Mit der Rally-Plattform sammelt Browseranbieter Mozilla Daten von Nutzern, die sich damit einverstanden erklären. Aus diesen Daten sollen Forscher Studien entwickeln, die dem Gemeinwohl dienen.
Die Daten, die gesammelt werden, liegen auf einem sicheren Mozilla Server, der Zugriff auf die Analyseumgebung sei streng kontrollier, teilt Mozilla mit. Der Funktionsumfang von Webbrowsern, einer Software, die von Milliarden von Menschen auf der ganzen Welt verwendet werde, verleihe Rally das Potenzial, gesellschaftliche Probleme zu lösen, die vorher nicht lösbar waren, zeigt sich Mozilla überzeugt. Ziel sei es auch, zu zeigen, dass es einen gerechten Markt für Daten gibt, auf dem alle Parteien fair behandelt werden, heißt von Mozilla weiter.
Begleitet und mitentwickelt wird das Projekt von Princeton-Professor Jonathan Mayer. Mayer sagte, dass Online-Dienste ständig mit den Nutzern experimentieren, um ihr Engagement und ihren Profit zu maximieren. Die akademische Forschung dagegen werde beim Versuch, mit Online-Diensten zu experimentieren, ausgebremst, so Mayer. Rally schreibe dieses Drehbuch neu und schaffe ein Ökosystem für die technologiepolitische Forschung.
Aus den Daten sollen die Wissenschaftler dann als Studien bezeichnete Berichte generieren. Eine dieser Studien hat Mozilla bereits veröffentlicht. Sie befasst sich mit dem Umgang von Menschen mit Nachrichten und Fehlinformationen über Politik und COVID-19 von Online-Services.
Zudem hat Mozilla ein Toolkit namens WebScience veröffentlicht. Es soll Forschern ermöglichen, standardisierte, browserbasierte Studien auf Rally zu erstellen, teilt Mozilla mit. WebScience sei auch auf Datenminimierung getrimmt, was ein zentraler Aspekt von Rally sei, um die Nutzer zu respektieren, die sich für die Teilnahme an Studien entscheiden. WebScience sei von Jonathan Mayers Team in Princeton entwickelt worden und stehe als Open Source zur Verfügung. Mozilla und die Forscher hätten gemeinsam die Pflege des Tools übernommen, teilt Mozilla mit.
Rally steht derzeit nur in Großbritannien zur Verfügung. Ein weiteres Ausrollen in andere Länder und Regionen sei geplant. Wer bei Rally mitmacht, sehe immer eine einfache Erklärung über den Zweck einer Studie und werde darüber informiert, welche Daten gesammelt und wie sie verwendet werden. Auch wer Zugang zu den Daten hat, werde mitgeteilt.
Rally selbst ist als Add-on konzipiert, das sich derzeit nur im Firefox installieren lässt. Der Nutzer erstellt dort ein Profil. Die gesammelten Daten werden laut Mozilla verschlüsselt übertragen und erst entschlüsselt, wenn sie in einer sicheren Analyseumgebung liegen, die nicht mit dem Internet verbunden sei.



