Kernel-Maintainer wegen Russland-Sanktionen ausgeschlossen

Linus Torvalds. Quelle: Linux Foundation

Mit einer Nachricht an die Kernel-Mailingliste hat Greg Kroah-Hartman die Accounts und Namen mehrere Entwickler aus der Kernel-Entwicklung entfernt. Linus Torvalds machte später klar, dass die russischen Aggressionen Grund für den Ausschluss der Entwickler sind, ohne konkrete Verstöße zu nennen.

Greg Kroah-Hatman hatte in seiner Mail noch geschrieben, dass die zwölf Einträge aufgrund verschiedener Compliance-Anforderungen entfernt wurden. Sie könnten wieder aufgenommen werden, wenn eine ausreichende Dokumentation vorgelegt werde. Die betrffenen Entwickler waren unter anderem für Treiberimplementierungen zuständig.

Auf Fragen aus der Entwicklergemeinde, worin die Compliance-Verstöße bestanden hätten reagierte Torvalds unwirsch, blieb aber vage: „Es ist völlig klar, warum die Änderung vorgenommen wurde, sie wird nicht rückgängig gemacht, und die Verwendung mehrerer zufälliger anonymer Konten, um zu versuchen, sie durch russische Troll-Fabriken zu ‘unterwandern’, wird nichts ändern.“ Torvalds antwortet noch: „Wenn Sie noch nichts von den russischen Sanktionen gehört haben, sollten Sie einmal versuchen, die Nachrichten zu lesen. Und mit ‘Nachrichten” meine ich nicht die vom russischen Staat gesponserte Spam.“

In einer weiteren Mail deutet Torvalds an, dass er auf juritischen Rat reagiert habe. Zwar gebe es keine Verschwiegenheitsklausel, aber er sei kein Anwalt, also werde er nicht auf die Details eingehen, die ihm – und anderen Maintainern – von Anwälten erzählt wurden. Er werde auch nicht anfangen, rechtliche Fragen mit irgendwelchen Leuten im Internet zu diskutieren, bei denen er ernsthaft vermute, dass sie bezahlte Akteure sind, schreibt Torvalds weiter.

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4 Kommentare
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Uwe Henschel
1 Jahr her

Die Russophobie hat nun auch LINUX erreicht – Pfui!

Uwe Henschel
1 Jahr her

und hier wird eine freie Meinung zensiert – aha Art5 GG ??

René
1 Jahr her

Die Russen “kämpfen” an allen Fronten und wer weiß, was sie machen. Mit Nordkorea sind sie jetzt noch gefährlicher geworden.

Martin
1 Jahr her

Es gab mal eine Zeit in der der Sport verbindend war und politische Spaltung überwunden hat. Das ist heute anders. Open Source ist ein Gemeinsschaftsprojekt vieler Völker und sollte diese politische Spaltung ebenfalls nicht mitmachen. Es ist eine Schande, dass nun auch wichtige Köpfe der Open Source Gemeinde bei dieser Spalterei und Hetze mitmachen. Ich bin sehr sehr enttäuscht.

Last edited 1 Jahr her by Martin
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