Z goes X: IBM stellt Z-Enterprise Z114 vor - Zielgruppe Cloud für den Mittelstand

Teilnehmer der Podiumsdiskussion bei IBMs Präsentation der z114, eines "kleinen" Mainframes für den Mittelstand. Von links nach rechts: Thomas Uhl (Lisog, Topalis Holding), Lothar Lux (Datev), Roland Trauner (IBM) und Volker Haas, Direktor Mainframe Marketing und Sales (IBM) .

IBM rundet sein Angebot in der Z-Series nach unten ab und bringt eine “Mini-Z” für den Mittelstand, der “Hybride Anforderungen in Zeiten des Cloud-Computings” hat. Die Z 114 und ihr Umfeld erweisen sich als ein Linux- und Open-Source-Commitment, trotz aller proprietären Soft- und Hardware. Auch die Rechtssicherheit beim Cloud Computing stand dabei zur Debatte.

Auf einer Presseveranstaltung in München stellte IBM heute die z114 vor, einen Mainframe mit 14 CPUs, der in der kleinsten Ausstattung (M05) bereits für unter 100.000 Euro zu haben ist. Auf dem Markt der Großrechner ist der Preis allerdings laut IBM nicht das wichtigste, Kunden schauen vielmehr auf eine passende Ausstattung, die ihre Bedürfnisse befriedigt. Viel eher ins Gewicht fallen da die Leistungsdaten (8 GByte/s I/O, 26-3100 MIPS) oder die Unsterstützung für Blade-Server (System X), die auch das Management von Linux (SLES, RHEL) zentralisiert (der Support für Windows ist in Arbeit).

Dazu gibt es schnelleren Storage (20 % schneller dank Infiniband und 50 % mehr Cache pro Modul), deutliche kürzere Backupzeiten, die Anbindung externer Libraries und neue Software (Systems Director Standard Edition und Crossroads Read Verify). Der “kleine” Großrechner bringt neue Formate für die I/O- und PCIe-Drawer, die jetzt senkrecht und nicht mehr waagrecht eingebaut werden, hat aber ein Fach für alte Module und ist aufrüstbar auf das nächstgrößeren Mainframe-Modell z196. Im Vergleich zum Vorgänger erhöhte sich zwar die Leistung, die Energieaufnahme bleibt jedoch gleich.

Teilnehmer der Podiumsdiskussion bei IBMs Präsentation der z114, eines "kleinen" Mainframes für den Mittelstand. Von links nach rechts: Thomas Uhl (Lisog, Topalis Holding), Lothar Lux (Datev), Roland Trauner (IBM) und Volker Haas, Direktor Mainframe Marketing und Sales (IBM) .

Teilnehmer der Podiumsdiskussion bei IBMs Präsentation der z114, eines “kleinen” Mainframes für den Mittelstand. Von links nach rechts: Thomas Uhl (Lisog, Topalis Holding), Lothar Lux (Datev), Roland Trauner (IBM) und Volker Haas, Direktor Mainframe Marketing und Sales (IBM) .

Linux, Datev, Cloud

Besonderes Augenmerk erhält bei IBM Linux und die x86-Architektur: Neue Blades für die IBM Z-Enterprise-Blade Extension (zBX) setzen auf ihr auf, ein KVM-Hypervisor landet automatisch auf dem Blade zwischen Hardware und Gastbetriebssystem und wird vom IBMs Unified Ressource Manager verwaltet, mit Service und Support für SLES und RHEL, Windows soll folgen. Dazu kommen viele Neuerungen in Z-OS 1.13, der Z-OS-Management Facility und der BI-Suite ISAS9600 für die z114. Die Präsentationen samt Spezifikationen der z114 finden sich online im Pressebereich von IBM.

Für die Datev berichtete Lothar Lux, Mitglied der Geschäftsleitung und zuständig für IT beim SAAS-Anbieter für Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Anwälte, über die heterogene Serverlandschaft und die Rolle der Mainframes in den Rechenzentren. Mit Zitaten wie “Hardware fällt bei uns nicht mehr aus.” und “Hardwarepreise spielen keine Rolle mehr, die Musik spielt schon lange bei der Software.” überraschte er seine Zuhörer.

Seit sie sich vor Kurzem auch für Mittelständler öffnete, erledigt die Datev Buchhaltung und Steuererklärungen für circa 1/3 der Arbeitnehmer in Deutschland, Tendenz stark steigend. Dafür kommen um 750 Linux- und 4500 Windowsserver zum Einsatz, die Datenverarbeitung im Hintergrund (die vor allem am Ende eines jeden Monats explosionsartig skaliert), erledigen Großrechner. An offenen Standards führe auch da kein Weg mehr vorbei, die Datev erwäge auch offene Plattformen für mobile Clients einzurichten, die geschlossenen RIM- (Blackberry) und I-OS(Apple)-Betriebssystemen böten da keine dauerhafte Perspektive, so Lux.

Offenheit und deutsche Rechtssicherheit: “Deutsches Recht geht vor”

Dass Cloud-Computing ohne Offenheit und deutsche Rechtssicherheit in Unternehmen nicht funktioniere, erläuterte anschließend Linux-Evangelist Thomas Uhl (Topalis Holding). Mit Ausagen wie “Der Erfolg des Internets basiert auf TCP/IP, einer Open-Source-Implementierung. […] Die Deutsche IT mit Datenschutz made in Germany wird/muss ein Vorreiter werden. […] KVM ist multiplattform, das wird der Hypervisor-Standard der Zukunft.” stellte er provokante Thesen zur Diskussion. Als daraufhin Roland Trauner (IBM) gegfagt wurde, wie das amerikanische Unternehmen IBM denn die deutschen Regeln beim Datenschutz und Rechtssicherheit an deutschen Standorten umzusetzen gedenke, meinte der: “Sowas wie bei Microsoft jüngst passiert bei IBM nicht. Bei uns geht deutsches Recht geht vor.”

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