Klein aber fein – die neue Minor-Version kann mehr als die alte, zum Beispiel Schatten werfen, Achsen kreuzen und Diskussionen in Dokument-Kommentaren anzetteln.
Nach dem Feature-Freeze im Dezember und dem Release-Kandidaten vor genau einem Monat betritt Open Office 3.1 genau gemäß Roadmap die Bühne. Zu den neuen Fähigkeiten gehört Kantenglättung (Anti-Aliasing). Grafiken wie Diagramme und Linien hinterlassen jetzt Spuren beim Verschieben, was der Orientierung dienen soll. Ein neuer Locking-Mechanismus sperrt ein im Netzwerk benutztes Dokument und informiert darüber, wer es gerade bearbeitet. Für hoffentlich gute Zusammenarbeit sorgt, dass Kommentatoren eines Textes einander im Kommentar nun antworten können (siehe Galerie).
Mehr Neues im Writer: Wer sich gern oder oft mit großen Dokumenten voller Absatzformate und automatischem Index beschäftigt, kann einzelne Absätze nun mittels eines neuen Absatz-Attributs in das Inhaltsverzeichnis holen. Das Attribut “Gliederungsebene” weist einem Absatz oder einer Absatzvorlage die Eigenschaft einer Überschrift zu, wodurch das Element in das Inhaltsverzeichnis aufgenommen wird.
In Open Office Calc gibt es jetzt Hilfe fürs Formelnschreiben: Während der Eingabe einer Funktion blendet das Programm nun neben der Zelle ihre Syntax ein. In Calc hat auch die Diagrammdarstellung einmal mehr jene Neuerungen erfahren, für die die meisten Leute gestimmt hatten – im QA-Bereich von Open Office kann jeder mit seiner Stimme einen eingereichten Bug oder Feature-Request als wichtig betonen. Nun ist es zum Beispiel möglich, die Achsen eines Koordinatensystems sich am Nullpunkt kreuzen zu lassen, so dass vier Quadranten entstehen. Diese Fähigkeit ist in Microsoft Excel und auch in Gnome Gnumeric implementiert, daher lief der Request neben “Usability” auch unter dem Tag “Interoperabilität”. Besonders gefragt war er jedoch von Lehrern in Schulen, die sich auf der QA-Seite in die Diskussion einklinkten: “Alle Mittelschulen in Nordfrankreich haben jetzt mindestens einen Rechnerraum. Wir haben überall Open Office installiert. Den Kollegen und Schülern ist diese Funktion sehr wichtig und beeinflusst maßgeblich die Wahl zwischen Open Office Calc und Microsoft Excel”, heißt es da. Es hat gewirkt.
Für Anwender der Open-Office-Datenbank Base, die mit Makros arbeiten, ergibt sich eine wichtige Neuerung: Ab Version 3.1 speichert Open Office eine Datenbankanwendung mit Makros und Skripten direkt in einer ODB-Datei, und nicht mehr in Unterelementen wie Formularen oder Reports. Für Makros ist der Speicherort in den Unterelementen eines Datenbankdokuments gar nicht mehr gegeben, sondern Open Office ordnet sie dem Dokument als Ganzes zu. Daraus ergibt sich jedoch eine Inkompatibilität mit alten Base-Dokumenten, sofern Makros in ein Unterelement eingebettet sind. Base-Anwender müssen ihre Makros daher in die neue Version migrieren. Dafür soll es eine eigene Funktion “Makros migrieren” im Makros-Menü geben.
Open Office 3.1 steht lokalisiert auf der Seite des deutschen Teilprojekts zum Download bereit.
- Eine eingefügte Bilddatei zeigt beim Verschieben ebenfalls an, wo sie war, beeindruckt aber nicht mit Transparenzeffekten.
- Schulen brauchen es, andere freut es vielleicht: Als Diagramm ist ab sofort ein ordentliches kartesisches Koordinatensystem mit Nullpunkt und vier Quadranten erhältlich.
- Neu: Fehlende Werte eines Graphen können auf dreierlei Weise dargestellt werden.
- Ganz rund lief die Anwendung nicht, war aber auch nur der RC. Ob das bei der Finalversion besser wird?
- Wie war das doch gleich… Kleine Syntaxhilfe beim “Formelieren” in Open Office Calc.
- Das neue Attribut “Gliederungsebene” verhilft auch einfachen Absätzen zur Präsenz im automatisch erstellten Inhaltsverzeichnis.
- Textteile, deren Hintergrund eingefärbt war, präsentieren sich beim Markieren in unterschiedlichen Farben.
- Einladung zum konstruktiven Austausch (oder auch nicht): die Antwortfunktion in Kommentaren.
- Am Startbildschirm gibt es in der Minor-Version nichts Neues.
- Zeichenelemente zeigen beim Verschieben einen transparenten Hintergrund und hinterlassen zur Orientierung eine Doublette am alten Platz.
- Praktisch: der neue Schieberegler für den Zoom-Faktor.














