Eine Sicherheitslücke in der Ubuntu-Komponente snap-confine ermöglicht nicht privilegierten lokalen Benutzern, auf bestimmten Ubuntu-Desktop-Systemen vollständige Root-Rechte zu erlangen.
Die Qualys Threat Research Unit entdeckte die als CVE-2026-8933 geführte Schwachstelle. Sie betrifft Ubuntu Desktop 24.04, 25.10 und 26.04.
Ursache ist eine Änderung an snap-confine, die die Rechte der Komponente eigentlich stärker begrenzen sollte. Dabei entstand eine Race Condition während der Einrichtung der Sandbox. snap-confine legt dabei temporäre Verzeichnisse und Dateien unter dem Verzeichnis /tmp an. Zwischen deren Erstellung und der Übertragung des Besitzes an Root bleibt ein kurzes Zeitfenster, in dem ein nicht privilegierter Benutzer die Dateien kontrollieren kann.
Der Angriff nutzt laut Qualys zwei miteinander verbundene Wettlaufsituationen. Zunächst bindet der Angreifer unmittelbar nach der Erstellung ein FUSE-Dateisystem in das temporäre Arbeitsverzeichnis ein. Anschließend setzt er einen symbolischen Link auf eine frei wählbare Zieldatei. Wenn snap-confine eine Datei für die Sandbox anlegt, kann der Vorgang dadurch in die Ziel Datei schreiben. Eine weitere Race Condition ermöglicht es, die Dateirechte vor der Übertragung des Besitzes an Root auf einen uneingeschränkten Wert zu setzen.
Über eine speziell präparierte Datei im Verzeichnis /run/udev/rules.d/ kann der Angreifer anschließend den Dienst systemd-udevd dazu bringen, Befehle mit Root-Rechten auszuführen. Damit lässt sich die lokale Rechteausweitung abschließen.
Die anfällige Variante von snap-confine kommt standardmäßig in Ubuntu Desktop 26.04 und 25.10 zum Einsatz. Auch Ubuntu Desktop 24.04 ist betroffen, wenn das System auf aktuelle snapd-Pakete aktualisiert wurde. Canonical hat nach der koordinierten Meldung der Schwachstelle Sicherheitsaktualisierungen über das Ubuntu-Sicherheitsteam veröffentlicht. Betreiber betroffener Systeme sollten die verfügbaren snapd-Updates umgehend installieren.




