Nq 0.3.1
Queues erstellen und Tasks steuern
Quelle: https://github.com/leahneukirchen/nq
Lizenz: Public Domain
Alternativen: At, Task-Spooler
Warteschlangen für mehrere Jobs kommen oft zum Einsatz, wenn es gilt, Aufgaben sequenziell abzuarbeiten. Neben kostenpflichtigen Lösungen für große Netze tummeln sich im Internet Skripte und andere selbst geschriebene Lösungen. Alternativ bieten sich die in C implementierten Tools der Sammlung Nq an, die Posix-konform auf vielen Unix-Systemen laufen. Sie bauen die Tools in wenigen Schritten aus dem Quellcode.
Um Aufgaben in eine Queue einzureihen, rufen Sie »nq« auf, gefolgt vom ausführenden Befehl samt seiner Parameter und Optionen. Als Bestätigung schreibt Nq die Job-ID ins Terminal. Sie dient gleichzeitig als Name der Log-Datei, in die das Tool die Ausgabe des Auftrags schreibt. Als Dateierweiterung dient die Prozess-ID. In der Voreinstellung landen die Protokolle im aktuellen Verzeichnis; durch Setzen von »$NQDIR« geben Sie aber einen anderen Ort vor.
Neben dieser Queue-Verwaltung enthält die Sammlung die Tools Fq und Tq. Fq zeigt die Ausgabe des letzten Eintrags in der Warteschlange an, zusammen mit »-a« auch alle Einträge. »fq -q« listet die Jobs zeilenweise auf. Der Wrapper Tq zeigt die Fq-Ausgabe in einem neuen Tmux- oder Screen-Fenster an. Unter Linux nutzt Fq im Hintergrund Inotify.
Nq eignet sich gut, um Ad-hoc-Warteschlangen mit mehreren Befehlen zu bilden. Sie erstellen mit dem Tool bequem mehrere Make-Targets, laden Dateien herunter oder nehmen Benchmarks vor. Ein Blick auf die Beispiele unter Github lohnt sich.
Nconv 1.1.0
Zahlen in andere Zahlensysteme umrechnen
Quelle: https://github.com/dominiksalvet/nconv
Lizenz: MIT
Alternativen: Bc
Zahlensysteme stellen Zahlen nach bestimmten Regeln als Folge von Ziffern oder Zeichen dar. Die meisten Menschen kommen nur mit dem Dezimalsystem in Kontakt, Informatiker begegnen aber immer wieder dem Binär- und dem Hexadezimalsystem. Wer Zahlen nicht von Hand umrechnen möchte, findet in Nconv einen praktischen Helfer. Das kleine Tool ist als Shell-Skript nach dem Entpacken sofort einsatzbereit.
Die Dokumentation fällt recht spartanisch aus, doch ein Blick in den Quellcode zeigt, mit welchen Schaltern Nconv rechnet. So definieren die kleingeschriebenen Parameter »-d«, »-b« und »-h« das Eingabeformat, also ob es sich beim übergebenen Wert um eine Binär-, Dezimal- oder Hexadezimalzahl handelt. Die großgeschriebenen Parameter »-B«, »-D«, »-H« legen analog das Ausgabeformat fest, in das Nconv umrechnen soll.
In der Voreinstellung berücksichtigt das Tool keine Vorzeichen. Über den Schalter »-s« bringen Sie das Tool dazu, bei binären Werten das erste Bit als Vorzeichen zu interpretieren und entsprechend zu konvertieren. Die Beispiele auf der Github-Seite und die Online-Hilfe nennen auch den Parameter »-x« für eine detaillierte Ausgabe. Den unterstützt die aktuelle Version allerdings gar nicht mehr und liefert lediglich einen Fehler zurück.
Wer nicht gern mit Bc arbeitet oder selbst skriptet, findet in Nconv einen smarten Helfer. Die Entwickler müssen allerdings dringend die Dokumentation auffrischen und ausbauen.
