Steve Jobs stänkert gegen Android

Steve Jobs ist Mitgründer und CEO von Apple. Foto: Matt Yohe, CC-by-sa 3.0

Entgegen seiner Gewohnheit hat Steve Jobs überraschend an der Ankündigung der Apple-Quartalszahlen teilgenommen – und sich dort den Rivalen Google und die Android-Plattform vorgeknöpft.

Die englische Zeitung The Guardian hat sich die Mühe gemacht, die Ansprache von Steve Jobs während des so genannten Earning Calls von Apple zu transkribieren. Jobs nimmt demnach die ohnehin zahlenlastige Veranstaltung zum Anlass, einige Verkaufsstatistiken von I-Phone und Co mit den Android-Verkäufen zu vergleichen – inklusive den Hinweis, dass es belastbare Zahlen nur von Apple gebe, nicht aber von Android-Geräten.

14,1 Millionen verkaufte I-Phones im abgelaufenen Quartal nennt Jobs: Damit habe man die von RIM genannten 12,1 Millionen Blackberrys übertroffen. Gegen die von Google-Chef Eric Schmidt genannten 200.000 Android-Aktivierungen pro Tag kontert Jobs mit durchschnittlich 275.000 verkauften I-Phones täglich, an besseren Tagen auch mal 300.000. Nebenbei habe Apple 300.000 Apps im Store, Android nur 90.000. Der Apple-Chef wünscht sich, auch von den Android-Herstellern genaue Stückzahlen aus dem Verkauf zu bekommen.

Steve Jobs ist Mitgründer und CEO von Apple. Foto: Matt Yohe, CC-by-sa 3.0

Steve Jobs ist Mitgründer und CEO von Apple. Foto: Matt Yohe, CC-by-sa 3.0

Neben dem Hinweis auf bessere Verkaufs- und Bestandszahlen lässt es sich Jobs nicht nehmen, sein Geschäftsmodell als das bessere anzupreisen. Die Behauptung, dass Android das bessere, da freie Betriebssystem sei, hält Jobs für falsch. Als Argument führt er an, dass die beiden größten Produzenten von Android-Telefonen HTC und Motorola dem Android-Betriebssystem eigene User-Interfaces überstülpten.

Android sei außerdem dabei, sich hoffnungslos zu verzweigen: Jobs zitiert die Tweetdeck-Entwickler, die 100 verschiedene Versionen von Android auf 244 verschiedenen Geräten gezählt hätten. Für Entwickler sei das ein Albtraum, so Jobs, und viele Android-Apps funktionierten nur auf bestimmten Geräten. Für Nutzer unzumutbare Fragmentierung sieht Jobs auch beim Store-Angebot, indem Amazon, Horizon und Vodafone eigene App-Markets aufbauen wollen.

Jobs Fazit: Die Diskussion über freie oder geschlossene Plattformen verneble die entscheidende Frage. Sie lautet: “Was ist besser für den Benutzer? Fragmentiert oder integriert?”

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