Das Pentagon fordert vom KI-Anbieter Anthropic seine Technologie für militärische Nutzung zu öffnen. Anthropic wehrt sich und sieht weitere Gefahren.
Der US-amerikanische KI-Entwickler Anthropic ist im Streit mit dem US-Verteidigungsministerium vor Gericht gezogen. Die Einstufung als Lieferkettenrisiko durch das Pentagon sei nicht haltbar, schrieb Firmenchef Dario Amodei in einem Blogbeitrag [1]. Daher sehe sich Anthropic gezwungen, die Entscheidung “gerichtlich anzufechten”.
Hintergrund der Einstufung ist Anthropics Weigerung, den US-Behörden uneingeschränkten Zugang zu seinen KI-Modellen zu gewähren. Knackpunkte in den gescheiterten Verhandlungen waren der Einsatz der Anthropic-Systeme zur Massenüberwachung von US-Bürgern sowie die Frage, inwieweit KI-basierte Waffensysteme autonome Entscheidungen zur Tötung von Menschen treffen können.
Aus diesem Grund stufte das Pentagon das KI-Unternehmen Anfang März 2026 als Lieferkettenrisiko ein. Zuvor hatte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth gedroht: “Mit sofortiger Wirkung darf kein Auftragnehmer, Lieferant oder Partner, der mit dem US-Militär Geschäfte macht, kommerzielle Aktivitäten mit Anthropic durchführen.” Das würde bedeuten, dass der US-Konzern Amazon beispielsweise nicht mehr seine Server für Anthropic bereitstellen dürfte.
Doch diese Interpretation weist Anthropic entschieden zurück. Das soll auch aus dem offiziellen Schreiben des Pentagon hervorgehen. Die Formulierungen deckten sich mit einer früheren Einschätzung von Anthropic, wonach “die überwiegende Mehrheit unserer Kunden von einer solchen Einstufung nicht betroffen ist”. Die Einstufung beziehe sich nur “auf die Nutzung von Claude durch Kunden im Rahmen von Verträgen mit dem US-Kriegsministerium, nicht auf die gesamte Nutzung von Claude durch Kund...
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