Aus Linux-Magazin 07/2025

Notizen zur diesjährigen Stackconf

© Netways

Ein bewährtes Konferenzkonzept debütiert am neuen Ort: Die Stackconf versammelte an Infrastruktur und Open Source Interessierte aus aller Welt zu einem informativen Gedankenaustausch.

Ganz zu Anfang wie die Schwesterkonferenz OSMC auch in Nürnberg beheimatet, dann für viele Jahre nach Berlin abgewandert, feierte die von der Netways Event GmbH ausgerichtete Stackconf in diesem Jahr ihr Debüt in München. Auch dorthin konnte der Veranstalter wieder knapp 100 Experten aus Deutschland, Belgien, Israel, Italien, den Niederlanden, Spanien, der Schweiz, Großbritannien und den USA locken. An den beiden Konferenztagen bot ihnen der Veranstalter ein interessantes Vortragsprogramm.

Die Referenten schlugen thematisch einen weiten Bogen. Eng am Kernthema der Konferenz, der Open-Source-Infrastruktur, orientierte sich Jimmy McArthur, Director Business Development der OpenInfra Foundation [1]. Er stellte die Arbeit der gemeinnützigen neutralen Organisation vor. Zu den von ihr betreuten Open-Source-Projekten gehört eines der weltweit größten überhaupt: das inzwischen 15 Jahre alte OpenStack, das in weltweit über 300 Public-Cloud-Rechenzentren läuft. Für die kommende Entwicklung identifizierte McArthur vier Trends: Das Streben nach digitaler Souveränität, die Modularisierung von Rechenzentren, künstliche Intelligenz als bestimmender Faktor für die Infrastruktur von Rechenzentren und Sorgen um die IT-Sicherheit.

Diese Trends spiegelten sich auch im Konferenzprogramm wider. Zum Thema Sicherheit gab es beispielsweise einen Vortrag von Luca Guerra über Falco [2]. Das regelbasierte Container-Runtime-Security-Tool für diverse Plattformen, darunter Kubernetes, erkennt Bedrohungen in Echtzeit, indem es die Workloads des Kunden permanent beobachtet, und alarmiert ihn bei Auffälligkeiten. Der Workshop besprach Installation und Konfiguration und ging zudem auf die Erweiterung Falco Talon ein, die automatisierte Reaktionen auf erkannte Probleme erlaubt.

Auch Softwareentwickler kamen auf ihre Kosten, etwa beim Referat von Marco Pierobon über Design-Prinzipien für skalierbare, zuverlässige und sichere APIs oder beim Vortrag von Milos Sutanovac über einen neuen Trend in der Webentwicklung namens Local-First Paradigm. Es verspricht den Benutzern, dass sie Eigentümer ihrer Daten bleiben und Anwendungen erhalten, die unabhängig von den Bedingungen im Netzwerk problemlos funktionieren.

Schließlich brachte Daniel Hiller das Thema Softwareentwicklung und den Megatrend KI zusammen. Das lief diesmal nicht auf einen unterstützenden Programmier-Chatbot à la Github Copilot hinaus, sondern entpuppte sich als interessante Anwendung beim Softwaretesten. Sogenannte flaky tests, also Tests, die sowohl erfolgreiche als auch fehlgeschlagene Durchläufe aufweisen, obwohl keine Änderungen am Code oder am Test selbst vorgenommen wurden, untergraben das Vertrauen in die Tests, verlängern die Testphase und verschwenden Ressourcen. Hiller stellte eine Software vor, die mittels maschinellem Lernen mit achtzigprozentiger Sicherheit vorhersagen kann, welche Tests flaky sein könnten. Damit muss man nicht mehr alle Tests mehrfach wiederholen, um unzuverlässige Resultate herausfiltern zu können. Das wiederum spart 88 Prozent der Kosten für die Testwiederholungen.

Neben dem informativen Vortragsprogramm kam auch diesmal die Zeit zum Netzwerken und für Erfahrungsaustausch in den Pausen und auf einer Abendveranstaltung nicht zu kurz. Alles in allem lässt sich der Stackconf eine gelungene Premiere in München bescheinigen.

Infos

  1. Open Infra Foundation: https://openinfra.org
  2. Falco: https://falco.org
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