp, der sich ebenfalls als Kanban-Anwender outete, lieferte Einblicke in ein bei seinem Arbeitgeber erfolgreich praktiziertes Verfahren für Tests im Produktivbetrieb. Der Dienstleister für Online-Hotelreservierungen bietet automatisiert kleinere Neuerungen erst mal wenigen Live-Benutzern an und beobachtet den Effekt. Was sich nicht bewährt, lässt sich schnell zurücknehmen.

Mark Burgess dagegen, Gründer und CTO von Cfengine, blieb leider in seinem ebenfalls viel beachteten Vortrag technikphilosophischen Gedankenspielen verhaftet, die sich bestenfalls mittelbar auf sein Produkt übertragen ließen. Immerhin wurde den Zuhörern klar, dass er eine große Zukunft in wissensgestützten Konzepten sieht.

Datenbanken und Infrastruktur

In der Kategorie “Datenbanken” versammelten sich recht unterschiedliche Vorträge, angefangen bei Programmierung und Skalierung einer prominenten No-SQL-Datenbank wie Mongo DB bis hin zu mehreren Clusterkonzepten für den Klassiker MySQL.

Besonders die Vorstellung des Galera-Clusters [2] durch Erkan Yanar ließ aufhorchen, weist das Produkt doch in mancher Beziehung über den etablierten NDB-Cluster hinaus. Auch das Hotbackup-Utility Xtrabackup [3] für MySQL und seine Spielarten, vorgestellt vom Percona-Entwickler Alexey Kopytov, ergab genug Stoff für einen beachtenswerten Vortrag.

Unter der Überschrift “Skalierbarkeit und Infrastruktur” ist das Stichwort “Cloud” unvermeidlich: Martin Loschwitz brachte seinem Publikum die Open-Stack-Lösung inklusive Live-Demo näher. Aus der Storage-Perspektive näherte sich Udo Seidel mit einem Bericht über eine – allerdings negativ verlaufene – Evaluation von Xtreme-FS, eines mit europäischen Forschungsmitteln entwickelten Cloud-Filesystems. Juristische Probleme im Cloudumfeld beleuchtete schließlich der Rechtsanwalt Hendrik Schöttle.

Weiche Faktoren

Neben den Vorträgen kamen die rund 100 Teilnehmer in den Genuss einer routinierten Organisation und eines gelungenen Social Event am Abend des ersten Tages. Das mag kein fachliches Kriterium sein, sollte aber nicht unbedacht bleiben bei der Entscheidung, ob man den 17. und 18. April 2013 für die vierte OSDC reservieren soll.

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