Aus Linux-Magazin 08/2024

Betrug beim Deutschlandticket

© TAKASHI HONMA / 123rf.com

Das Deutschlandticket lässt sich auf unterschiedliche Weise bestellen – dabei immer notwendig ist eine IBAN für die Abbuchung. Es kam zu Betrugsfällen mit gestohlenen Kontodaten, die erhebliche finanzielle Schäden verursachten. Nun gibt es strengere Sicherheitsmaßnahmen.

Das Deutschlandticket können sie bequem online über die Webseiten der regionalen Verkehrsbetriebe oder der Deutschen Bahn ordern. Viele Verkehrsverbünde bieten zudem mobile Apps an, über die Sie das Ticket kaufen können. Alternativ erwerben Sie das Ticket ganz altmodisch in den Kundenzentren oder Verkaufsstellen der Verkehrsunternehmen persönlich. In einigen Fällen bekommen Sie es außerdem an Fahrkartenautomaten. Das Deutschlandticket gitb es darüber hinaus als monatliches, jederzeit kündbares Abonnement. Für die monatliche Abbuchung des Ticketpreises benötigen Sie eine gültige IBAN, die Sie beim angeben müssen.

Bei nahezu allen Verkehrsunternehmen in Deutschland gab es im Zusammenhang mit der Bestellung von Deutschlandtickets Fälle von IBAN-Betrug. Auch die Dresdner Verkehrsbetriebe AG (DVB) sind davon betroffen und haben eine entsprechende Meldung veröffentlicht [1]. Bei Ordern der Tickets verwendeten Kriminelle falsche oder gestohlene Kontodaten, was entweder zu fehlschlagenden Abbuchungen oder zu Belastungen auf Konten führte, deren Inhaber das Ticket nicht bestellt hatten.

Insgesamt nennen die DVB eine Zahl von etwa 15::000 Rückbuchungen, was einem wirtschaftlichen Schaden von rund 1,4 Millionen Euro entspricht. Das gesamte Ausmaß der gestohlenen Kontodaten lässt sich kaum einschätzen, weil die Opfer den Betrug zunächst bemerken und das falsch abgebuchte Geld daraufhin zurückfordern müssen. Um einen unkomplizierten Zugang zum vergünstigten ÖPNV-Ticket zu ermöglichen, verzichtete man bei der Einführung auf langwierige Bonitätsprüfungen und Schufa-Auskünfte. Diesen Umstand nutzten die Täter aus, um Tickets mit gestohlenen Daten zu kaufen. Während es sich anfangs lediglich um Einzelfälle handelte, häufte sich diese Betrugsmasche zuletzt.

Die DVB haben sich in Zusammenarbeit mit ihren Dienstleistern um Gegenmaßnahmen bemüht und die Ermittlungsbehörden eingeschaltet. Das soll die Sicherheit und Integrität des Deutschlandtickets für alle ehrlichen Kunden gewährleisten. Bis weitere Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt sind, lässt sich das Deutschlandticket derzeit ausschließlich als Chipkarte anfordern. Weitere Details gelangen momentan nicht an die Öffentlichkeit, um den Tätern keinen Vorteil zu verschaffen.

Im Februar 2024 haben die Ermittler in Sachsen-Anhalt einen 15-Jährigen festgenommen [2], der unter Verdacht steht, illegal mit Deutschlandtickets gehandelt zu haben. Dadurch soll ein Schaden von etwa 16 000 Euro entstanden sein. Auf seinem Smartphone fand die Bundespolizei nach eigenen Angaben mehrere hundert Deutschlandtickets mit unterschiedlichen Namen. Die für den Kauf nötigen Daten soll der Verdächtige durch Computerbetrug beschafft haben.

Um solche Betrugsversuche zukünftig zu verhindern, verlangt die Deutsche Bahn seit Ende des vergangenen Jahres eine Kontoverifizierung von ihren Kunden, sobald sie ein Abo abschließen möchten. Die DB arbeitet mit den Finanzdienstleistern Tink und Verimi zusammen, wobei sich die Kunden im Online-Banking-System ihrer Bank anmelden müssen. Der Haken: das Verfahren schreckt nicht nur Kriminelle, sondern auch einige Kunden ab.

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