Zu wenige Entwickler, zu schlechte Organisation: Der neue Compiz Council soll das 3D-Desktop-Projekt aus der Krise führen.
Das Compiz-Projekt ist nicht gerade als Fels der Stabilität bekannt: Nachdem sich die Entwickler des 3D-Desktops in zwei Projekte (Compiz und Beryl) aufsplitteten, gab es mit Compiz Fusion die große Wiedervereinigung. Diese konnte die Richtungskämpfe aber offenbar nicht beenden – im Januar gab es wieder Streit um den Kurs des Projekts.
In einer Mail kündigten einige Entwickler nun offenbar eine Lösung an: Sie wollen ein Führungsgremium gründen, das über die zukünftige Richtung des Projekts entscheidet. Das besteht aus fünf etablierten Hauptentwicklern, zu denen Danny Baumann, Dennis Kasprzyk, Guillaume Seguin, Kristian Lyngstøl und Sam Spilsbury gehören. Der Compiz Council soll eine offene Diskussion einleiten und entscheiden.
Zu den ersten Entscheidungen gehört die Aufstellung einer Roadmap. Compiz Fusion wird demnach zukünftig nur noch Compiz heißen und will sich von Freedesktop.org lösen. Man will Compiz++ (eine C++-Variante), Nomad (ein Fork von Novell) und Compiz auf längere Sicht mergen und bald einen Release-Termin für Compiz 0.8 festlegen.
Nach der Vereinigung von Compiz und Compiz++ soll dann Compiz 0.9 erscheinen. Version 0.9.2 soll ein reiner Bugfix-Release werden, danach erst soll Nomad in Compiz einfließen, wenn es soweit ist. Das nächste stabile Release erwarten die Entwickler für August/September 2009, das hänge insbesondere von Nomads Zustand ab.
Bei der Entwicklung der Version 0.9 will man den kompletten Code überprüfen, ihn besser dokumentieren und gegebenenfalls aufräumen. Schlecht implementierte Features werden beseitigt, können aber reimplementiert werden, wenn sich ein Entwickler finden, die es betreuen.



