Der Grafikkartenhersteller Nvidia kauft für 40 Milliarden US-Dollar den Mikroprozessor-Lizenzgeber ARM. Die Verbindung soll das Geschäft mit der künstlichen Intelligenz ankurbeln, in Cambridge soll ein ARM-basierter KI-Supercomputer entstehen.
Die meisten Kunden kennen Nvidia vor allem als Grafikkartenhersteller, das Unternehmen sieht seine Zukunft aber offenbar in Artificial-Intelligence-Chips. Das künftige Internet der Dinge wird nach Auffassung des Nvidia-Managements auf der Basis von Billionen AI-Rechnern laufen. Der 40-Milliarden-Dollar-Deal mit ARM soll beide Unternehmen zum Marktführer in Sachen AI machen. Noch ist der Deal nicht in trockenen Tüchern, die regulatorischen Behörden des Vereinigten Königreich, von China, der Europäischen Union und der Vereinigten Staaten müssen noch zustimmen.
ARM gehört Softbank. Das Unternehmen wird künftig einen 10-prozentigen Anteil an Nvidia-Aktien halten. Jensen Huang, Gründer und CEO von Nvidia, sieht in der Kombination von Nvidia und ARM naturgemäß “gewaltige Vorteile für beide Unternehmen, die Kunden und die Industrie.” Da ARM keine Prozessoren herstellt, sondern Lizenzen für den Bau ihrer Prozessoren verkauft, besteht ARMs Geschäft hauptsächlich in der Lizenzierung und in der Erforschung neuer Chip-Designs. Vor allem in der Forschung und Entwicklung will Nvidia von ARM profitieren.
Cambridge bleibt
Nvidia scheint zudem am Einsatz von ARM-Chips im Serverbereich interessiert zu sein. Den Standort Cambridge, an dem ARM sein Hauptquartier hat, will Nvidia künftig ausbauen. Dort soll eine KI-Forschungseinrichtung entstehen, die Wissenschaftler aus aller Welt anziehen soll. Hinzu kommt ein KI-Superrechner, den Nvidia auf Basis von ARM-CPUs bauen will. Sein offenes Lizenz-Modell soll ARM aber weiterführen, Nvidia profitiert so auch von den bisherigen ARM-Kunden.
Auch zu weiteren Transferdetails äußert sich die Pressemitteilung. So erhält Softbank 21,5 Milliarden US-Dollar in Aktien, 12 Milliarden in Cash, davon 2 Milliarden sofort. Weitere 5 Milliarden US-Dollar erhält ARM, wenn es bestimmte finanzielle Performance-Ziele erreicht. Auch die Angestellten sollen profitieren, mit einer Kapitalbeteiligung von insgesamt 1,5 Milliarden US-Dollar. Vermutlich erhalten aber nicht alle der rund 6250 Angestellten (Stand 2018) den Betrag von 240 000 US-Dollar.




