State of Ransomware Reports für die Industrie

Security-Spezialist Sophos hat den aktuellen State of Ransomware Reports für die verarbeitende Industrie vorgestellt. Fazit: Es ist keine Entspannung in Sicht: Angriffe werden häufiger und raffinierter, zugleich steigen die Lösegeldforderungen und die Wiederherstellung nach einem Angriff dauert immer länger.

In der weltweiten Umfrage zwischen Januar und März unter 3000 Führungskräften aus 14 Ländern, die für IT/Cybersecurity verantwortlich sind, waren laut Sophos 363 aus dem Fertigungs- und Produktionssektor.

Der Anteil der produzierenden Unternehmen, die mit Ransomware attackiert wurden, sei nur wenig von 55 Prozent im Jahr 2022 auf 56 Prozent in 2023 gestiegen. Dass mehr als jedes zweite Unternehmen von den Cyberkriminellen ins Visier genommen werde, sei aber beunruhigend, teilt Sophos mit.

In der Rangliste der Angriffstaktiken hätten produzierende Unternehmen die potenziell ausnutzbaren Schwachstellen mit nur 24 Prozent vergleichsweise gut im Griff. Über alle Branchen hinweg seien Exploits für Lücken mit 36 Prozent deutlich höher.

Besonderen Nachholbedarf habe das produzierende Gewerbe laut der Studie mit 20 Prozent bei der Abwehr von Phishing-Angriffen. Der branchenübergreifende Durchschnitt liege hier bei 13 Prozent.

Ein Angriff bedeute nicht zwingend, dass die Cyberkriminellen Ransomware erfolgreich zum Einsatz bringen und Lösegeld fordern, teilt Sophos mit. Der Trend für die produzierende Industrie zeige jedoch, dass die Cyberkriminellen bei ihren Angriffen und den eingesetzten Technologien kräftig aufgerüstet haben. In der aktuellen Studie seien 68 Prozent der Angriffe „erfolgreich“ und nur 27 Prozent konnten rechtzeitig entdeckt und gestoppt werden. Im Vergleichszeitraum ein Jahr zuvor schafften es die Cyberkriminellen nur bei 57 Prozent ihrer Angriffe, die Daten zu verschlüsseln und 38 Prozent konnten verhindert werden.

Zudem komme zunehmend die „Double-Dip“-Taktik der Cyberkriminellen zum Einsatz. Dabei werden die Daten noch gestohlen, bevor sie verschlüsselt werden. Damit lasse sich das Lösegeld und die Bereitwilligkeit zu bezahlen in die Höhe treiben, da Unternehmen zusätzlich mit Veröffentlichung der Daten erpresst werden können, heißt es weiter.

Der mittlere Durchschnitt der geforderten Lösegeldsumme liegt in der produzierenden Branche bei  1.156.289 Euro. Ein Jahr zuvor habe der Durchschnitt deutlich niedriger bei 745.372 Euro gelegen.

Die Studie ist online gegen Registrierung abrufbar.

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