Open Source im Wahlkampf

Wahlkampfthemen sind Steuern, Arbeitslosengeld, Krieg und so. Man stelle sich vor, Open Source würde zum Wahlkampfthema. Wenn es dazu nicht reicht, könnte quelloffene Software – und alles, was damit zusammenhängt, also mitmachen, kreieren, teilen, sich nichts sagen lassen – wenigstens Thema von Wahlkampagnen sein. Lippen- und allgemein gehaltene schriftliche Bekenntnisse zehntrangiger Politiker bewirken an sich zwar nicht viel, aber Bekanntheitsgrad und politisch-strukturelle Förderung freier Software wären damit ein Stück voran zu bringen. Noch ist es nicht so weit. Allerdings gibt es auf europäischer Ebene zur Wahl des europäischen Parlaments am 7. Juni eine solche Kampagne: Der “Free Software Act” startete im März. Zwei Organisationen aus Frankreich und Italien haben eine Webseite aufgesetzt und sammeln parteiübergreifend Kandidaten der Europawahl, wohlgemerkt Kandidaten: Also Leute, die schlicht Werbung für sich machen. Und auch davon sind es bislang nur elf: Sie bekennen sich auf einem Stück Papier zur Förderung freier Software sowie dazu, sie in das EU-Parlament bringen zu wollen – oder es zumindest nicht zu behindern. Klatsch klatsch.

Das wars auch schon. Aber das ist immerhin etwas.

Neben der politisch-gesellschaftlichen Bedeutung des Vorgangs ist auf jeden Fall die Software interessant, die die Kampagnenbetreiber beteiligungswilligen Leuten zur Organisation ihrer Lokalgruppe anbietet: Die webbasierte “Grassroot Platform Technology” unter der Affero GPL, mit der Leute sich und ihre Arbeit koordinieren können, ist speziell für virtuelle Zusammenschlüsse gedacht.

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