Wuzz 0.5.0
HTTP-Requests analysieren
Quelle: https://github.com/asciimoo/wuzz
Lizenz: AGPLv3
Alternativen: Curl, Wget
Ob Webentwickler oder Pentester – wer einen genaueren Blick auf eine Webpräsenz werfen will, greift meist zu Curl oder zu einer Browser-Erweiterung. Wer Ersteres zu kompliziert und grafische Tools zu ressourcenhungrig findet, dem bietet das Go-basierte Tool Wuzz eine Alternative. Auf Github finden Sie Pakete für diverse Betriebssysteme und Plattformen und können nach dem Download des Pakets sofort loslegen. Eine Manpage fehlt; hier helfen die Beispiele und die Liste der Tastaturkürzel auf der Projektseite weiter.
Nach dem Start finden Sie sich in einer gut strukturierten interaktiven Oberfläche wieder. Im URL-Bereich geben Sie die zu prüfende Webpräsenz an. Der zurückgelieferte HTML-Code und die Metadaten erscheinen dann in den Bereichen Response headers und Response body [html]. In der Voreinstellung schickt Wuzz einen GET-Request, im Bereich »Method« können Sie aber umschalten. Wer sich für POST oder PUT entscheidet, kann unter Request data Werte für den Aufruf hinterlegen. Ein Eingabefeld am unteren Fensterrand stellt eine Suchfunktion bereit, die auch reguläre Ausdrücke unterstützt.
Als Kommandozeilentool eignet sich Wuzz auch für den Einsatz auf entfernten Rechnern. Verschiedene Parameter definieren einen Proxy oder wählen eine bestimmte SSL/TLS-Version. Um zu verhindern, dass Wuzz einem HTTP-Redirect folgt, rufen Sie das Tool mit »-R« auf. Der Einsatz unsicherer, selbst signierter SSL-Zertifikate gelingt über »-k«.
Suchen Sie nach einer interaktiven Möglichkeit, um HTTP-Requests zu analysieren, sollten Sie Wuzz unbedingt ausprobieren.
Tokei 12.1.2
Quellcode-Statistiken erzeugen
Quelle: https://github.com/XAMPPRocky/tokei
Lizenz: Apache 2.0
Alternativen: Cloc, Scc
Wer seine Code-Zeilen nicht von Hand zählen möchte, der bittet Tokei, die Auswertung zu übernehmen. Das in Rust geschriebene Tool erzeugt im Handumdrehen eine Übersicht. Es erfasst alle Dateien in vorgegebenen Verzeichnissen, zählt die Inhalte durch und gibt die Ergebnisse nach Programmiersprache sortiert auf der Shell aus. Dabei unterscheidet Tokei nach Code, Kommentaren und leeren Zeilen. Die aktuelle Version unterstützt über 200 Sprachen und Dialekte.
Ohne Parameter aufgerufen, durchforstet Tokei das aktuelle Verzeichnis. Alternativ geben Sie beim Start einen anderen Ort an. Mit dem Schalter »-f« erhalten Sie statt einer Gesamtstatistik eine detaillierte Auswertung der einzelnen Dateien. Über »-e« schließt das Tool einzelne Dateien und Unterverzeichnisse von der Analyse aus; außerdem versteht es ».gitignore«- und ».ignore«-Dateien.
Interessieren Sie sich nur für bestimmte Programmiersprachen, geben Sie diese hinter »-t« an; auch eine Liste mehrerer Sprachen ist möglich. Eine alternative Sortierung, basierend auf Code-, Kommentar- oder Leerzeilen, nimmt »-s« entgegen. Zum Weiterverarbeiten mit anderen Programmen unterstützt Tokei über »-o« verschiedene Ausgabeformate; zur Wahl stehen JSON, YAML und CBOR.
Tokei zählt zuverlässig und liefert eine übersichtlich aufbereitete Präsentation. Die guten Beispiele auf Github machen das Fehlen einer Manpage verschmerzbar.
