Zum Internationalen Frauentag hat der Digitalverband Bitkom eine Studie veröffentlicht, die ein starkes Gefälle bei der Geschlechterverteilung in der digitalen Wirtschaft aufzeigt. Bei den mehr als 500 Unternehmen der Bitkom-Branche, die repräsentativ befragt wurden, haben 11 Prozent keine Frau in der Belegschaft. In 76 Prozent liegt der Frauenanteil bei weniger als 25 Prozent und lediglich in 7 Prozent der Unternehmen liegt er zwischen 26 und 50 Prozent. 24 Prozent der Unternehmen haben sich nun das Ziel gesteckt, den Frauenanteil zu erhöhen.
Die Branche beschäftigt in Deutschland derzeit 1,25 Millionen Menschen, so der Bitkom. Frauen seien dabei stark unterrepräsentiert. Die Vizepräsidentin des Bitkom, Sabine Bendiek sagte bei der Vorstellung der Untersuchungsergebnisse. “Gemischte Teams sind für den Erfolg von Unternehmen extrem wichtig. Und wir sind auf Frauen angewiesen, um dem Fachkräftemangel zu begegnen und nachhaltiges Wachstum zu sichern. Die Zahlen sind ein Weckruf.”
Die Stärken gemischter Teams sind laut der Befragung den IT-Unternehmen klar: 93 Prozent erklären, dass sie zu einem besseren Betriebsklima beitragen, 73 Prozent berichten von höherer Produktivität in gemischten Teams. Zudem bestätigen 85 Prozent, dass Frauen neue Ideen und andere Sichtweisen ins Unternehmen einbringen und 83 Prozent meinen, dass die Wirtschaft auf IT-Spezialistinnen angewiesen ist, um dem Fachkräftemangel zu begegnen.
Der Frauenanteil hängt auch mit der Größe der Unternehmen ab, hat die Untersuchung ergeben. Je kleiner das Unternehmen, umso kleiner auch der Frauenanteil. Die Unternehmen aller Größen eint allerdings, dass sich besonders selten Frauen in der Führungsetage finden lassen. 49 Prozent haben keine Frau im Top-Management.
Die Faktoren, die den Aufstieg von Frauen hemmen, seien extern wie intern vielfältig, so die Studie. So sagen 66 Prozent, dass traditionelle Rollenbilder in den Unternehmen dazu beigetragen hätten, dass der Anteil von Frauen in Führungspositionen gering ist. Zudem vermuten 62 Prozent eine geringe Attraktivität der digitalen Wirtschaft für Frauen in Führungspositionen. Hürden beim Wiedereinstieg, etwa nach einer Schwangerschaft, sieht die Hälfte der Unternehmen (51 Prozent) als problematisch. 41 Prozent bezeichnen die Präsenzkultur in Firmen als hemmend für Frauenkarrieren.
Die digitale Wirtschaft will auf eine Vielzahl von Maßnahmen setzen, um den Frauenanteil zu erhöhen. 40 Prozent haben bereits Weiterbildungsprogramme zur Förderung von Frauenkarrieren im Einsatz, weitere 15 Prozent planen dies. 34 Prozent setzen auf familienfreundliche Arbeitsbedingungen, 11 Prozent wollen ihren Einsatz dafür weiter verstärken. Rund ein Viertel (24 Prozent) kooperiert gezielt mit Hochschulen, um Frauen zu gewinnen, weitere 14 Prozent wollen das künftig tun.




