Bahn bringt Mobilticket und Android-App

Die Deutsche Bahn erweitert ab sofort ihr Mobil-Angebot. Reisende benötigen neuerdings keinen Ausdruck ihres Tickets mehr und erhalten standortbezogene Auskünfte. Das Unternehmen will in kontrollierten Rahmen seine Daten auch für weitere Mash-ups zur Verfügung stellen.

Nach einer Java-Anwendung und einer App für das I-Phone gibt es ab sofort auch den Railnavigator in der Version 1.0.7 kostenlos im Android Market. Die Bahn hat dazu eine eigene Anwendung implementieren lassen, die auch von den typischen Geräteeigenschaften wie hochauflösendes Display oder GPS-Empfängern Gebrauch macht. Auf diese Weise lotst die Software beispielsweise Orientierungslose direkt nach Hause oder speichert regelmäßig genutzte Routen ab. Gerade die Funktion, Fahrpläne für häufig genutzte Strecken direkt auf dem Gerät zu hinterlegen, aber auch die Integration mit dem eigenen Kalender oder einer Kartenfunktion machen den Railnavigator zu mehr als nur einem Smartphone-Zugang zu m.bahn.de, der offiziellen Mobilseite des Reisekonzerns.

Doch auch auf der Website haben die Anbieter einiges getan. Rufen Anwender sie mit einem Webkit-Gerät auf, so erhalten sie beispielsweise unter dem Menüpunkt “Haltestellen in der Umgebung” abhängig vom Aufenthaltsort eine Liste von Abfahrtspunkten. Die Ergebnisse lassen sich gleich in eine Verbindungsabfrage übernehmen.

Auch Reisende ohne Mobilgerät profitieren von kleinen, aber nützlichen Erweiterungen: Bei einer Verbindungssuche auf der Website zeigt das Portal beispielsweise neuerdings jeweils die wirklich günstigsten Tarife an — auch bei den Sparpreisen. Damit gehört die ärgerliche Lotterie, ob die Tickets verfügbar sind, der Vergangenheit an.

Ob die Bahn auch dem Baumsterben entgegenwirken möchte, hat der Konzern nicht mitgeteilt, allerdings ist es nun möglich, ein elektronisches Ticket auch aufs Mobiltelefon senden zu lassen. Die Entwickler haben sich dabei für MMS als Zustellweg entschieden: “Die aktuelle Gerätegeneration hat endlich hinreichend große Displays, um den Barcode anzuzeigen”, erklärt Mathias Hüske, Leiter Online- und Agenturvertrieb: “wir überlegen noch, ob wir in der Zukunft zusätzlich auch E-Mail als Zustellweg anbieten wollen.” Der Versand des Tickets kostet den Bahnreisenden nichts extra, versehentlich gelöschte Tickets lassen sich auch erneut anfordern.

Künftig ist nur noch ein einziger Account bei bahn.de notwendig, um Tickets zu bestellen. Das kann nun auch ein Reisecenter oder ein Kollege mit richtigem Desktop erledigen und dann das Ticket an eine Mobilnummer zustellen lassen. Ländertickets, mit denen Reisende einen Tag lang allen Nahverkehrszüge eines Bundeslandes nutzen dürfen, lassen sich neuerdings auch online bestellen. Fahrgäste müssen das Ticket jedoch ausdrucken, weil die teilnehmenden Verkehrsverbünde keine technische Ausrüstung haben, um die Barcodes zu überprüfen. Deshalb setzt die Bahn hier auf besondere Sichtmerkmale, die einem Wasserzeichen ähnlich von Kontrolleuren geprüft werden können.

Einen Ausblick gab Hüske in weitere Mashups der DB-Daten. “Bereits jetzt nutzen einige Anbieter unsere Daten in einer Grauzone und parsen unsere Website aus”, weiß der Bahner. So gab es bislang einige Android-Apps, die auf diese Weise einen Fahrplan anboten. “Solange diese Abfragen im Rahmen bleiben, unternehmen wir aktiv nichts”, erläutert Hüske, “allerdings müssen wir den reibungslosen Betrieb unserer Server gewährleisten. Allein auf unserem Mobilportal fragten Anwender im letzten Quartal nach knapp 15 Millionen Zuginformationen.” Schnittstellen und APIs gibt es zwar bereits für große Kunde und Partner, aber langfristig überlegt die Bahn, diese Zugänge auch öffentlich bereitzustellen, sobald eine Lastbegrenzung umsetzbar sei.

E-Mail Benachrichtigung
Benachrichtige mich zu:
0 Kommentare
Älteste
Neuste Beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
Nach oben