Ubuntu wählt Grub 2.0

Nachdem der Kampf zwischen Grub und Lilo weitgehend entschieden ist, sitzt nun bereits der Nachfolger des etablierten Bootloaders GRUB auf der Wartebank. Das Ubuntu-Projekt will Grub 2 für Ubuntu 9.10 aufs Spielfeld schicken.

Wie Ubuntu-Entwickler Colin Watson auf der Entwickler-Mailingliste ankündigte, heißt Ubuntus neuer Bootloader Grub 2. Die von Grund auf neu geschriebene GRUB-Variante soll von nun an bei Neuinstallationen von Ubuntu zum Einsatz kommen. Die Entscheidung trafen die Ubuntu-Macher auf dem Entwickler-Treffen für Karmic Koala.

Bereits bestehende Installationen mit Grub will das Projekt aber tunlichst in Ruhe lassen: Es sei bestehende Politik, nicht einmal den existierenden alten Bootloader auf neue Versionen zu hieven. Denn schlägt die Installation des Bootloaders fehl, bedeutet das für manche unerfahrenen Anwender, ihr System neu zu installieren. Für die Einführung von Grub 2 erhofft sich das Projekt möglichst wenig böse Überraschungen.

Es gibt auch einige Gründe, die für ein Upgrade des recht stabilen alten Bootloaders sprechen. Zum einen will man Design-Fehler ausbügeln, die sich aus Gründen der Rückwärtskompatibilität noch immer im alten Grub befinden, etwa die unlogische Adressierung von Festplatten. Zum anderen bringt Grub 2 einige Features mit, die Grub nicht bietet. Dazu gehören die grafische Oberfläche, der Skripting-Support, die Internationalisierung, der Wegfall von Stage 1.5, die plattformübergreifende Architektur sowie das dynamische Laden zusätzlicher Module zur Laufzeit.

Wer abenteuerlustig ist, kann den Bootloader auch jetzt bereits nachinstallieren, das Wiki unter https://wiki.ubuntu.com/KernelTeam/Grub2Testing verrät mehr zu diesem Thema. Treten beim Einsatz des neuen Bootloaders Fehler auf oder fehlen Features, über die der alte Bootloader verfügt, bittet Watson um Bug-Reports unter https://bugs.launchpad.net/ubuntu/+source/grub2.

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