Einsteiger geben Feedback auf Ubuntus Unity

Das Usability-Team von Canonical hat Erstlings-Nutzer beim Umgang mit Ubuntus neuem Standarddesktop Unity beobachtet. Offenbar gibt es noch einiges zu tun.

Im Vorfeld zum aktuellen Ubuntu-Entwicklertreffen (UDS-N) hat das Usability-Team dreizehn Windows- und einen Mac-User sowie einen Anwender, der beide Systeme benutzt, vor ein Netbook mit Ubuntus Unity-Desktop gesetzt. Darüber bloggt Ubuntus Design-Team. Die Probanden sollten verschiedene allgemeine Aufgaben erledigen, etwa Songs und Fotos importieren oder in sozialen Netzwerken surfen. Zudem sollten sie Dinge erledigen, die sie in ihrer speziellen Situation benötigen: Designer sollen also zum Beispiel Grafiksoftware verwenden und Musiker bestimmte Musikanwendungen.

Die Probanden empfanden den Desktop als intuitiv und klar. Den Umfang an Software im Software-Center beschrieben sie als beeindruckend. Interessanter für die Entwickler dürften aber die Punkte sein, die den Anwendern Probleme bereiteten (einige von ihnen nennt auch der Unity-Artikel im Ubuntu User 01/2011).

Als problematisch wurden demnach die Geschwindigkeit und die Antwortzeiten der Anwendungen beurteilt. zudem teilt Unity dem Nutzer nicht mit, wenn es beschäftigt ist. Das löste Verwirrung aus und beeinträchtigte den Arbeitsfluss. Weiterhin gibt es kein Feedback, ob ein Klick “erfolgreich” war oder ob und wann Ubuntu ein bestimmtes Dokument speichert. Auch die Suchfunktion gibt kein Feedback darüber, ob sie noch sucht oder schon findet.

Ein zweiter Punkt waren die zum Erledigen einer Aufgabe notwendigen Werkzeuge. Die Nutzer erwarten, dass Unity sowohl die genutzten als auch die gesuchten Werkzeuge sichtbar macht. In anderen Worten: Die Anwender mussten viel suchen, um die Anwendung zu finden, die sie benötigen. Um zum Beispiel ein gerade geöffnetes Dokument wiederzufinden, klickten die Teilnehmer nicht – wie gedacht – auf das Open-Office-Icon, sondern suchten im Dateimanager danach. Desweiteren beklagten die User, dass minimierte Fenster “verschwinden”: Die Liste der gerade genutzten Dokumente erwies sich als nicht zugänglich. Ein weiteres Problem bestand darin, Dokumente voneinander zu unterscheiden. Zudem wollen die Benutzer die Dokumente zunächst öffnen, um dann erst die zugehörigen Fenster anzuordnen.

Interessant ist, dass viele Dinge, die dem regulären Ubuntu-Nutzer keine Probleme bereiten, bei Einsteigern offenbar Verwirrung stiften. Häufig lassen sich Probleme auch auf die Gewohnheiten im Umgang mit Windows zurückführen. Die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass der Unity-Desktop noch einiges an Arbeit benötigt, um reif für den massenhaften Einsatz in Ubuntu 11.04 zu werden. Man darf gespannt sein, wie die Entwickler das Feedback aufnehmen und umsetzen.

[Diese News entstammt der Zeitschrift Ubuntu User]

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