Bandwhich 0.20.0
Netzauslastung überwachen
Quelle: https://github.com/imsnif/bandwhich
Lizenz: MIT
Alternativen: Ipstat, Netstat
Nicht nur in Zeiten von Homeoffice und Homeschooling entsteht häufig das Gefühl, dass die Bandbreite des eigenen Internet-Anschlusses nicht ausreicht. Wer sich einen objektiven Überblick verschaffen möchte, befragt Bandwhich. Das kleine Rust-Tool ermittelt Verbindungen zum Rechner, den aktuellen Durchsatz, die zugehörigen Prozesse und die Remote-Adressen. Auf Github finden Sie ein Binärpaket für 64-Bit-Systeme sowie den Quellcode.
Seine Informationen greift Bandwhich direkt an den Netzwerk-Interfaces ab, weswegen es Root-Rechte benötigt. In einem genügend großen Terminalfenster zeigt Bandwhich alle erfassten Daten an. Das Tool passt sich dabei dynamisch der Fenstergröße an; genügt der Platz nicht, blendet es die Verbindungen oder Remote-Adressen aus. Interessieren Sie sich nur für einzelne Details, geben Sie die Parameter »-a«, »-c« oder »-p« für den jeweiligen Bereich an.
In der Voreinstellung versucht das Tool, den FQDN eines Remote-Systems zu ermitteln, was »-n« unterbindet. Einen eigenen DNS-Server schreiben Sie hinter »-d«, einzelne Schnittstellen hinter »-i«. Bandwhich aktualisiert seine Ausgabe im Sekundentakt; ein Druck auf die Leertaste friert die Anzeige zur leichteren Analyse ein. Zum Weiterverarbeiten mit anderen Programmen gibt das Tool die Ergebnisse mit »-r« in einem Raw-Modus zeilenweise aus.
Bandwhich stellt die aktuelle Netzlast übersichtlich dar. Die Ausgabe der Rohdaten besticht, die Dokumentation könnten die Entwickler jedoch nachbessern.
Nb 5.7.8
Lesezeichen und Notizen verwalten
Quelle: https://github.com/xwmx/nb
Lizenz: AGPLv3
Alternativen: Taskwarrior, Todo.txt
Der schlanke Erinnerungsservice NB für die Shell setzt außer der Bash und einem Texteditor lediglich Git voraus. Die Entwickler empfehlen zusätzlich W3m und Pandoc, über OpenSSL kann Nb die Notizen auch verschlüsseln. Das Shell-Skript ist nach dem Download sofort startklar. Ohne Parameter aufgerufen, listet es alle Notizen und Lesezeichen des aktuellen Notizbuchs auf und liefert eine Übersicht der wichtigsten Kommandos.
Zum Anlegen einer neuen Notiz rufen Sie Nb zusammen mit dem Befehl »add« auf; ein neues Lesezeichen entsteht, wenn Sie beim Start eine URL angeben. Nb notiert im Markdown-Format, was ein guter Startpunkt ist, um die Memos später zu konvertieren. Die erste Zeile interpretiert das Tool als Titel. Die Markdown-Dateien liegen im Verzeichnis »$HOME/.nb/home/«, die Lesezeichen tragen die Dateiendung »bookmark«.
Das Kommando »open« öffnet Einträge aus dem Notizbuch – Vermerke erscheinen im Texteditor, Lesezeichen im Browser. Sie passen die Konfiguration des Tools über »settings« an, legen über »notebooks add« weitere Notizbücher an und wechseln via »notebook use« zwischen den Büchern – ideal, um mehrere Projekte zu verwalten.
Das mächtige Tool Nb wartet mit etlichen Funktionen und sauber dokumentierten Beispielen auf der Projektseite auf. Dank der Möglichkeit zur Verschlüsselung eignet es sich gut zum Einsatz auf Remote-Systemen. (Uwe**Vollbracht/hej)










