Taschenpropaganda

Mütter, Onkel oder Großeltern jenseits der 60 an Computer heranzuführen, ist eine Sache für sich (manche denken, im Internet müssen sie Mitglied werden). Sie an Linux heranzuführen, geht noch eine Differenzierungschicht tiefer und ist ohne Anschauungsmaterial recht nutzlos. Im Urlaubsgepäck kann sich aber leicht so ein kleines Linux-Netbook befinden. So wird zur Roadshow, was zum Beispiel nur als Bildervorführung der neuen Wohnung gedacht war.

Spaß hat man etwa mit der Kamera, wenn man zusammen mit Muttern kleine Filme mit Warp-Effekt dreht oder im Bild auf dem Kopf steht. Für Überraschung sorgt, wenn die Bekannte, die außer Windows nichts kennt und beruflich reine Anwenderin ist, erkennt, das Open Office auch nicht anders aussieht. Zuversicht entsteht, wenn der Linux-Rechner auch die Speicherkarte oder den USB-Stick des Onkels anstandslos anzeigt.

Ratloses Schweigen herrscht zwar, wenn ich als Unterscheidungsmerkmal sage: “Das ist freie Software.” Nicht korrekt, aber der Vereinfachung wegen füge ich hinzu: “Das ist alles Linux.”

So haben sie es zumindest schon einmal gehört.

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