MySQL-Manager Kaj Arnö verlässt Oracle

Der seit über neun Jahren eng mit MySQL verbundene Kaj Arnö hat seinen Abschied von MySQL AB und damit von Oracle verkündet. Arnö hat bereits Ende Juni gekündigt und nimmt zunächst eine Auszeit.

In seinem Blogbeitrag nennt Arnö keine Gründe für den Abschied. Er hat allerdings seine Kündigung kurz vor dem Zeitpunkt eingereicht, als Sun Microsystems seine deutsche Niederlassung formal aufgegeben und an Oracle abgegeben hat.

Die Übergangszeit zwischen Kündigung und seinem letzten offiziellen Arbeitstag Ende September begründet er mit den Worten: In Deutschland kündigt man nicht heute bei HP und fängt morgen bei Oracle an. Arnö spielt damit wohl auf den HP-Chef Mark Hurd an, der nach seinem Abgang von Hewlett Packard zu Oracle gewechselt ist. HP hatte daraufhin Klage eingereicht, weil das Unternehmen Geheimnisverrat fürchtete, inzwischen haben die beiden Unternehmen sich gütlich geeinigt.

Mit Arnö nimmt der Schwund an MySQL-Experten bei Sun/Oracle weiter zu. Schon nach der Übernahme von MySQL AB durch Sun Microsystems hatten sich Die MySQL-Gründerväter Monty Widenius und Marten Mickos verabschiedet, damals im Streit über die zukünftige Entwicklung von MySQL. Weitere ehemalige MySQL-Mitarbeiter haben inzwischen mit SkySQL ein eigenes Unternehmen gegründet.

Oracle hat seit der Übernahme von Sun in diversen Teilbereichen der ehemaligen Sun-Sparten wichtige Mitarbeiter verloren, darunter Java-Urvater James Gosling, der Sun/Oracle kurz nach der Akquisition verlassen hat. Auch beim in Oracles Besitz übergegangenen Open Office rumort es. Vor kurzem hat sich innerhalb der Community eine Gruppe gefunden, die mit der Gründung der Document Foundation das Büropaket unabhängig von Firmeninteressen machen will und mit Libre Office – aus rechtlichen Gründen – eine eigene Version herausgibt. Querelen sind auch bei Opensolaris nicht von der Hand zu weisen. Jüngst hat sich das lange Zeit als Schnittstelle zwischen dem Unternehmen Sun Microsystems und der Community fungierende Opensolaris Governing Board selbst aufgelöst. Nach der Übernahme von Sun habe Oracle das Board ignoriert, hieß es in der Begründung.

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