Cebit 2012: Qt 5 unterstützt C++11 und OpenGL

Kleines Board an großem Bildschirm: Danial Molkentin demonstriert spontan Qt auf dem Raspberry Pi.

Im Open Source Forum der Cebit hat Daniel Molkentin von Nokia eine Vorschau auf Version 5 des Qt-Toolkits gegeben.

Zunächst wies der Referent darauf hin, wo sich Qt im Einsatz findet: nicht nur im KDE-Desktop, sondern etwa auch in Ubuntus Unity 2D und auf Blackberry-Telefonen. Selbst für Android und Apples iOS ist es erhältlich, und auch eine Variante für Embedded-Geräte wie etwa das Board Raspberry Pi ist im Angebot.

Kleines Board an großem Bildschirm: Danial Molkentin demonstriert spontan Qt auf dem Raspberry Pi.

Kleines Board an großem Bildschirm: Danial Molkentin demonstriert spontan Qt auf dem Raspberry Pi.

Qt 5 soll noch im Jahr 2012 veröffentlicht werden und das Toolkit auf den aktuellen Stand der Technik bringen. Dennoch soll es kompatibel zu Qt 4.x bleiben, um den Portierungsaufwand für die Verwender gering zu halten – die KDE-Bibliotheken seinen beispielsweise schon auf Qt 5 aktualisiert, erzählte Molkentin.

Die Organisation des Toolkits soll modularer werden und in sich Essentials und Addons aufteilen. Die Qt Platform Abstraction (QPA) soll als Basis aller Plattformen dienen und das Portieren erleichtern. Daneben wird es einen neuen Grafik-Stack geben, der mit 250 statt 100 fps läuft, Qt Quick 2 erhält OpenGL-Unterstützung. Googles Engine V8 wird zum Javascript-Interpreter (der auch QML verarbeitet), die HTML-Engine Webkit 2 soll Process Separation bieten.

Weitere geplante Features sind Unterstützung für JSON und MIME-Typen sowie der Einsatz der PCRE für reguläre Ausdrücke in Unicode. Unterstützung für C++11 werde ebenfalls umgesetzt, sagte Molkentin, da bereits erstaunlich viele Programmierer auf den neuen Standard setzten.

Die erste Beta für Qt 5 soll es im April geben, die fertige Release im ersten Halbjahr 2012. Danach sollen die Veröffentlichungen im Halbjahres-Rhythmus folgen. Die im Dezember 2011 veröffentlichte Version 4.8 erhält weiterhin Support, um den Versionswechsel sanft zu gestalten.

Zum Abschluss präsentierte der Sprecher das neue Governance-Modell der Qt-Entwicklung im Qt-Projekt, mit dem Nokia die Arbeit am Toolkit für eine größere Gemeinde öffnen möchte. Ähnlich wie beim Linux-Kernel soll es eine Person als obersten Maintainer geben.

Als Zugabe demonstrierte Daniel Molkentin auf dem großen Bildschirm am Linux-New-Media-Stand Qt unter Debian auf seinem mitgebrachten Raspberry Pi.

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