Cebit 2010: Best-Source-Diamanten schürfen

Im Open-Source-Forum auf der Cebit präsentierte IT-Novum-Geschäftsführer Michael Kienle zur Veranschaulichung des Open-Source-Modells einen Diamanten. Pragmatisch jedoch führte er den Begriff “Best Source” ein und schwor auf gemischte Umgebungen .

“Frei wie in freier Rede, nicht wie in freiem Bier”: Kosten für Anpassung, Wartung und Support fallen auch bei freier Software an, sagt Kienle in seinem Vortrag. Unter dem fragenden Titel “Kann Software 100 Prozent Open Source sein?” erläutert er diese zentrale Falschannahme sowie Unterscheidungsmerkmale in bezug auf konventionelle Software. Wenn Unternehmen Geschmack an quelloffener Software finden, kommt das seiner Meinung nach aus einer von zwei Richtungen: Entweder es beginnt bei den Anwendern, ein typisches Einsteigerprodukt wäre etwa Open Office. Oder es beginnt am Backend des IT-Bereichs, etwa bei der Administration.

Den Kostenvorteil lässt das OSBF-Mitglied nach der ersten klaren Ansage aber dennoch gelten. Er vergleicht dazu ein grobes Projektkalkulationsmodell, das sich in fixe Kosten für Lizenzen und Anpassungen sowie variable Ausgaben für Lizenz-, Funktionserweiterungen und Betriebskosten aufteilt. Während freie Software oft kostenfrei bezogen werden kann, falle auf jeden Fall bei der Funktionsanpassung Aufwand an, erklärte Kienle. Dasselbe gelte jedoch für proprietätre Software. So gibt es, schließt Kienle, zwar nicht unbedingt bei Entwicklung und Betrieb von Open-Source-Projekten Kostenvorteile, wohl aber bei den Lizenzkosten. Was das Unternehmen dadurch einspart, kann es in Investitionen stecken – das sei der eigentliche Rechungsunterschied zum konventionelle Modell.

Die Punkte Kosten und Innovation setzt Kienle schließlich zusammen mit den Punkten Unabhängigkeit, Flexibilität und Sicherheit in ein Bild, verbindet die Ecken – und präsentiert den “Open-Source-Diamanten”. “Kein Dogma” fordert er jedoch für die IT-Struktur eines Unternehmens: Was da und brauchbar sei, soll weiterführt werden. Weder Open noch Closed Source sollten zum Muss werden. Der Referent bringt das auf dem Punkt mit dem Begriff “Best Source”: Von jedem das beste.

Michael Kienle hat einen Vorstandssitz bei der Open Source Business Foundation inne und steht als Geschäftsführer der IT Novum GmbH vor, eine Systemintegratorin, der beispielsweise sowohl mit Alfresco als auch mit SAP arbeitet.

E-Mail Benachrichtigung
Benachrichtige mich zu:
0 Kommentare
Älteste
Neuste Beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
Nach oben